Simon Stanglmair
Simon Stanglmair, auch Simon Stanglmeyer geschrieben (* 11. Oktober 1794 in Unterneuhausen; † 9. Juni 1872 ebenda),[1][2] war ein bayerischer Ökonom. Er war 1849 und von 1855 bis 1858 Abgeordneter im bayerischen Landtag.
Leben
Simon wurde als neuntes von 13 Kindern des Johann Stanglmair und dessen Ehefrau Maria geb. Gebendorfer geboren. Die Eltern bewirtschafteten seit 1781, dem Jahr ihrer Hochzeit, den Thaimerhof in Unterneuhausen, einen Ganzhof,[3] also einen Bauernhof mit mehr als 100 Tagwerk Ackerland. Bereits im Alter von 6 Jahren verlor Simon seinen Vater: Am 10. August 1801 wurde Johann Stanglmair auf dem spätabendlichen Heimweg von der Kirchweih im etwa 7 km entfernten Arth Opfer einer Prügelattacke; schwer verletzt und unfähig sich zu artikulieren erreichte er am nächsten Morgen sein Zuhause, starb aber wenige Stunden später im Alter von 47 Jahren.[4]
1820 heiratete Simon Stanglmair die aus Ergoldsbach stammende Franziska Schmid (1797–1864) und übernahm den elterlichen Hof. Aus der Ehe gingen 13 Kinder hervor, wovon 9 das Erwachsenenalter erreichten.
Im Januar 1829 wurde Stanglmair zum Landratskandidaten für den Isarkreis gewählt.[5] Am Ende des politisch stürmischen Jahres 1848 kandidierte er für den Landtag und wurde als Ersatzmann gewählt.[6] Am 30. Mai 1849 zog er für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Abgeordneten Johann Zöttl in die Abgeordnetenkammer des 13. Landtags ein; letzterer wurde aber bereits am 10. Juni 1849 von Maximilian II. Joseph vorzeitig aufgelöst. Stanglmair gehörte schließlich erneut der Abgeordnetenkammer der beiden Landtage der 9. Wahlperiode (1855–1858) an.
Simon Stanglmair starb als Witwer mit 77 Jahren an einem Herzleiden („Herzbeutelwassersucht“).
Literatur
- Sebastian Huber: Geschichte der Pfarrei Neuhausen bei Landshut : ein niederbayerisches Heimatbuch. Weihmichl b. Landshut 1933 (467 S.).
Weblinks
- Simon Stanglmair in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag Simon Stanglmayr vom 12. Oktober 1794 im Taufbuch der kath. Pfarrei Unterneuhausen, Sign. Neuhausen bei Landshut002, S. 189.
- ↑ Eintrag Simon Stanglmayr im Sterbebuch der kath. Pfarrei Unterneuhausen, Sign. Neuhausen bei Landshut013, S. 75.
- ↑ Sebastian Huber: Geschichte der Pfarrei Neuhausen bei Landshut, S. 402f.
- ↑ Lebensgeschichte und unglücklicher Tod eines selten rechtschaffenen Bauers in Unterbaiern. In: Bayerischer neuer Volkskalender für den Bürger und Bauersmann auf das Jahr 1803. Fleischmann, München 1803, S. 52–57 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 20. September 2025]).
- ↑ digitale-sammlungen.de
- ↑ digitale-sammlungen.de