Niederjochferner

Niederjochferner

Niederjochferner von Nordwesten, in Bildmitte der Similaun und vor diesem eine den Gletscher teilende, 3261 m hohe, namenlose Erhebung (2005)

Lage Tirol (Österreich), Südtirol (Italien)
Gebirge Ötztaler Alpen, Schnalskamm
Typ Gebirgsgletscher
Länge 2 km (2018)[1][2]
Fläche 1,87 km² (2006)[3]
Exposition Nord
Höhenbereich 3597 m ü. A. – 2690 m ü. A. (2010)[1]
Koordinaten 46° 46′ 16″ N, 10° 52′ 21″ O
Entwässerung Niederjochbach → NiedertalbachVenter AcheÖtztaler AcheInn

2018 ist der obere westliche Niederjochferner von seiner unteren Zunge getrennt

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Der Niederjochferner ist ein Gletscher in den Ötztaler Alpen, der sich vom Similaun in nordwestlicher Richtung erstreckt. Auf letzteren Gipfel geht die Bezeichnung Similaungletscher zurück, die vor allem journalistisch verwendet wird. Der Gletscher besitzt einen westlichen und einen östlichen Arm, er liegt größtenteils in Österreich, ein Teil des westlichen Arms befindet sich auf italienischem Staatsgebiet und ist Teil des Naturparks Texelgruppe. Westlich oberhalb des westlichen Arms befindet sich am namensgebenden Niederjoch die Similaunhütte. Der östliche Arm wird (Stand 2025) in der amtlichen Tiroler Karte auch „Similaunferner“ genannt und fließt, weitab vom Niederjoch, zwischen dem Marzellkamm und einer namenlosen, 3261 m hohen Erhebung nach Norden ins Niedertal.[4]

Die Gletscherzunge des in den letzten Jahren recht stark zurückgegangenen Gletschers reichte 2010 etwa bis auf eine Höhe von 2690 m ü. A. hinab,[1] der Gletscher entwässert über den Niedertalbach, an dem die Martin-Busch-Hütte liegt, und weiter ab Vent über die Venter Ache.

Der bis zum Abschmelzen weiter westlich liegende, kleine, namenlose Gletscher unterhalb des Tisenjochs, unter dessen Eis die Gletscherleiche Ötzi lag, war früher ein Tributärgletscher des Niederjochferners, wurde jedoch mit dem Rückgang des Eises von diesem getrennt.[5] Die Fundstelle des Ötzis befindet sich ca. 70 m nordöstlich vom errichteten Ötzi-Denkmal.

Commons: Niederjochferner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c WGMS: Fluctuations of Glaciers 2005–2010. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2012 (DOI:10.5904/wgms-fog-2012-11), abgerufen am 7. Februar 2013 (PDF 4,8 MB, abgerufen am 13. Dezember 2025)
  2. Martin Mergili: Zusammenstellung der Längenänderungen der österreichischen Gletscher 1970–2018. Abgerufen am 30. Dezember 2024. Basierend auf: Österreichischer Alpenverein: Gletscherberichte. Sammelberichte über die Gletschermessungen des Österreichischen Alpenvereins in den Jahren 1971 bis 2011. Zusammengestellt von H. Kinzl, G. Patzelt, A. Fischer. In: Mitteilungen des Österreichischen Alpenvereins/Bergauf. Band 27–67. Abgerufen am 30. April 2013
  3. J. Abermann et al.: Quantifying changes and trends in glacier area and volume in the Austrian Ötztal Alps (1969-1997-2006). In: The Cryosphere. Band 3, 2009, S. 205–215 (online)
  4. tirisMaps. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  5. Egg & Spindler, Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz 39:21, 1992