Siemysłów
| Siemysłów Steinersdorf | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Namysłowski | |
| Gmina: | Domaszowice | |
| Geographische Lage: | 51° 1′ N, 17° 49′ O
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| Höhe: | 160–190 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 272 (31. Dez. 2020[1]) | |
| Postleitzahl: | 46-146 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ONA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Siemysłów (deutsch Steinersdorf) ist ein Ort in der Landgemeinde Domaszowice im Powiat Namysłowski der Woiwodschaft Opole in Polen. Ortsteile von Siemysłów sind die Weiler Wielka Kolonia (Johannsdorf) und Wygoda (Friedenau).
Geographie
Das Straßendorf Siemysłów liegt fünf Kilometer südwestlich von Domaszowice (Noldau), 16 Kilometer südöstlich von Namysłów (Namslau) und 50 Kilometer nördlich von Opole (Oppeln) in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene). Es ist umgeben von weitläufigen Waldgebieten.
Nachbarorte von Siemysłów sind im Nordosten Domaszowice (Noldau) und im Süden Starościn (Sterzendorf).
Geschichte
„Symislow“ wurde erstmals urkundlich im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 erwähnt.[2] Für das Jahr 1336 ist es in der Schreibweise Steinersdorf belegt, 1353 als Steynerdorff. 1353 wurde erstmals eine Kirche im Ort verzeichnet.[3] Johann Georg Knie verzeichnete 1830 die polnische Ortsbezeichnung Szimisłow.[4] Während der Reformation wurde die Dorfbevölkerung 1525 protestantisch und 1654 rekatholisiert. 1678 wurde in Ober-Steinersdorf eine hölzerne Kirche errichtet.[5] Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Steinersdorf mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1795 zählte Groß-Steinersdorf ein Herrenhaus, eine Schule, zwei Wirtshäuser, einen Knecht und acht Häusler. Im gleichen Jahr wurden in Klein-Steinersdorf gezählt: ein Gutshof, ein Schafstall, sechs Bauernhöfe, secchs Knechte und 52 Einwohnern.[5]
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Steinersdorf ab 1816 zum Landkreis Namslau, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1824 wurde die katholische Allerheiligenkirche neu erbaut.[5] 1845 wurde der Ort in die zwei Ortsteile Groß- und Klein-Steinersdorf auf. 1845 bestanden in Groß-Steinersdorf eine Freischoltisei, ein Vorwerk, ein Schloss, eine katholische Kirche, eine katholische Schule und 34 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 291, davon 131 evangelisch und zwei jüdisch. In Klein-Steinersdorf waren es ein Vorwerk und 31 Häuser, in denen 247 Einwohner lebten, davon 121 evangelisch und drei jüdisch.[3] 1874 wurde der Amtsbezirk Sterzendorf gebildet, dem die Landgemeinden Friedrichsberg, Groß Steinersdorf, Johannsdorf, Klein Steinersdorf und Sterzendorf sowie die Gutsbezirke Groß Steinersdorf, Klein Steinersdorf und Sterzendorf eingegliedert wurden. Am 9. Dezember 1898 wurden Groß- und Klein-Steinersdorf zur Landgemeinde Steinersdorf zusammengeschlossen.[6] Die Volkszählung 1905 ergab für Steinersdorf 454 Einwohner, davon waren 195 katholischer und 259 evangelischer Konfession, 301 Einwohner waren polnischer, 153 deutscher Muttersprache.[7]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921, bei welcher auch ein kleiner Teil Niederschlesiens miteingeschlossen war, stimmten in Steinersdorf 551 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 14 für Polen.[8] Steinersdorf verblieb beim Deutschen Reich. 1933 zählte Steinersdorf 689 Einwohner. Am 1. April 1937 wurden die Orte Johanndorf und Friedrichsberg nach Steinersdorf eingemeindet. 1939 zählte der Ort 698 Einwohner. Am 20. Januar 1945 wurde Steinersdorf von der Roten Armee eingenommen.[5]
Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Steinersdorf 1945 an Polen, wurde in Siemysłów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole zugeteilt. 1999 wurde es Teil des wiedergegründeten Powiat Namysłowski.
Sehenswürdigkeiten
- Die römisch-katholische Mariä-Geburt-Kirche (Kościół Narodzenia NMP) wurde 1353 erstmals erwähnt. 1678 entstand ein hölzerner Bau in den Maßen von 22×12 Ellen. 1824 wurde der hölzerne Bau abgetragen und eine neue Kirche aus Stein errichtet, die dem Patrozinium Allerheiligen geweiht wurde. 1936 wurde der Bau erweitert. Bei einem Brand 1989 im Kirchenschiff wurden zahlreiche Inneneinrichtungsgegenstände zerstört. Diese stammten teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert, darunter ein hölzerner Barockaltar und die barocke Orgel. 1990 wurde die Kirche, die seit 1966 unter Denkmalschutz steht, wieder aufgebaut.[9][5]
- Steinernes Wegekreuz
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr OSP Siemysłów
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Raport o gminie - Einwohnerzahlen S. 6 (poln.)
- ↑ Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis
- ↑ a b Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 654–655.
- ↑ Johann G. Knie: Alphabetisch-Statistich-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orteder Königl. Preuss. Provinz Schlesien: mit Einschluss des ganzen jetzt zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz, und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung ... Verlag von Grass, Barth und Comp., 1830 (google.de [abgerufen am 11. September 2025]).
- ↑ a b c d e Geschichte von Steinersdorf (polnisch)
- ↑ Amtsbezirk Sterzendorf
- ↑ Gemeindelexikon für die Provinz Schlesien. Auf Grund der Unterlagen der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. In: 292396 III. 1908, S. 204 ff. (org.pl [abgerufen am 11. September 2025]).
- ↑ Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 ( vom 29. Januar 2017 im Internet Archive)
- ↑ Denkmäler Woiwodschaft Opole ( des vom 14. Januar 2022 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. S. 31 (polnisch)