Siegmund Alexander Benda
Siegmund Alexander Benda (geboren am 23. Januar 1794 in Berlin; gestorben 1864 ebenda) war ein deutscher Bankier, Börsenmakler, Offizier und Kommerzienrat, der durch seine Verdienste in den Befreiungskriegen, seine führende Rolle im Berliner Finanzwesen und sein gesellschaftliches Engagement während der Revolution von 1848 vor allem in Berlin großen Einfluss hatte.[1]
Leben und Familie
Siegmund Alexander Benda war eines von zehn Kindern und entstammte der jüdischen Familie Benda; seine Eltern waren David Abraham Benda (geb. 15. Januar 1746; gest. 9. Oktober 1804), Lederhändler, im Jahr 1770 niedergelassen in Berlin,[2] und Henrietta Itzig (geb. 1750; gest. 20. Juni 1824). Er konvertierte 1817[2] zum Christentum. Sein Bruder war der Politiker, Kaufmann und Schriftsteller Daniel Alexander Benda (1786–1870). Siegmund war mit Auguste Rindler verheiratet, Tochter eines Ladengeschäftsbesitzers in der Holzmarktstraße. Die Familie wohnte unter anderem in der Münzstraße 18 in Berlin. Ludwig Alexander Veitmeyer und Adolf Bahn waren Neffen, Carl Benda sein Großneffe, der Enkel seines Bruders Liepmann (später Leffmann oder Louis)[2] Alexander Benda (7. Februar 1784 – 10. April 1859).[1] Siegmund Benda war über seine Schwester Gutchen, verheiratete Borchardt (19. April 1777 – 1850), mit Franz Oppenheimer verwandt.[1]
Militärdienst
Von 1813 bis 1815 nahm Benda an den Befreiungskriegen teil, zuerst als freiwilliger Schütze, später als Offizier. Für seine Tapferkeit bei der Verteidigung einer Brücke erhielt er das Eiserne Kreuz.[1]
Berufliche Tätigkeit
Nach dem Krieg widmete sich Benda dem Börsenhandel als Coutier (Börsenmakler). Ab etwa 1840 wurde er als einer der angesehensten und geschicktesten Makler in Berlin bekannt. Seine gesellschaftliche Stellung und sein wirtschaftlicher Einfluss wuchsen im Laufe der Zeit.[1]
Gesellschaftliches Engagement und Auszeichnungen
Benda gehörte zum ersten Verwaltungsrat der Anhalter Eisenbahn und wurde von König Friedrich Wilhelm IV. mit mehreren Auszeichnungen geehrt, darunter die Ernennung zum Kommerzienrat. Als Major der Bürgerwehr war er während der Revolution von 1848 aktiv und hatte Verantwortung für mehrere Stadtbezirke. Während der Unruhen wurde sein Haus in der Münzstraße 18 von aufgebrachten Massen beschädigt. Er verhandelte mit General Friedrich von Wrangel den geordneten Rückzug der Bürgerwehr.[1]
Charakter und Wirkung
Benda war für sein impulsives und temperamentvolles Auftreten insbesondere an der Börse bekannt. Sein raues Verhalten und seine häufigen lauten Auseinandersetzungen wurden von seiner Umgebung gleichermaßen belustigt und gefürchtet wahrgenommen. Die satirische Zeitschrift Kladderadatsch griff sein außergewöhnliches Auftreten auf und beschrieb in einer humoristischen Darstellung das Geschehen an der Berliner Börse mehrfach mit dem Ausruf: „Wer schreit? Benda schreit!“, was später als geflügeltes Wort galt.[1]
Tod und Vermächtnis
Siegmund (im Totenbuch: Siegismund) Alexander Benda starb 1864 und wurde im Familiengrab auf dem Friedhof I der Georgen-Parochialgemeinde in Berlin neben seiner Frau Auguste und seinem Sohn Johannes Benda (Druckereibesitzer) und dessen Ehefrau Minna, geb. Hauschild beigesetzt.[3]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g Ernst Benda: Genealogie der Familie Benda. Hrsg.: Gerd T.A. Benda. 2. Auflage. The Leo Baeck Institute New York, Berlin / New York 28. September 1901.
- ↑ a b c Jacob Jacobson (Hrsg.): Jüdische Trauungen in Berlin 1759 bis 1813. De Gruyter, Berlin 1968, ISBN 978-3-11-000472-4.
- ↑ Erbbegräbnisbücher im Archiv des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Süd. Berlin 1864.