Siegfried Wyler
Siegfried Wyler (* 1. September 1919 in Winterthur; † 24. April 2020 in St. Gallen)[1] war ein Schweizer Anglist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[2]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung (Matura B) studierte Siegfried Wyler von 1938 bis 1944 Anglistik und Germanistik an der Universität Zürich. 1943 legte er die Diplomprüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab und promovierte 1944 zum Dr. phil. bei Eugen Dieth mit einer Dissertation über Die Adjektive des mittelenglischen Schönheitsfeldes unter besonderer Berücksichtigung Chaucers. Im Jahre 1962 habilitierte er sich für Englische Sprache und Literatur an der Universität St. Gallen, wo er von 1958 bis 1985 eine «Titularprofessur» innehatte. Ausserdem versah er bis 1987 einen Lehrauftrag an der Universität Zürich. Hauptberuflich arbeitete Wyler bis zum Eintritt in den Ruhestand 1986 als Gymnasialprofessor und Prorektor an der Kantonsschule in St. Gallen.
Neben Unterrichtswerken veröffentlichte Wyler zu Themen der englischen Sprachwissenschaft. Insbesondere untersuchte der das Motiv Farbe in der englischen Literatur.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Von der Bedeutung des Wortes. Buchdruckerei Karl Weiss, St. Gallen 1955.
- mit Ralf Buchmann: Modern English. Lehrbuch der englischen Sprache. 2., neubearb. Auflage. Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins, Zürich 1962.
- Der Begriff der Macht in Christopher Marlowes Tamburlaine. Polygraph Verlag, Zürich 1965 (Habilitationsschrift Universität Zürich).
- New dimensions in wordfield research. In: Poetica. H. 7, 1977, S. 61–79.
- Untersuchungen zu einer Kategorie Norm in sprachlichen Systemen, insbesondere im Englischen (= Anglistische Forschungen. Bd. 140). Winter, Heidelberg 1979, ISBN 3-533-02803-8.
- Old English colour terms and Berlin and Kay’s theory of basic colour terms. In: Richard J. Watts (Hrsg.): Modes of interpretation. Essays presented to Ernst Leisi on the occasion of his 65. birthday (= Tübinger Beiträge zur Linguistik. Bd. 260). Narr, Tübingen 1984, ISBN 3-87808-860-4, S. 41–57.
- (Hrsg.): Linguistik und literarischer Text. CILA, Neuchâtel 1988.
- The position of colour adjectives in multiple attribution. In: Andreas Fischer (Hrsg.): The history and dialects of English. Festschrift für Eduard Kolb (= Anglistische Forschungen. Bd. 203). Winter, Heidelberg 1989, ISBN 3-533-04142-5, S. 207–220.
- Ist die Wortfeldtheorie noch zeitgemäß? In: Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik. Bd. 38, H. 1, 1990, S. 14–24.
- Colour and language. Colour terms in English (= Tübinger Beiträge zur Linguistik. Bd. 364). Narr, Tübingen 1992, ISBN 3-8233-4219-3.
- Colour names and text. In: Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik. Bd. 49, H. 1, 2001, S. 3–16.
- Colour terms in the crowd. Colour terms in use (= Tübinger Beiträge zur Linguistik. Bd. 497). Narr, Tübingen 2006, ISBN 3-8233-6267-4.
- The colour structure in Shakespeare’s plays: Hamlet – Macbeth – Othello. Stauffenburg-Verlag, Tübingen 2016, ISBN 978-3-95809-003-3.
Ausserdem zahlreiche weitere Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden.
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeigen Siegfried Wyler im St. Galler Tagblatt vom 28. April 2020 u. a. (abgerufen am 3. November 2025).
- ↑ Wyler, Siegfried. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, ISBN 3-8233-5000-5, S. 1048 f. (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto).