Siegessäule Hakenberg
Die Siegessäule Hakenberg ist ein 36 Meter hohes Denkmal in Hakenberg bei Fehrbellin. Sie erinnert an den Sieg des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm in der Schlacht bei Fehrbellin gegen die Schweden am 18. Juni 1675, der ihm den Beinamen Großer Kurfürst einbrachte. Sie steht auf dem Hügel, wo sich während der Schlacht die Geschützstellung der Brandenburger befand.
Die Siegessäule geht auf eine Initiative des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (nachmals Kaiser Friedrich III.) zurück,[1] der am 18. Juni 1875 auch die Grundsteinlegung vollzog. Den Entwurf hatte der Regierungsrat Paul Emanuel Spieker geliefert,[2] die Bauleitung oblag dem Kreisbaumeister Heinrich von Lancizolle. Das Sockelgeschoss besteht aus grauem Sandstein, der mit Feldbrandsteinen aus Hennigsdorfer und Ketziner Ziegeleien gemauerte Turm ist mit gelben schlesischen Verblendsteinen verklinkert.[3] Die Baukosten betrugen 100.000 Mark. Für die Siegessäule entstand eine eigene Zufahrt, die 1878 mit 140 Ahorn- und Lindenbäumen bepflanzt wurde. Am zehnten Sedantag, dem 2. September 1879, fand die Einweihung statt. Am Bauwerk wurde bevorzugt jährlich der Tag von Fehrbellin begangen, der an den ersten Sieg der vom Großen Kurfürsten geschaffenen brandenburg-preußischen Armee erinnern sollte. In der Zeit des Nationalsozialismus waren ab 1936 Siegesfeiern untersagt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte der Hakenberger Bürgermeister 1945 das Denkmal abreißen lassen, doch stellten sich Bürger Hakenbergs gegen die Pläne und konnten mit Hilfe des sowjetischen Kommandanten einen Abriss verhindern, nur die Ahornallee wurde als Brennholz abgeholzt. In der Zeit der DDR verfiel das Bauwerk. Es wurde erst im Jahr 2000 anlässlich des 325. Jahrestages für 500.000 Mark restauriert.[1]
Der zweigliedrige Sockel hat die Form eines Würfels mit vier abgestumpften Kanten. Auf ihm ruht ein rundturmartiger Aufbau, der in einer Höhe von 23 m eine umlaufende Galerie mit Aussichtsplattform trägt. Die Galerie ist über 114 Stufen zu erreichen und besteht aus einem eisernen Gitterwerk, in dessen Mitte sich auf einem grauen Sandsteinkegel die 4,15 Meter hohe, 15,5 t schwere (später vergoldete) Bronzestatue der Siegesgöttin Victoria erhebt. Sie ist ein Nachguss der Victoria, die Christian Daniel Rauch 1843 für den Berliner Belle-Alliance-Platz geschaffen hatte, gegossen in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer.
Im Sockelgeschoss ist eine Tafel mit der Widmungsinschrift, darüber eine Blendnische mit einer Kolossalbüste Friedrich Wilhelms eingelassen. Die Inschrifttafel und die Blendnische entstanden aus rotbraunem schwedischem Granit, die Kurfürsten-Büste in carrarischem Marmor in der Bildhauerwerkstatt von Albert Wolff als Nachbildung eines Werks von Andreas Schlüter.
Galerie
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Denkmal
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Victoria
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Büste des Großen Kurfürsten
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Aussicht vom Denkmal in Richtung Hakenberg
Weblinks
- Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09170228 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
Einzelnachweise
- ↑ a b Regina Scheer: Der Umgang mit den Denkmälern. Eine Recherche in Brandenburg. Hrsg.: Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung, und: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Potsdam 2003, S. 10 und 11. (PDF).
- ↑ Siegessäule Hakenberg, Webseite TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Siegessäule Hakenberg, Webseite Kulturfeste im Land Brandenburg e. V., abgerufen am 28. Dezember 2025.
Koordinaten: 52° 46′ 15,6″ N, 12° 49′ 44,3″ O