Sibusiso Nyembezi
Cyril Lincoln Sibusiso Nyembezi (* 6. Dezember 1919 in Babanango; † Juni 2000)[1] war ein südafrikanischer Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer, der überwiegend in isiZulu schrieb und als prägende Stimme der Zulu-Literatur gilt.[2] Sein bekanntester Roman Inkinsela yaseMgungundlovu (1961) wurde in den 1970er-Jahren als Radioserie und in den 1980er-Jahren fürs Fernsehen adaptiert und 2002 in die Liste der „100 besten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen.[3]
Leben
Nyembezi wurde 1919 in Babanango, Zululand, als Sohn eines methodistischen Pfarrers[1] geboren und ging in Vryheid und Driefontein zur Schule.[4] Nach dem Besuch des Adams College in Amanzimtoti folgte 1948 die Berufung an die Witwatersrand-Universität, wo er die Nachfolge des Zulu-Dichters B.W. Vilakazi als Dozent für Nguni-Sprachen antrat.[2][5] An der University of Fort Hare lehrte er bis zu seinem Rücktritt 1959 aus Protest gegen die Bantu-Education-Politik.[2] Im Jahr 1960 wechselte er in den Verlagsbereich zu Shuter & Shooter, zunächst als Lektor für indigene Sprachen und später als Mitglied des Vorstands.[2] Er starb im Jahr 2000.[4] Er war verheiratet und hatte fünf Kinder.[1]
Nyembezi erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität von Zululand, der Rhodes-Universität, der Witwatersrand-Universität und der Universität von Natal.[1]
Wirken
Als Wissenschaftler und Publizist prägte Nyembezi die Standardisierung und Popularisierung des modernen isiZulu; zu seinen wichtigsten Sacharbeiten zählt das weitverbreitete Nachschlagewerk Inqolobane Yesizwe (1966, mit O.E.H.M. Nxumalo).[5] Für den Schulbereich verantwortete er zudem die Lesereihe Igoda, die viele Generationen in der Schule begleitete.[5]
Sein Roman Inkinsela yaseMgungundlovu (1961) entlarvt in satirischer Form die Ambivalenzen kolonialer Modernität und die Anglophilie lokaler Eliten; die jüngere Forschung ordnet das Werk als zentrale antikoloniale Satire der isiZulu-Prosa ein.[6] 2008 erschien die erste englische Übersetzung unter dem Titel The Rich Man of Pietermaritzburg, angefertigt von Sandile Ngidi.[5] Bereits zuvor war der Stoff in den 1970er-Jahren als Radioserie und in den 1980er-Jahren als Fernsehserie adaptiert worden; 2002 wurde der Roman in die Liste der „100 besten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen.[3]
Nyembezi übersetzte 1958 Alan Patons Cry, the Beloved Country ins isiZulu (Lafa elihle kakhulu).[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Cyril Lincoln Sibusiso Nyembezi. In: sala.org.za. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ a b c d e Celebrating a South African literary expert. In: News24. 11. Dezember 2019, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ a b ‘Good stories outlive their time’. In: The Witness. 20. Februar 2008, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ a b Review: The Rich Man of Pietermaritzburg (Inkinsela YaseMgungundlovu). In: The Witness. 20. Februar 2008, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ a b c d Translating Nyembezi no walk in the park. In: Mail & Guardian. 11. Januar 2019, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ In the Shadows of the British Empire: Nyembezi’s Inkinsela YaseMgungundlovu. In: Cambridge Core. 1. September 2022, abgerufen am 21. September 2025.