Siba Shakib

Siba Shakib (persisch زیبا شکیب Zibā Schakib; * 31. Dezember 1969 in Teheran, Iran) ist eine deutsch-iranische Schriftstellerin, Journalistin und Filmemacherin. Die Menschenrechtsaktivistin berichtet häufig aus Krisenregionen und über marginalisierte Gruppen.

Leben

Siba Shakib ist die Tochter einer Deutschen und eines Iraners. Sie wuchs in Teheran auf, besuchte dort die deutsche Schule und studierte anschließend in Deutschland. Siba Shakib arbeitete zunächst als Radio- und Fernsehmoderatorin im Musikbereich, drehte Filme mit Porträts über Stars wie Miles Davis und Mick Jagger.[1]

Bekannt wurde sie durch ihren am 23. Juli 1991 als Spiegel-TV-Reportage auf Sat.1 gesendeten Film Mahmoody gegen Mahmoody,[2] für den sie den Mann der Bestsellerautorin Betty Mahmoody (Nicht ohne meine Tochter) im Iran ausfindig gemacht hatte.[3]

Siba Shakib spricht – neben Deutsch, Englisch und Italienisch – Persisch, das in weiten Teilen dem afghanischen Dari-Persisch entspricht. Auf Grund dieser Tatsache und ihrer fundierten Kenntnisse über Afghanistan beriet Shakib ab 2002 für einige Jahre die dortige UN-Friedenstruppe ISAF, später auch die NATO-Truppen, insbesondere die Bundeswehr.[1]

Weltweit bekannt wurde Siba Shakib durch ihren Roman Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen, der die bewegende Geschichte der Afghanin Shirin-Gol schildert, deren Leben durch über 20 Jahre Krieg und Zerstörung geprägt wurde.[1][4] Das Buch schaffte es zur Nr. 1 der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in 16 Länder verkauft, in 27 Sprachen übersetzt und gewann neben vielen anderen Auszeichnungen einen P.E.N.-Preis von der internationalen Schriftstellervereinigung.[5][6]

Im Jahr 2009 wurde ihr dritter Roman Eskandar, ein „Märchen“ im Stil „orientalischer Erzählkultur“[7] veröffentlicht, worin sie, inspiriert von der Biografie ihres Großvaters Eskandar-Agha, die Geschichte Irans darstellt.[8]

Im Jahr 2019 wurde ihr 80-Minuten langen Dokumentarfilm Made in Islam in WDR gezeigt. Darin geht es um Mode in islamischen Ländern, wobei Shakib zeigt, wie anhand der Bekleidungsregeln gesellschaftliche Themen wie weibliche Selbstbestimmung, patriarchale Kontrolle und soziale Anpassung verhandelt werden.[9][10]

Derzeit arbeitet die Autorin an der Verfilmung ihres zweiten Bestsellers Samira und Samir, wobei sie selbst Regie führen wird. Im Buch geht es um die Geschichte eines Mädchens im Hindukusch, Afghanistan, das als Junge aufgezogen wird, weil Jungen in diesem Teil des Landes einen höheren gesellschaftlichen Wert haben.[11][1]

Siba Shakib ist Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein.[12] Zeitweise lebt sie in Dubai, New York City und Nord-Italien.[1]

Werke

Preise

Einzelnachweise

  1. a b c d e Rednerin Siba Shakib - Filmemacherin, Autorin und Afghanistan-Kennerin | ReferentenAgentur Bertelsmann. Abgerufen am 29. November 2025.
  2. Dienstag. In: Der Spiegel. Abgerufen am 14. September 2021 (Fernsehprogramme der Woche).
  3. »Wir haben gemeinsam geatmet«. In: Der Spiegel. 21. Juli 1991, S. 162 (spiegel.de).
  4. Kerstin Schneider: Siba Shakib: "Die Frauen Afghanistans werden kämpfen". In: Der Spiegel. 11. Dezember 2001, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 29. November 2025]).
  5. Siba Shakib (Sprecherin, Autorin): alle Bücher + Steckbrief bei Penguin. Abgerufen am 29. November 2025.
  6. Siba Shakib - 2 Bücher - Perlentaucher. Archiviert vom Original am 10. April 2021; abgerufen am 29. November 2025.
  7. Recklinghäuser Zeitung, 16. September 2009
  8. deutschlandfunk.de: Eine poetische Reise in den Iran. 16. Juli 2009, abgerufen am 29. November 2025.
  9. WDR: Made in Islam - Presselounge - WDR. 15. November 2019, abgerufen am 29. November 2025.
  10. Made in Islam. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 9. September 2021.
  11. Siba Shakib: Samira & Samir, 2004. · Lili-Elbe-Bibliothek. In: Lili-Elbe-Bibliothek. 19. Dezember 2019, abgerufen am 30. November 2025.
  12. PEN-Club Liechtenstein -. Abgerufen am 29. November 2025.