Sharon Kleinbaum

Sharon Kleinbaum (* 1959)[1] ist eine US-amerikanische Rabbinerin und langjährige spirituelle Leiterin der New Yorker Congregation Beit Simchat Torah (CBST), die sie über drei Jahrzehnte prägte und von der sie 2024 in den Ruhestand verabschiedet wurde.[2][3] Sie war Kommissarin der United States Commission on International Religious Freedom (USCIRF), die erstmals 2019 durch den damaligen Minderheitsführer des Senats Chuck Schumer ernannt und 2021 durch Präsident Joe Biden mit Amtszeit bis Mai 2023 erneut berufen wurde.[4][5][6]

Leben

Kleinbaum wuchs in Rutherford, New Jersey, auf, studierte ab 1977 am Barnard College Politikwissenschaften und schloss 1981 ab.[7] Ihre rabbinische Ordination erhielt sie 1990 am Reconstructionist Rabbinical College, bevor sie beruflich Stationen im jüdischen Gemeindeleben durchlief und 1992 zu CBST kam.[7][3] Im Jahr 2018 heiratete sie die Gewerkschaftsvorsitzende Randi Weingarten.[8]

Wirken

Als erste festangestellte CBST-Rabbinerin ab 1992 führte Kleinbaum die Gemeinde durch die Höhepunkte und Krisen der US-amerikanischen LGBTQ-Geschichte, insbesondere durch die Aids-Jahre, in denen sie zahlreiche Trauerfeiern begleitete, und baute die Synagoge zum größten queeren Gotteshaus des Landes aus.[9][2][3] Unter ihrer Führung professionalisierte die CBST Struktur und Programme – von Musik- und Bildungsarbeit bis zu sozialer Unterstützung – und gründete eine Rechtsberatung für Asylsuchende („The Ark“), die insbesondere LGBTQ-Geflüchteten hilft.[10] Historisch verankert ist die CBST als älteste LGBT-Synagoge an der US-Ostküste; 1992 stellte die Gemeinde mit Kleinbaum erstmals eine spirituelle Leitung an, und 2016 erfolgte der Umzug in den heutigen Standort in Manhattan.[11] Neben ihrer Gemeindearbeit wirkte Kleinbaum von 2019 bis 2023 als USCIRF-Kommissarin; 2019 wurde sie von Chuck Schumer berufen, 2021 folgte die erneute Berufung durch Präsident Biden, bevor ihr Mandat im Mai 2023 endete.[4][5][6] Für ihr öffentliches Wirken wurde sie vielfach ausgezeichnet; 2024 nahm die BBC sie in die Liste 100 Women auf.[12] Im Sommer 2024 verabschiedete sich Kleinbaum nach 32 Jahren als Senior Rabbi von der CBST und wurde zur Senior Rabbi Emerita ernannt.[2][3][10][7]

Einzelnachweise

  1. We Have To Be Able To Hold Multiple Truths At Once. In: Judith Magazine. 25. April 2025, abgerufen am 23. November 2025 (englisch).
  2. a b c After 32 years as a progressive voice for LGBTQ Jews, Rabbi Sharon Kleinbaum heads into retirement. In: Associated Press (via KSAT). 1. Juli 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  3. a b c d Sharon Kleinbaum led New York’s queer synagogue through crisis and triumph. Now she’s passing the baton. In: Jewish Telegraphic Agency / New York Jewish Week. 28. Juni 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  4. a b Rabbi Sharon A. Kleinbaum Appointed to U.S. Commission on International Religious Freedom. In: USCIRF. 19. Dezember 2019, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  5. a b President Biden Announces Intent to Nominate and Appoint Leaders to Serve in Key Religious Affairs Roles. In: The White House (archiviert). 30. Juli 2021, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  6. a b USCIRF Thanks Outgoing Commissioner Sharon Kleinbaum. In: USCIRF. 15. Mai 2023, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  7. a b c A Rabbi’s Fierce Compassion. In: Barnard Magazine. 1. März 2025, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  8. Rabbi and labor leader get married. In: The Times of Israel (JTA). 27. März 2018, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  9. How Rabbi Sharon Kleinbaum Kept the Faith in 2021. In: The Advocate. 15. Dezember 2021, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  10. a b She built the largest queer synagogue in the nation ‘for Jews rejected from everywhere’. In: The Forward. 21. Juni 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  11. Westbeth: Congregation Beit Simchat Torah. In: NYC LGBT Historic Sites Project. 1. Juli 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  12. BBC Highlights Sharon Kleinbaum, Pioneering Reconstructionist Rabbi. In: Reconstructionist Rabbinical College. 3. Dezember 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).