Sextilius Ena

Sextilius Ena – dessen Cognomen (Ena) möglicherweise korrupt überliefert ist – war laut Seneca dem Älteren ein eher scharfsinniger als gelehrter Mann und ein unbeständiger Dichter aus Corduba. Die Proskription und den Tod Ciceros betrauerte er in einem Gedicht, das er im Haus des Marcus Valerius Messalla Corvinus in Anwesenheit des Asinius Pollio und des Cornelius Severus vorlas. Er begann seinen Vortrag mit dem Vers: deflendus Cicero est Latiaeque silentia linguae („Zu beklagen ist Cicero und das Schweigen der lateinischen Sprache“).

Das erzürnte Asinius Pollio, der als einer der großen Redner der Zeit galt. Er sagte: „Messalla, in deinem eigenen Hause magst du tun, was du willst; ich aber gedenke nicht, einem Mann zuzuhören, der mich offenbar für stumm hält.“ Mit diesen Worten stand er auf und ging hinaus. Cornelius Severus missfiel dieser Vers offensichtlich bei weitem nicht so sehr wie dem Pollio, denn er dichtete später selbst einen Vers, der zwar besser, aber doch ähnlich war: conticuit Latiae tristis facundia linguae („Traurig verstummte die Beredsamkeit der lateinischen Sprache“).

Quellen

  • Seneca der Ältere, Suasoriae 6,27.

Literatur