Seuffert (Adelsgeschlecht)

Seuffert ist der Name einer ursprünglich aus Unterfranken stammenden Familie,[1] die im 19. Jahrhundert führende Juristen des Königreichs Bayern hervorbrachte. 1897 erhielt Ernst Seuffert den Verdienstorden der Bayerischen Krone und wurde daraufhin in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben, da sein Vater und sein Großvater ebenfalls bereits diese Auszeichnung erworben hatten.

Geschichte

Als erster Vertreter der Familie erscheint der um 1645 geborene Johann Seuffert, Bauer in Pfändhausen-Milchhof bei Rannungen im Kreis Kissingen. Dem in Pfändhausen geborenen Johann Georg Seuffert (1719–1788) gelang während des Siebenjährigen Krieges der soziale Aufstieg vom gemeinen Reiter zum Kavallerieoffizier, den er als Rittmeister im Dragonerregiment des fränkischen Kreises beendete. Er erreichte damit eine Stellung, die zu jener Zeit im Allgemeinen nur Angehörigen des fränkischen Adels offenstand.

Sein fünftes Kind, Johann Michael (1765–1829), besuchte als erster seiner Familie eine Universität, trat als Jurist in die Dienste des Hochstifts Würzburg, wurde Professor an der Universität Würzburg, Präsident der Hofkommission und wurde 1808 im Großherzogtum Würzburg nobilitiert (im Königreich Bayern als Personaladel anerkannt). Nach dem Übergang Würzburgs an Bayern setzte er seine Karriere fort und wurde u. a. 1814 Präsident des Hofgerichtes in Würzburg, 1817 Präsident des Appellationsgerichtes für den Untermainkreis. Er hinterließ drei Söhne, die ebenfalls alle eine juristische Laufbahn einschlugen:

Nobilitierungen

  • 1808: Johann Michael (1765–1829), Nobilitierung im Großherzogtum Würzburg, im Königreich Bayern als Personaladel anerkannt
  • 1850: Johann Adam (1794–1857), Personaladel als Ritter des Verdienstordens der Bayerischen Krone
  • 1861: Georg Karl (1800–1870), Personaladel als Ritter des Verdienstordens der Bayerischen Krone
  • 1862: Georg Joseph (1793–1864), Personaladel als Ritter des Verdienstordens der Bayerischen Krone
  • 1897: Ernst (1829–1907), Personaladel als Ritter des Verdienstordens der Bayerischen Krone

Nach dem Vorbild der französischen Noblesse d’Empire hatte ein Mitglied des Verdienstordens der Bayerischen Krone, dessen Vater und Großvater ebenfalls diese Auszeichnung erworben hatten oder Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens waren, Anspruch auf Verleihung des erblichen Adels. Dieser Fall trat im Königreich Bayern erstmals 1897 mit Ernst von Seuffert (1829–1907) ein.

Wappen

Das 1897 an Ernst von Seuffert verliehene Wappen ist geviert und zeigt in den Feldern 1 und 4 in Silber schräglinks aufwärtsliegend einen gold-begrifften Degen, in 2 und 3 in Blau ein aufgeschlagenes silbernes Buch. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender Geharnischter in mit drei (silber-blau-silber) Straußenfedern besteckter Sturmhaube, den Degen emporhaltend, zwischen offenem, von Silber und Blau übereck-geteiltem Flug.

Genealogie (Auszug)

Die Genealogie der Familie Seuffert lautet:[2]

  1. Johann Georg Seuffert (1719–1788), aus Pfändhausen, würzburgischer Rittmeister im Dragonerregiment des Fränkischen Kreises in Würzburg ⚭ Margaretha Pfister (1730–1794), aus Gerolzhofen, und hatte aus dieser Ehe Nachkommen, darunter als fünftes Kind:
    1. Johann Michael (1765–1829), Jurist ⚭ 1793 Apolonia (1771–1832),[3] Tochter des Würzburger Bürgermeisters Franz Joseph Oehninger (1749–1807) und der Eva Margarete Senft, und hatte aus dieser Ehe zahlreiche Kinder, u. a. sechs Söhne, darunter:
      1. Georg Joseph (1793–1864), Jurist, Ehrenbürger von Würzburg
      2. Johann Adam (1794–1857), Jurist, Ehrenbürger von Würzburg ⚭ 1819 Auguste (1802–1883) aus Würzburg, Tochter des Juristen Ernst August von Zink (um 1771–1851) und hatte aus dieser Ehe fünf Töchter und zwei Söhne, darunter:
        1. Ernst (1829–1907), Jurist ⚭ N.N. (* ? ; † ?), und hatte aus dieser Ehe Nachkommen, darunter einen Sohn und zwei Töchter.
        2. Hermann (1836–1902), Jurist ⚭ I Anna (* ? ; † 1865), II 1869 Cäcilie (1838–1919), und hatte aus diesen Ehen Nachkommen
        3. Therese (1842–1900), ⚭ Friedrich von Weech (1837–1905)
      3. Georg Karl (1800–1870), Jurist, Ehrenbürger von Schweinfurt und von Nürnberg[4] ⚭ 1826 Kordula Hohwiesner (* ? ; † 1846) aus Frankfurt, und hatte aus dieser Ehe sieben Kinder, darunter:
        1. Therese (* ? ; † ?) ⚭ Karl Thoussaint (* ? ; † ?), Staatsanwalt am Bezirksgericht Amberg
        2. Ludwig (1840–1865), Assistenzarzt im Juliusspital in Würzburg
        3. Georg (* ? ; † ?), Offizier im 14. Infanterie-Regiment
      4. Dorothea (1807–1873) ⚭ Heinrich Gustav Christoph Freiherr von Drechsel auf Teuffstetten (1806–1889), königlich bayerischer Oberstleutnant

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ulrich Zelger: Seuffert, Johann Adam. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 24. Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 279–280 (deutsche-biographie.de).
  2. Ulrich Zelger: Seuffert, Johann Adam. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 24. Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 279–280 (deutsche-biographie.de).
  3. Johann Michael Ritter von Seuffert geb. 5 Jan 1765 Würzburg gest. 9 Mai 1829 Würzburg: stammreihen.de. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/adelsmatrikel.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ADB:Seuffert, Georg Karl von – Wikisource. Abgerufen am 23. April 2018.