Senta Grüning

Senta Grüning (* 1891 in Polangen, Gouvernement Kurland, Russisches Kaiserreich; † nach 1943) war eine deutsche Fotografin in München.

Leben und Wirken

Senta Grüning kam aus einer baltendeutschen Familie in Kurland (an der Grenze zu Ostpreußen). Ihr Vater Wilhelm Grüning (1856–1939) war Apotheker in Polangen.[1] (Die spätere Historikerin Irene Grüning war wahrscheinlich eine Verwandte.) Senta Grüning besuchte die Höhere Töchterschule in Polangen und zog danach nach München.[2] Dort absolvierte sie von 1912 bis 1914 eine Ausbildung an der Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie. In dieser Zeit hatte sie Kontakt zu Elsa und Max Reger, der über viele Jahre anhielt.

Um 1925 wurde Senta Grüning Mitinhaberin des Fotostudios von Mila Webel am Nikolaiplatz 2.[3] Seit etwa 1929 hatte sie ein eigenes Atelier in der Herzog-Rudolf-Straße 51.[4] Bald danach hieß sie Senta Woelfle (als Ehefrau des Grafikers Alphons Woelfle ?).[5] Von 1944 sind die letzten Fotoveröffentlichungen von ihr in München bekannt.

Fotografien

Senta Grüning fotografierte Porträts, Landschaftsaufnahmen und weitere Alltagsansichten, sowie Kunstwerke und Theateraufführungen.

Porträts und Ansichten
Kunstwerke
  • Braunschweiger Löwe, um 1940[13]
  • Bildnisse und Skulpturen der Staufer-Könige, um 1940[14]
  • Mutter, Plastik von Ottmar Obermeier, um 1940[15]
  • Plastiken, um 1943[16]
Theaterinszenierungen
  • Heinrich Sauer und Annemarie Rothe in Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare[17]
  • Die armseligen Besenbinder, München 1942

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Grüning (1856–) Baltisches Biographisches Lexikon digital (BBLd)
  2. Luis Trenker, Berge und Heimat, 1933, mit kurzen biographischen Angaben von ihr selbst; zitiert in Ulrich Pohlmann (Bearb.), Frank Eugene. The Dream of Beauty, Ausstellungskatalog, 1995, S. 329 (kurze Auszüge), (das von ihr angegebene Geburtsjahr 1891 könnte einige Jahre zu spät angegeben sein, wie es bei jungen Frauen in dieser Zeit öfter vorkam, sie wäre ansonsten mit 20 Jahren eine recht junge Fotografin)
  3. Adreßbuch für München und Umgebung, 1926, S. 281, 537; auch Adreßbuch der Photographie, 1929, S. 279, 282
  4. Adreßbuch für München und Umgebung, 1930, Teil 3, S. 261, auch S. 314, 362; auch Adreßbuch (für München?), 1938, S. 137 (PDF), als Senta Wölfle
  5. Exlibris für Senta Grüning von Alfons Woelfle Booklooker (unwahrscheinlicher wäre eine Heirat mit einem Verwandten von Alfons Woelfle)
  6. Suche nach Senta Grüning. In: Deutsche Digitale Bibliothek
  7. Suche nach Senta Grüning und Luis Trenker. In: Deutsche Digitale Bibliothek
  8. Senta Grüning Deutsches Literaturarchiv Marbach
  9. Das literarische Echo, 1930, S. 311, mit Abbildung
  10. Otto Schneid 18 8 U.S. Archive (PDF; 2,5 MB), mit handschriftlicher Beschriftung und Foto-Atelier-Stempel von der Herzog-Rudolf-Straße, sie fotografierte mit einer Leika
  11. Westermanns Monatshefte, 151, 1931/1932, S. 588, mit Abnildung
  12. Neue Zeitschrift für Musik, 1933, S. 220
  13. Peter Ulrich Hein, Die Brücke ins Geisterreich. Künstlerische Avvantharde zwischen Kulturkritik und Faschismus, 1992, S. 258 (kurze Auszüge), in einer nationalsozialistischen Publikation
  14. Cola Beaucamp, Die Staufer, 1941 (kurze Auszüge), als Senta Wölfle
  15. Odal. Monatsschrift für Blut und Boden, 2, 1941, S. 685, als Senta Woelfle-Grüning
  16. Die Kunst, 1943, S. 90, 91, 94 (kurze Auszüge), als Senta Grüning (Kinderbüste?); auch Die Kunst, 89, 1944, S. 110, 112, als Senta Woelfle-Grüning
  17. Heinrich Sauer als Oberon UB Frankfurt