Sejm-Gebäudekomplex
Der Gebäudekomplex des Sejm und des Senats der Republik Polen an der Ulica Wiejska im Warschauer Stadtteil Südliche Innenstadt ist seit 1918 Sitz des polnischen Sejm und Senats.
Geschichte
Das Gebäude wurde von 1851 bis 1853 von Antoni Sulimowski und Bolesław Podczaszyński als Mädchenschule des Alexander-Maria-Instituts errichtet. Die Mädchenschule wurde 1915 nach der Besetzung Warschaus durch die Reichswehr im Ersten Weltkrieg geschlossen. Das Gebäude wurde bis zum Kriegsende als Lazarett genutzt. Unmittelbar nach dem Krieg wurde es aufgrund seiner zentralen Lage und großen Räumlichkeiten als Sitz des neuen Parlaments der Zweiten Polnischen Republik ausgewählt. Kazimierz Tołłoczko, Romuald Miller und Tadeusz Szanior wurden mit dem Ausbau des Gebäudes beauftragt. Im Februar 1919 trat hier die Polnische Verfassunggebende Nationalversammlung zusammen und verabschiedete die Kleine Verfassung von 1919. Zwei Jahre später wurde hier die Märzverfassung verabschiedet. 1922 übernahm der Senat den Gebäudeteil G des Komplexes. Kazimierz Skórewicz baute von 1925 bis 1928 den neuen Plenarsaal an, in dem 1935 die Aprilverfassung verabschiedet wurde. Von 1925 bis 1935 wurde das Abgeordnetenhaus angefügt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile des Komplexes zerstört, das Gebäude wurde von der Ordnungspolizei genutzt. Nach dem Krieg wurden die Gebäude von 1946 bis 1947 restauriert, ältere Gebäudeteile aus dem 19. Jahrhundert wurden abgetragen. Im Februar 1947 trat im Plenarsaal wieder der polnische Sejm zusammen. Ab 1948 wurde der Komplex von Bohdan Pniewski ausgebaut. 1952 wurde hier die Verfassung der Volksrepublik Polen angenommen. Von 1986 bis 1995 hatte der Verfassungsgerichtshof seinen Sitz im Gebäude B. 1989 wurde das Neue Abgeordnetenhaus in Betrieb genommen. Nach 1989 zog der wiedererrichtete Senat in das Gebäude A ein.
Literatur
- Marek Czapelski: Gmachy Sejmu i Senatu. Warszawa: Wydawnictwo Sejmowe, 2010. ISBN 978-83-7666-062-2.
Weblinks
Koordinaten: 52° 13′ 31,7″ N, 21° 1′ 42,2″ O