Segelclub Hansa Münster
| SHM e.V. | |
|---|---|
| Name | Segelclub Hansa Münster e. V. |
| Gründung | 1973 |
| Mitglieder | ca. 650 |
| Vorsitzender | Karl-Heinz Kötterheinrich[1] |
| Website | www.segelclub-hansa.de |
Der Segelclub Hansa Münster e. V. (kurz SHM) ist ein Segelverein aus Münster in Nordrhein-Westfalen. Er wurde am 16. Januar 1973 gegründet, zunächst ohne eigenes Segelrevier. Mit über 600 Mitgliedern[2] und rund 50 vereinseigenen Booten gilt er heute als größter Segelverein der Stadt.
Das Clubhaus und der Hafen des Vereins liegen am südwestlichen Ufer des Aasees, gegenüber dem Freilichtmuseum und dem Allwetterzoo, auf der vom Stadtzentrum entfernter gelegenen Seeseite.
Die Clubflotte einschließlich der Privatboote umfasst folgende ca. 20 verschiedene Bootsklassen. Über 50 dieser Jollen und Kielboote sind Vereinseigentum. Der Großteil dient der Segelausbildung, dem Training und dem Freizeitsegeln der Mitglieder, während ein kleiner Teil für den Regattasport und das Leistungssegeln genutzt wird.
Der Vereinsstander zeigt – in den Farben der Bundesrepublik Deutschland, Westfalens, der Stadt Münster und der Hanse – ein gelbes Balkenkreuz, weiß eingefasst auf rotem Grund, mit dem stilisierten Rathaus der Stadt Münster im oberen Feld.
Sportliche Erfolge
Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Segelclub Hansa Münster zahlreiche nationale und internationale Erfolge:
1979: Michael Tiemann und Christoph Hein wurden Deutsche Vizemeister bei der Jugendmeisterschaft in der Piraten-Klasse.
1980: Stephan Hein und Christoph Hein gewannen die Hochschulmeisterschaft der Piraten-Klasse vor Kiel-Schilksee. In den Folgejahren wurden Hochschulmeistertitel in dieser Bootsklasse mehrfach errungen.
1981: Der Verein richtete die Landesmeisterschaft Nordrhein-Westfalen der Piraten-Klasse aus; Sieger wurden Michael Tiemann und Christoph Hein auf dem eigenen See.
1983: Michael Tiemann und Christoph Hein siegten bei der Europameisterschaft der Piraten-Klasse in Kiel-Schilksee und wurden im selben Jahr Internationale Deutsche Vizemeister.
1985: Manuel Stiff und Georg Uekötter erreichten den zweiten Platz bei der Internationalen Dänischen Meisterschaft und den dritten Platz bei der Internationalen Ungarischen Meisterschaft (Piraten-Klasse).
Christoph Hein war ein besonders erfolgreicher Segler im Verein: Er wurde mit wechselnden Steuerleuten zweimal Deutscher Vizemeister, viermal Westfälischer Landesmeister, erhielt sechsmal den Leistungspass des Deutscher Segler‑Verband (DSV) und errang 1983 den Europameistertitel.[3]
Philipp Meurer startete in der Einhandklasse International Moth Class („Motte“) für den Verein bei einer Weltmeisterschaft, einer Europameisterschaft und vier Internationalen Deutschen Meisterschaften.
2004: Kim Selle gewann den Meistertitel bei der Internationalen Tschechischen Meisterschaft. Valentin Kemper wurde Vizemeister bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft am Müggelsee; sein Bruder Florian Kemper wurde Junioren-Europameister sowie Jugend-Vizemeister in der Piraten-Klasse.[4][5]
2007: Franziska Hagemann mit Vorschoter Johann Hensel gewannen den U-17-Meistertitel bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft der Piraten; Jakob von Hausen mit Maja Gnegel belegten den 3. Platz.[6]
2008: Elisabeth Baumgart (mit Vorschoterin Annika Werner) wurde Deutsche Vizemeisterin, Deutsche U-17-Meisterin und Europäische U-18-Meisterin in der Piraten-Klasse und erhielt die Auszeichnung als beste europäische Damencrew.[7][8] Im selben Jahr gewann Florian Kemper (gestartet für den Kieler Yacht‑Club) die Deutsche Meisterschaft der 49er-Klasse[9] und qualifizierte sich damit für die „Meisterschaft der Meister“ der Zeitschrift Yacht; dort belegte er mit seiner Crew Wolf Jeschonnek und Michael Krause den 1. Platz.[10]
2010: Jakob von Hausen zusammen mit Konrad Kuhmann wurden Junioren-Europameister in der Piraten-Klasse.[11]
2012: Julian-Hendrik Matschke startete in der Europe-Klasse bei der Weltmeisterschaft in L’Escala (Spanien).[12]
2013: Christian Baumgart startete in der Laser-Klasse bei der U21 Welt-/Europameisterschaft am Balaton (Ungarn).[13] Im selben Jahr gewann Martin Klüsener mit dem „Team Münster“ auf dem Gardasee das Deutschland-Finale 2013 des BMW Sailing Cup.[14]
2015: Josh Köster mit Vorschoterin Jules Tronquet erreichten den Deutschen Jugend-Vizemeistertitel in der Piraten-Klasse.[15]
2022: Benedikt Otto und Luca Wlecke gewannen den „Kaffee-Preis“ für die größte mitgeführte Menge heißen Kaffees auf einem Boot in der Piraten-Klasse. Max Stiff wurde Deutscher Jugend Meister in der U17 Wertung bei der GIDJM vor dem Olympiahafen von Kiel.
2023: Max Stiff wurde nun Deutscher Jugend Meister (U19) der gesamten Kategorie in der Bucht von Eckernförde.[16] Im selben Jahr erreichte er die Qualifikation für die sogenannten Youth Worlds wo jeweils eine Person pro Land starten darf. Hierbei ersegelte er für Deutschland der 16. Platz.
2024: Max Stiff wurde bei der Junioren Europameisterschaft (U21) 5. Platz in der U19 Wertung, sowie 18. Platz in der Gesamtwertung vor der Bucht von Pollensa auf Mallorca.[17] Max Stiff erreichte den 26. Platz der U19 bei der Junioren WM (U21) in Dun Laoghaire Irland.[18]
2025 (Neuere Erfolge): Der Verein ist mit Teams in der 2. Deutschen Segel-Bundesliga sowie der Deutschen Junioren-Segel-Liga vertreten. Im Finale der 2. DSL sicherte sich das Team des Vereins den 3. Platz.[19][20]
Aktivitäten
Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Förderung des Regattasportes insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Ziel ist die Qualifikation für deutsche Meisterschaften (zum Beispiel Internationale Deutsche Jüngstenmeisterschaft (IDJüM) oder Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM)) sowie für Europa- und Weltmeisterschaften zu erreichen.
Neben Regattaseglern gibt es im Segelclub Hansa auch Freizeitsegler, die mit Jollen den Aasee befahren. Andere Mitglieder sind Fahrtensegler, die in eigenen oder gecharterten Yachten verschiedene Reviere bereisen oder an Atlantiküberquerungen bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) teilnehmen. Regelmäßig werden zudem auf meist abwechselnden Revieren mit Skippern aus dem Verein Flottillentörns für Mitglieder organisiert. Diese Segeltraingsmaßnahmen auf IJsselmeer, Nord- oder Ostsee sowie verschiedenen Mittelmeer-Küsten und auch immer wieder Karibischen Revieren, finden teils nur an verlängerten Wochenenden aber in der Mehrzahl ein und zweiwöchig statt.
Ausbildung
Der SC Hansa bildet für verschiedene Sportbootführerscheine aus. Das fängt mit dem DSV Jüngstenschein für Kinder ab dem siebten Lebensjahr an, geht über das IZA („Internationales Zertifikat A“ = Sportboot Führerschein Binnen unter Segeln/Motor), dann das IZB („Internationales Zertifikat B“ = Sportboot Führerschein See) bis hin zum IZC („Internationales Zertifikat C“ = Sportküstenschifferschein).
Für die praktische Segelausbildung SBF-Binnen werden überwiegend die clubeigenen Schwertzugvögel, aber auch die Polyvalken und C55 eingesetzt. Für die Ausbildung zum Jüngstenschein steht für jedes Kind ein Optimist zur Verfügung.
Auszeichnung für hervorragende Ausbildung zum Segeln[21] durch den DSV beim Deutschen Seglertag 2017 in München.
Seit 2018 Landesleistungsstützpunkt des SVNRW[22].
Ranglistenregatten
Die jährlich vom SHM (so lautet das bei Regatten verwendete Vereinskürzel des Segelclubs Hansa Münster) ausgerichtete Kiepenkerlregatta ist eine Ranglisten- B-Regatta der internationalen Optimisten-Klasse. Die Bockwurst-Challenge wird seit 1998 alljährlich von der Jugendgruppe im SHM organisiert, bei der sich die meist jugendlichen Segler in ihren Piraten messen. 2009 wurde zum ersten Mal der als Ranglistenregatta ausgeschriebene Lasercup der Bootsklassen Laser Standard, Laser Radial und Laser 4.7 gesegelt. An den Regatten nehmen Segler aus ganz Deutschland teil.
Umweltschutz
Dem SC Hansa ist von 1996 bis 2003 die Blaue Flagge vom Deutschen Segler-Verband und der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung für die umweltorientierte Vereinsarbeit verliehen worden. Im Jahr 2000 erhielt er außerdem den Umweltpreis der Stadt Münster.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Vorstand des Segelclub Hansa Münster e.V.
- ↑ Stadtsportbund Münster: Vereinsdatenbank
- ↑ Auszug aus der SHM Chronik zum 25-jährigen Bestehen
- ↑ Ergebnisse der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft der Piraten 2004 (PDF)
- ↑ Meisterschaft der Jugendmeister 2004
- ↑ „Der Hanseat“. Vereinsblatt des SHM. Ausgabe 3/2007 (PDF)
- ↑ Bericht über die Junioreneuropameisterschaft der Piraten 2008
- ↑ Bericht über die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft der Piraten 2008
- ↑ Regattabericht der 49er Klassenvereinigung
- ↑ Bericht der Zeitschrift Yacht über die Meisterschaft der Meister
- ↑ EUROSAF Pirat European Junior Championship 2010
- ↑ Worldchampionship Europe 2012 Spanien (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)
- ↑ European Championship U21 Laser Standard 2013 Ungarn (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)
- ↑ BMW Yachtsport – Deutschlandfinale 2013 ( vom 12. Januar 2014 im Internet Archive)
- ↑ Klassenvereinigung Pirat
- ↑ sensationeller Doppelsieg bei der ILCA-IdJM
- ↑ Wie ein junger Deutscher auf Mallorca zu einem der besten Segler wurde
- ↑ Ergebnisse Junioren WM U21 2024 ILCA 7
- ↑ [ https://www.segelclub-hansa.de/2025/11/06/bundesliga-finale-shm-auf-dem-podium/ Bundesliga-Finale: SHM auf dem Podium]
- ↑ Ergebnisliste Finale 2. Segelbundesliga Berlin
- ↑ http://www.svgwassersport.de/seite/thema/36-vereine-erhielten-auszeichnung-fur-hervorragende-ausbildung
- ↑ https://svnrw.org/leistungssport/landes-leistungs-stuetzpunkte
Koordinaten: 51° 56′ 36″ N, 7° 35′ 54″ O