Schwestern von Maria Stella Matutina
Die Schwestern von Maria Stella Matutina sind seit 2014 eine kontemplative römisch-katholische Frauen-Kongregation, die weltweit vertreten ist. Sie wurde 2014 nach der Spaltung innerhalb der kontemplativen Schwestern vom heiligen Johannes gegründet.
Geschichte
Als bei den kontemplativen Schwestern der Gemeinschaft vom heiligen Johannes sektiererische Verfehlungen und später auch sexueller Missbrauch bekannt werden, ernennt Kardinal Philippe Barbarin im Juni 2009 eine neue Generaloberin als Nachfolgerin von Alix Parmentier. Im November 2009 wird die Gemeinschaft vom Heiligen Stuhl unter die Aufsicht eines apostolischen Kommissars, Jean Bonfils, gestellt. Es kommt zu einer Spaltung zwischen den Schwestern, die diese Ernennung akzeptieren, und einer Mehrheit, die sie ablehnt, angeführt von einflussreichen Ordensschwestern innerhalb der Gemeinschaft, insbesondere Marthe (Louise) Hubac.[1][2][3]
Diese abtrünnigen Schwestern versuchen, eine neue Gemeinschaft im Bistum Saltillo in Mexiko zu gründen, wo sie von Bischof José Raúl Vera López aufgenommen werden, aber der Heilige Stuhl erteilt keine Genehmigung.[2] Am 29. Juni 2012 wird in der Diözese Córdoba eine Vereinigung von Gläubigen mit dem Ziel der Gründung eines religiösen Instituts unter dem Namen „Institut Saint-Jean et Saint-Dominique“ gegründet. Diese Vereinigung wird am 10. Januar 2013 von Kardinal Tarcisio Bertone auf Wunsch von Benedikt XVI. aufgelöst.[4]
Im Jahr 2014 genehmigte der Heilige Stuhl die Gründung einer neuen Gemeinschaft[4][3] im Kloster Trinidad de Bergara in der Diözese San Sebastián in Spanien, das damals von Bischof José Ignacio Munilla Aguirre geleitet wurde,[5][6][7] unter der Bedingung, dass die vier Verantwortlichen der kontemplativen Schwestern von Saint-Jean die Gemeinschaft verlassen (Alix Parmentier, Marthe (Louise) Hubac, Isabelle Hubac und Agnès Godemel).[8][9] Dennoch scheint es, dass sie ihr religiöses Leben innerhalb der neuen Gemeinschaft fortsetzen.[10][11] Alix Parmentier wird vom Primas von Spanien, Braulio Rodriguez Plaza, Erzbischof von Toledo, „mit großem Pomp“ beigesetzt, „im Ordensgewand, was der Vatikan jedoch verboten hatte“.[9]
In Bezug auf diese aufgelöste Gemeinschaft sprach Papst Franziskus am 5. Februar 2019 von der „Versklavung der Frauen durch Geistliche und den Gründer“. Diese Äußerungen wurden am nächsten Tag vom Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls gemildert, der von einer „Manipulation, einer Form des Machtmissbrauchs, der sich auch in sexuellem Missbrauch äußert“ sprach.[12]
Die Schwestern stehen den Brüdern von Verbum Spei nahe, ebenfalls Dissidenten der Gemeinschaft Saint-Jean, die regelmäßig in den Klöstern von Maria Stella Matutina predigen.[13] Wie diese wollen auch sie dem Erbe von Marie-Dominique Philippe, dem Gründer der Gemeinschaft, aus der sie hervorgegangen sind, treu bleiben, trotz der Aufdeckung seines sexuellen Missbrauchs.[2]
Im Jahr 2022 wurde der Sitz der Gemeinschaft in die Diözese Parma verlegt.[14] Im Jahr 2025 zählte die Gemeinschaft 350 Mitglieder.[14]
Charakteristika
Die Schwestern leben kontemplativ, aber ohne strenge Klausur. Nach eigener Definition besteht ihr Charisma aus Gebet, Nächstenliebe, Wahrheitssuche und Handarbeit.
Konvente (Auswahl)
- (deutsch) Schwestern von Maria Stella Matutina
- Senden im Münsterland bzw. Bistum Münster, die Schwestern haben dort 2024 einen ehemaligen Konvent der Klarissen bezogen, das Kloster Sankt Klara.[15]
- Erster Sitz für einige Jahre in Telgte; die Gemeinschaft verließ den Wallfahrtsort 2020 aufgrund Platzmangels.[16]
- Kloster Wonnenstein in der Schweiz, ab Advent 2026[17] Nach mehreren Meldungen hat das Bistum St. Gallen entschieden die Situation neu zu evaluieren.[18]
- (spanisch) Hermanas de Maria Stella Matutina
- (portugiesisch) Irmãs de Maria Stella Matutina
- Aracaju im Bundesstaat Sergipe[21]
- Rio de Janeiro.
- (englisch) Sisters of Mary Morning Star
- Monona, Wisconsin[22]
- Ghent im Lyon County (Minnesota)[23]
- (niederländisch) Zusters van Maria Morgenster
- (polnisch) Siostry Maryi Gwiazdy Porannej
- (französisch) Sœurs de Marie Étoile du Matin
- (italienisch) Sorelle di Maria Stella Matutina[25]
Aufnahmen geistlicher Gesänge
- Hermanas de Maria Stella Matutina: Stella Matutina (CD 2018)
- Hermanas de Maria Stella Matutina: Sois ma lumière (CD 2019)
Weblinks
- Webauftritt der Kongregation, spanisch, englisch, französisch, deutsch und italienisch
- Webauftritt der deutschen Niederlassung in Senden
Einzelnachweise
- ↑ Les Frères de Saint-Jean – Qui sommes-nous? : Scission chez les Sœurs contemplatives. In: freres-saint-jean.org. Abgerufen am 17. April 2023 (französisch, „Gemeinschaft vom heiligen Johannes – Wer sind wir? Spaltung unter den kontemplativen Schwestern“).
- ↑ a b c Mikael Corre: Héritières des frères Philippe : l’incroyable cavale des sœurs de Maria Stella Matutina. In: La Croix. 10. Juli 2023, abgerufen am 10. Juli 2023 (französisch, „Die Erben der Brüder Philippe: Die unglaubliche Flucht der Schwestern von Maria Stella Matutina“).
- ↑ a b Anne-Bénédicte Hoffner: Rome accepte que d’anciennes Sœurs de Saint-Jean créent un nouvel institut. In: La Croix. 3. Juli 2014, abgerufen am 31. Januar 2023 (französisch, „Rom stimmt der Gründung eines neuen Instituts durch ehemalige Schwestern von Heiligen Johannes zu“).
- ↑ a b Commission interdisciplinaire des Frères de Saint-Jean: Comprendre et guérir: Origines et analyses des abus dans la famille Saint-Jean. (pdf; 12 MB) 26. Juni 2023, S. 429, Fn. 3, abgerufen am 26. Juni 2023 (französisch, „Verstehen und heilen: Ursprünge und Analysen des Missbrauchs in der Familie Saint-Jean“).
- ↑ ‘María Stella Matutina’ en el monasterio de Bergara. In: El Diario Vasco. 28. Juli 2014, archiviert vom am 21. Dezember 2025; abgerufen am 21. Dezember 2025 (spanisch, „María Stella Matutina im Kloster von Bergara“).
- ↑ Alvaro Real: Las monjas de Bergara ya son “María Stella Matutina”. In: Aleteia. 29. Juli 2014, abgerufen am 4. Februar 2023 (spanisch, „Die Schwestern von Bergara heißen nun ‚María Stella Matutina‘“).
- ↑ Commission interdisciplinaire des Frères de Saint-Jean: Comprendre et guérir: Origines et analyses des abus dans la famille Saint-Jean. (pdf; 12 MB) 26. Juni 2023, S. 470, abgerufen am 26. Juni 2023 (französisch, „Verstehen und heilen: Ursprünge und Analysen des Missbrauchs in der Familie Saint-Jean“).
- ↑ Notre histoire. (deutsch: Unsere Geschichte). In: Sœurs contemplatives de Saint-Jean. Archiviert vom am 1. April 2023; abgerufen am 17. April 2023 (französisch).
- ↑ a b Mikael Corre: Stella Matutina : comment les dernières fidèles des frères Philippe ont manipulé le Vatican. In: La Croix. 11. Juli 2023, abgerufen am 11. Juli 2023 (französisch, „Stella Matutina: Wie die letzten Getreuen der Brüder Philippe den Vatikan manipulierten“).
- ↑ Focus sur les Sœurs (contemplatives) de Saint-Jean ou Sœurs de Maria Stella Matutina. In: L’envers du décor. 18. Juli 2020, abgerufen am 17. April 2023 (französisch, „Fokus auf die (kontemplativen) Schwestern vom Heiligen Johannes oder Schwestern von Maria Stella Matutina“).
- ↑ Siehe „Les sœurs de "Marie Étoile du matin" continuent de se référer au père Marie-Dominique Philippe et à Alix Parmentier.“ (Comprendre et guérir 2023, Seite 120, Note 5).
- ↑ Jacques Berset: Abus sexuels: la Famille Saint-Jean assure avoir pris des mesures. In: cath.ch. 11. Februar 2019, abgerufen am 23. April 2025 (französisch, „Sexueller Missbrauch: Die Famille Saint-Jean versichert, Maßnahmen ergriffen zu haben“).
- ↑ Marie-Laure Rolland: Fraternité Verbum Spei à Esch: Mission et vieux démons. In: Reporter.lu. 16. November 2021, abgerufen am 6. Januar 2023 (französisch, „Bruderschaft Verbum Spei in Esch: Mission und alte Dämonen“).
- ↑ a b José Beltrán: La Fraternidad Verbum Spei: bajo la lupa vaticana. In: Noticias religiosas de última hora – Vida Nueva. 15. Juli 2025, abgerufen am 3. Oktober 2025 (spanisch, „Die Bruderschaft Verbum Spei: unter der Lupe des Vatikans“).
- ↑ Bischof dankte den Klarissen in Senden. In: Bistum Münster. 25. April 2024, abgerufen am 24. Juni 2024.
- ↑ Pilgerhaus, abgerufen am 9. Oktober 2023.
- ↑ Jacqueline Straub: Das Kloster Wonnenstein bekommt eine neue Gemeinschaft. In: Kath.ch. 1. Dezember 2025 (kath.ch).
- ↑ Barbara Ludwig: Warnungen vor «Maria Stella Matutina»: Bistum St. Gallen «evaluiert die Situation neu». In: Kath.ch. 20. Dezember 2025 (kath.ch [abgerufen am 22. Dezember 2025]).
- ↑ http://divinavocacion.blogspot.com/2014/08/392-hermanas-de-maria-stella-matutina.html
- ↑ https://www.elizagipuzkoa.org/noticias2/hermanas-maria-stella-matutina-quot/
- ↑ https://mariastellamatutinaracaju.webnode.com/sobre-nos/
- ↑ https://cloisteredlife.com/directory/monona
- ↑ https://cloisteredlife.com/directory/ghent
- ↑ https://dommilosierdzia.pl/dziela/siostry-maryi-gwiazdy-porannej/
- ↑ Sorelle di Maria Stella Matutina. Abgerufen am 31. Dezember 2019 (brasilianisches Portugiesisch).