Schwerdtner (Adelsgeschlecht)
Schwerdtner bzw. Schwerdtner-Pomeiske ist eine sächsische, später auch pommerisch-preußische briefadlige Familie.[1] Zweige der Familie bestehen bis heute fort.[2]
Geschichte
Am 31. Juli 1790 wurde der sächsische Premierleutnant und Adjutant im Chevauxlegers-Regiment „Herzog von Kurland“, Jonathan Friedrich Schwerdtner aus Hirschberg im Riesengebirge vom Kurfürst von Sachsen Friedrich August III., der als Reichsvikar handelte, in den Adelsstand gehoben.[3]
Am 26. Januar 1845 erging für Otto Friedrich von Schwerdtner auf Ilkendorf bei Nossen in Sachsen und seine Deszendenten, gebunden an den Besitz des Familienfideikommiss Groß Pomeiske, die königlich preußische Genehmigung zur Namens- und Wappenvereinigung Schwerdtner-Pomeiske.
Achaz von Schwerdtner wurde 1926 durch Nikolaus von Gerlach und seine Ehefrau Ehrengard von Mitzlaff (1876–1958) adoptiert. Dem ausgebildeten Landwirt oblag die Namensführung von Schwerdtner-Mitzlaff und von Gerlach. Er fiel 1945 als Hauptmann d. R.[4]
Besitz
- Ilkendorf 1827ff, Großendorf bis 1945, Groß Pomeiske 1840–1945, Schloss Wendischbora 1930–1945; nach 1990 Wieder-in-Besitznahme der Reste des Rittergutes Wendischbora.
- Rosenhof in Oberissigheim, kam 1963 in Besitz von Ernst von Schwerdtner-Mitzlaff und von Gerlach aus dem Hause Großendorf und seiner Gattin Gabriele, geb. Jeimke-Karge,[5] ausgebaut zum Reiterhof, seit 2002 in zweiter Generation weitergeführt von Alice Knop-von Schwerdtner[6]
Wappen
Das Stammwappen (1790) ist geteilt, oben in Rot ein schreitender goldener Löwe, unten in Grün schrägrechts-aufwärts ein Schwert mit goldenem Griff. Auf dem Helm mit (rechts) rot-goldenen (und links grün-goldenen) Decken ein wachsender, das Schwert schulternder Geharnischter, dessen Helm mit sechs abwechselnd golden und roten Straußenfedern bestückt ist.
Das Wappen (1844) ist geviert, 1 und 4 wie 1790, jedoch die Wappenbilder einwärts gekehrt, 2 (Pomeiske) schräglinks geteilt oben in Silber einen wachsenden natürlichen Hirsch, unten von Blau und Silber in drei Reihen geschacht, 3 wie 2 jedoch schrägrechts geteilt. Zwei Helme, der rechte wie 1790, auf dem linken mit blau-silbernen Decken, drei (blau-silber-blau) Straußenfedern (Pomeiske).
Siehe auch
- Kleiner Kunstführer Kirche Wendischbora mit Wappen
- Wappengruppe Hirsch über Schach
- Liste deutscher Adelsgeschlechter
Literatur
- Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Christoph Franke, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2003, ISBN 978-3-7980-08-31-1, S. 222.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1942. Jg. 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 495–497. Siehe: FamiliySearch.
- Illustrirte Deutsche Adelsrolle des neunzehnten Jahrhunderts. 2. Lieferung, Ernst Schäfer, Leipzig 1858–1860, S. 83
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1918. Jg. 12, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 811–813.
- Otto Titan von Hefner: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch. Band 2, 3. Ausgabe, Bauer & Raspe Emil Küster, Nürnberg 1857, S. 47–48.
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Ludwig Rauh, Berlin 1856, S. 427.
Einzelnachweise
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1918. (Schwerdtner/Schwerdtner-Pomeiske. Nr. Jonathan Friedrich Schwerdtner 31. Juli 1790). Zwölfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 811–813.
- ↑ Vgl.: Genealogisches Handbuch des Adels (AB/Uradel-Briefadel), Band XXII, Band 115 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Christoph Franke, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1998. ISSN 0435-2408.
- ↑ Friedrich de La Motte Fouqué: Zeitung für den Deutschen Adel. Dritter Jahrgang, №. 32., Erstes Semester, Hrsg. E. L. F. W. G. von Alvensleben, B. G. H. Schmidt, Leipzig/Nordhausen, Mittwoch, den 20. April 1842, S. 157 (9.)
- ↑ Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adel. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1968, S. 311.
- ↑ Schleppjagdverein Vogelsbergmeute e.V.: Nachruf auf Ernst Fritz-Leo von Schwerdtner-Mitzlaff und von Gerlach. Abgerufen am 22. September 2022.
- ↑ Rosenhof (Hrsg.): Rosenhof. Abgerufen am 22. September 2022.