Schweizerischer Gewerkschaftsbund
| Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB) | |
|---|---|
| Rechtsform | Verein |
| Gründung | 7. November 1880 |
| Sitz | Bern, Schweiz |
| Zweck | Dachverband, Gewerkschaft |
| Vorsitz | Pierre-Yves Maillard[1] |
| Mitglieder | 315'790 (2023)[2] |
| Website | www.sgb.ch |
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB, französisch Union syndicale suisse, italienisch Unione sindacale svizzera) ist die grösste Arbeitnehmerorganisation der Schweiz. Er ist der Dachverband von 20 Einzelgewerkschaften, die insgesamt rund 316’000 Mitglieder vertreten.[3] Der Gewerkschaftsbund wurde 1880 im Bahnhofbuffet Olten gegründet.
Präsident ist der sozialdemokratische Ständerat Pierre-Yves Maillard, Vizepräsidentin ist Vania Alleva. Ein Posten als Vizepräsident oder Vizepräsidentin ist derzeit vakant.
Der SGB ist Mitglied des Internationalen Gewerkschaftsbundes und des Europäischen Gewerkschaftsbundes.[4]
Politische Ziele
- Vollbeschäftigung
Die Wirtschaftspolitik soll Vollbeschäftigung zum Ziel haben. Darin inbegriffen ist nicht nur das Recht auf Arbeit, sondern auch das Recht auf eine Berufsausbildung. Arbeitslose, Ausgesteuerte und Sozialhilfeempfänger sollen möglichst rasch wieder in die Erwerbswelt integriert werden.
- Faire Löhne
Am 25. Januar 2011 lancierte der Schweizerische Gewerkschaftsbund die Mindestlohn-Initiative.[5] Die Initiative will alle Löhne über Mindestlöhne schützen. Sie wollte einen untersten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde vor (für das Jahr 2011). Am 18. Mai 2014 wurde die Initiative vom Stimmvolk abgelehnt.[6] Kantonale Mindestlohn-Initiativen hingegen waren häufiger erfolgreich. So existieren kantonale Mindestlöhne aktuell in fünf Kantonen und drei Städten, wenn auch zum Teil noch juristisch umstritten.[7]
Die kollektiven Lohnverhandlungen u. a. für einen branchen- oder unternehmensbezogenen Gesamtarbeitsvertrag führen die im Schweizerischen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossenen Mitgliedsverbände, je nach Situation auch zusammen mit weiteren Arbeitnehmendenvertretungen.
Neben den kollektiven Arbeitsverträgen spielt in der Schweiz der individuelle Arbeitsvertrag eine grosse Rolle. Von den ca. 5,3 Mio. Stellen in der Schweiz unterstehen knapp 2 Mio. einem Gesamtarbeitsvertrag (Stand: 2021).[8][9] Beschäftigte mit individuellen Arbeitsverträgen unterstützt der Schweizerische Gewerkschaftsbund mit seinem Lohnrechner.[10] Dieser berechnet auf Basis von Nutzereingaben zum Profil die üblichen Löhne für dieses Profil in der jeweiligen Region. Datengrundlage sind die offiziellen Daten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik.[11] Der Gewerkschaftsbund sieht darin einen Beitrag gegen Lohndiskriminierung, weil der Lohnrechner es ermöglicht den Vergleich mit den üblichen Löhnen herzustellen und insbesondere Frauen helfe, eine mögliche Unterbezahlung zu erkennen.[12] Auch bei langjährig Beschäftigten soll eine Überprüfung des Lohns helfen, bestehende Lohnrückstände zu beseitigen.[13]
- Bessere Arbeitsbedingungen
Die gesetzlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeiten (50 Stunden/Woche) sollen reduziert, die Überstunden begrenzt und die Arbeitszeit somit planbarer werden. Weiter sollen die Kontrollen gegen Missbrauch bei Temporärarbeit verstärkt und der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden verbessert werden.
- Gute Renten
Wer ein Leben lang gearbeitet hat, verdiene eine gute Rente. «Doch die AHV-Renten sind zu tief und die Renten aus den Pensionskassen brechen ein. Gleichzeitig steigen Mieten und Krankenkassenprämien. Da bleibt immer weniger zum Leben übrig. Besonders gross ist der Rentenrückstand bei den Frauen. In der Schweiz hat es genug Geld für anständige Renten – nicht nur für die Top-Verdiener.» Mit dieser Begründung initiierte der Schweizerische Gewerkschaftsbund die «Initiative für eine 13. AHV-Rente».[14] Die SGB-Initiative wurde in der Volksabstimmung vom 3. März 2024 angenommen; im Dezember 2026 soll die 13. AHV-Rente erstmals ausbezahlt werden.[15]
- Chancengleichheit
Der Zugang zur Erwerbswelt und die Karrieremöglichkeiten sollen nicht abhängig sein von Herkunft oder Geschlecht einer Person. Durch kostenlose und flächendeckende Tagesschulen und einen Elternurlaub soll Frauen ein gleichberechtigter Zugang zur Arbeitswelt ermöglicht werden.
- Soziale Sicherheit für alle
Die Sozialversicherungen sollen erhalten und wo nötig ausgebaut werden. Am Kongress vom 5. und 6. November 2010 stellte der SGB das Modell AHVplus vor, das die Rentenlücke bei tiefen Einkommen schliessen sollte.[16] Während das Leistungsziel bisher eine Ersatzquote von 60 % des letzten Einkommens vorsah, soll dieses Leistungsziel für die Altersvorsorge künftig nach Einkommen differenziert werden. Für Einkommen unter 5000 Franken fordert der SGB eine Ersatzquote von 80 %, erst ab einem Einkommen von mehr als 7000 Franken pro Monat soll die Ersatzquote wie bisher 60 % betragen. So soll sichergestellt werden, dass die Rente auch für tiefere Einkommen ein würdiges Leben im Ruhestand ermöglicht. Weiter soll ein flexibler Altersrücktritt mit 62 für alle möglich sein.
- Starker Service public
Die staatliche Grundversorgung – wie Bildung, Gesundheit, öffentlicher Verkehr, Post usw. – soll nicht weiter privatisiert und liberalisiert werden. Der Staat soll dafür sorgen, dass alle Menschen in der Schweiz einen direkten und kostengünstigen Zugang zu seinen Dienstleistungen haben. Weiter soll er für vorbildliche Arbeitsbedingungen besorgt sein.
- Gleichstellung von Mann und Frau
Der SGB setzt sich für den Schutz vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ein. Dazu gehört die Verwirklichung der Lohngleichheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine gerechte Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit. Aktiv war der SGB unter anderem in der Organisation einer Grosskundgebung zur Lohngleichheit am 22. September 2018 in Bern[17] sowie als einer der Hauptakteure beim Frauenstreik am 14. Juni 2019, bei dem der SGB unter dem Slogan «Lohn. Zeit. Respekt» u. a. Mindestlöhne von 4000 Franken, Investitionen in Betreuungsangebote, Lohnanalysen- und Kontrollen als Mittel gegen Lohndiskriminierung sowie verstärktes Engagement gegen Sexismus und Belästigung am Arbeitsplatz[18] forderte.
Präsidenten
- 1884–1886: Ludwig Witt
- 1886–1886: Johann Kappes
- 1886–1888: Ludwig Witt
- 1888–1888: Albert Spiess
- 1888–1890: Georg Preiss
- 1890–1891: Rudolf Morf
- 1891–1893: Conrad Conzett
- 1893–1894: Eduard Hungerbühler
- 1894–1896: Eduard Keel
- 1896–1898: Lienhard Boksberger
- 1898–1900: Alois Kessler
- 1900–1902: Heinrich Schnetzler
- 1902–1903: Niklaus Bill
- 1903–1908: Karl Zingg
- 1909–1912: Emil Ryser
- 1912–1934: Oskar Schneeberger
- 1934–1953: Robert Bratschi
- 1954–1958: Arthur Steiner
- 1958–1968: Hermann Leuenberger
- 1969–1973: Ernst Wütrich
- 1973–1978: Ezio Canonica
- 1978–1982: Richard Müller
- 1982–1990: Fritz Reimann
- 1990–1994: Walter Renschler
- 1994–1998: Christiane Brunner und Vasco Pedrina
- 1998–2019: Paul Rechsteiner
- seit 2019: Pierre-Yves Maillard
Mitglieder
Folgende Gewerkschaften bilden den SGB:
Vollmitglieder
| Gewerkschaft | Abkürzung |
|---|---|
| Unia | Unia |
| Gewerkschaft des Verkehrspersonals | SEV |
| Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste | VPOD |
| Syndicom | Syndicom |
| Personalverband des Bundes | PVB |
| Schweizerischer Bankpersonalverband | SBPV |
| Avenir Social | Avenir Social |
| Schweizer Syndikat Medienschaffender | SSM |
| Garanto (Gewerkschaft Zoll- und Grenzwachtpersonals) | Garanto |
| Schweizerischer Musikpädagogischer Verband | SMPV |
| Kapers (Vereinigung des Kabinenpersonals) | Kapers |
| EasyJet Switzerland Pilots Association | ESPA |
| Helvetica Swiss Controllers Association | USDAM |
| Schweizerischer Musikerverband | SMV |
| Nautilus International | Nautilus |
| New Wood | ESPA |
| Société pédagogique vaudoise | SPV |
Gewerkschaften mit besonderem Status
- Assoziierte Mitglieder: Szene Schweiz, Syndicat interprofessionnel de travailleuses et travailleurs (SIT)
- Mitglieder im Beobachterstatus: Zentralverband Öffentliches Personal Schweiz (ZV), Impressum, Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner
Historische Mitglieder
- Verband schweizerischer Arbeiterinnenvereine (1904–1908)
- Schweizerischer Typographenbund (STB), Fusion zur GDP 1980
- Schweizerischer Buchbinder- und Kartonagerverband (SBKV), Fusion zur GDP 1980
- Verband der Bekleidungs-, Leder- und Ausrüstungsarbeiter der Schweiz (VBLA), Fusion mit dem Smuv 1992
- Gewerkschaft Bau und Holz (GBH), Fusion zur GBI 1993
- Gewerkschaft Textil, Chemie, Papier (GTCP), Fusion zur GBI 1993
- Schweizerischer Coiffeurpersonal-Verband (SCPV), Fusion mit dem VHTL 1998
- Verband Schweizerischer Postbeamtinnen und Postbeamte (VSPB), Fusion zur GeKo 1998
- Schweizerischer Posthalterveband (SPV), Fusion zur GeKo 1998
- Verband schweizerischer Telegraphen- und Telephonbeamter (VSTTB), Fusion zur GeKo 1998
- PTT-Union, Fusion zur GeKo 1998
- Schweizerischen Lithographenbund (SLB), Fusion zur Comedia 1998
- Gewerkschaft Druck und Papier (GDP), Fusion zur Comedia 1998
- Schweizerische Journalistinnen- und Journalisten-Union (SJU), Fusion zur Comedia 1998
- Verband des Schweizerischen Zollpersonals (VSZP), Fusion zu garaNto 2001
- Verband Schweizerischer Zollbeamter (VSZB), Fusion zu garaNto 2001
- Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI), Fusion zur Unia 2004
- Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen (Smuv), Fusion zur Unia 2004
- Gewerkschaft Verkauf Handel Transport Lebensmittel (VHTL), Fusion zur Unia 2004
- Die Dienstleistungsgewerkschaft (unia), Fusion zur Unia 2004
- Gewerkschaftliche Bewegung für Arbeit und Gerechtigkeit (GEWAG), Auflösung 2005
- Schweizerischer Berufsverband Soziale Arbeit (SBS), Fusion zu AvenirSocial 2005
- Schweizerischer Verband Seidenbeuteltuchweber (SVSW), Auflösung 2008
- Die On-Line-Gewerkschaft (//syndikat), Auflösung 2009
- Gewerkschaft Kommunikation (GeKo), Fusion zur Syndicom 2010
- Die Mediengewerkschaft (Comedia), Fusion zur Syndicom 2010
Geschichte
Der 1888 gegründete Gewerkschaftsbund bestand zunächst vorwiegend aus einem Gemisch von Fachvereinen, Einzelsektionen und mehreren Berufsarten umfassenden Gewerkschaften. Die gemeinsame Basis bildete die sozialdemokratische Grundlage. Dies im Gegensatz zum Grütliverein, der eher kleinbürgerlich ausgerichtet war.[19] Die ersten Metallarbeitergewerkschaften in der Schweiz entstanden aus den sogenannten Gesellenkrankenkassen der damaligen Zeit. Dies mit dem ausschliesslichen Zweck der gegenseitigen Unterstützung in Krankheits- und Notfällen. Bald aber genügte der enge Rahmen nicht mehr: „Die Entwicklung drängte dann die Gewerkschaften immer mehr auf den eigentlichen Boden ihrer Aufgabe: auf die Mitbestimmung bei Gestaltung der Arbeitsverhältnisse.“[20] Von 1934 bis 1953 präsidierte Robert Bratschi den SBG. Er setzte sich sowohl für den Ausbau des Tarif- und des Gesamtarbeitsvertrag wie auch für eine Verständigung mit den Arbeitgebern ein. So kam es im Sommer 1937 zum sog. Friedensabkommen zwischen dem SMUV und dem Verband Schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller; einer Wegmarke in der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Schweiz. Ebenfalls im Jahr 1937 unterbreitete der SGB dem Schweizer Bundesrat Vorschläge für Vorkehrungen, die im Gesetz vom 1. April 1938 zur „Sicherung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern“ für den Fall eines neuen Krieges oder der Absperrung des Landes weitgehend Berücksichtigung fanden. 1939, noch vor Kriegsausbruch, sorgte der SGB mit seinem Vorstoss beim Bundesrat für einen Lohnersatz für Wehrmänner. Dieser wurde während des Zweiten Weltkrieges wiederholt erhöht. Dies war dem SGB ein grosses Anliegen. Ansonsten drohten seiner Ansicht nach den Wehrdienstpflichtigen wieder dieselben empfindlichen finanziellen Nachteile wie im Ersten Weltkrieg.[21]
Es herrschte zwischen den Schweizer Gewerkschaften in den Jahrzehnten nach der SGB-Gründung immer wieder Uneinigkeit darüber, welche Strategien zur gesetzlichen Regulierung resp. Verbesserungen der Arbeitsbedingen am vielversprechendsten seien. Die Spitze der SGB-Gewerkschaft SMUV setzte z. B. lange Zeit auf die gewerkschaftliche Vertragspolitik. Noch in den 1940er Jahren war der SMUV deshalb gegen eine umfassende AHV auf Bundesebene. In den 1950er-Jahren entbrannte innerhalb des SGB ein politischer Streit über die Frage, ob man eine Volksinitiative des Landesring der Unabhängigen, LdU, für eine Reduktion der Arbeitszeit unterstützen solle. Die Mehrheit des damaligen Bundeskomitees des SGB lehnte die Unterstützung ab. Federführend für die Ablehnung war einmal mehr der SMUV gewesen, wohingegen VPOD und GBH die Arbeitszeitinitiative unterstützen wollten.[22]
Der SGB als Dachorganisation und seine Verbände erlebten in der Hochkonjunktur der 1960er-Jahre eine Zeit der Blüte. Das Aushandeln von Fortschritten in Form von höheren Löhnen gelang zur Zufriedenheit aller Beteiligten und die Mitgliederzahl nahm stetig zu. Das sollte sich mit der Krise der Mitte-70er Jahre ändern. Die Industrie schrumpfte, die Dienstleistungsbranche wuchs. Dort aber waren die Gewerkschaften kaum präsent, der Erhalt oder gar ein Zuwachs der Mitgliederzahlen und damit die Stärke der Gewerkschaft war gefährdet. Im SGB führte dies zu ersten Diskussionen darüber, wie sich die Verbände in Zukunft dieser Herausforderung stellen könnten, um an Einfluss zu gewinnen. Zum ersten Mal war die Rede von neuen Multi-Branchen-Verbänden. Bisher hatten verschiedene Branchenverbände und einige wenige Multibranchen-Verbände (SMUV, GBH, VHTL) die Landschaft des SGB geprägt. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad (inkl. christlicher Verbände wie CNG) in der Schweiz war zwar mit rund 30 % bei den Werktätigen im europäischen Vergleich nie sonderlich hoch gewesen. Dennoch begann man sich im SGB über eine neue Ausrichtung Gedanken zu machen, die auch eine allfällige neue Aufstellung der einzelnen Verbände bedingte. Dank der guten Konjunktur der 1980er Jahre geriet dieses Vorhaben allerdings wieder tendenziell in Vergessenheit; es überlebte die alte Verbandsstrukur.[23]
Einen entscheidenden Wendepunkt stellten die 1990er-Jahre dar, eine Zeit, in der die Schweizer Wirtschaft von starken Krisen resp. einer Rezession geprägt war. Der damalige Chefökonom des SGB, Beat Kappeler, opponierte gegen ein von der damaligen Gewerkschaft GBH im Frühling 1992 eingebrachtes Konjunkturförderungsprogramm. Seine einer klassisch neoliberalen Logik folgende Begründung war, dass solche Programm prozyklisch wirkten und daher abzulehnen seien. Damit drang Kappeler jedoch nicht durch, wenig später verliess er den SGB. Sein Weggang Mitte 1992 ermöglichte einen dauerhaften Wechsel in der SGB-Wirtschaftspolitik.[24] Von 1993 bis 2007 war der Volkswirtschaftler und Konjunkturforscher Serge Gaillard als geschäftsführender Sekretär und Leiter SGB-Zentralsekretariat neu verantwortlich für die gewerkschaftliche Wirtschaftspolitik. Ab 1998 war er Mitglied im Bankrat der schweizerischen Nationalbank (SNB). Als Gewerkschaftspolitiker und Chefökonom des SGB stellte sich Gaillard dem „Laissez-faire“ des Neoliberalismus entschieden entgegen. Die Gewerkschaften und ihre Bündnispartner (SP, z. T. auch CVP) setzten und propagierten in der Folge neue politische Schwerpunkte: keinen weiteren Abbau des Service publique, Mindestlöhne, Ausbau der Arbeitslosenversicherung. Der SGB konnte seine Ansicht, dass gerade in Krisenzeiten nicht bei den Sozialversicherungen gespart werden dürfe, zu grossen Teilen erfolgreich verteidigten.[25]
Siehe auch
Literatur
- Valérie Boillat, Bernard Degen, Elisabeth Joris, Stefan Keller, Albert Tanner, Rolf Zimmermann (Hrsg.): Vom Wert der Arbeit. Schweizer Gewerkschaften – Geschichte und Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 2006, ISBN 3-85869-323-5.
Weblinks
- Archiv des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes in den Findmitteln des Schweizerischen Sozialarchivs
- Offizielle Website
- Bernard Degen: Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Beschreibung und Dokumente des Bestandes Schweizerischer Gewerkschaftsbund bei der Schweizerischen Nationalphonothek
Einzelnachweise
- ↑ Pierre-Yves Maillard ist neuer SGB-Präsident. SGB, 1. Dezember 2018.
- ↑ Dossier 165: Zur Mitgliederentwicklung der Gewerkschaften im Jahr 2023. In: sgb.ch. 13. Dezember 2024, abgerufen am 13. Juli 2025.
- ↑ Schweizerischer Gewerkschaftsbund: Dossier 165: Zur Mitgliederentwicklung der Gewerkschaften im Jahr 2023. 13. Dezember 2024, abgerufen am 13. Juli 2025.
- ↑ Liste der nationalen Mitgliedsverbände im EGB, abgerufen am 23. Mai 2018
- ↑ mindestlohn-initiative.ch ( vom 15. Februar 2011 im Internet Archive)
- ↑ Eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz fairer Löhne (Mindestlohn-Initiative)». Schweizerische Bundeskanzlei, 18. Mai 2014.
- ↑ Mindestlöhne in der Schweiz. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Beschäftigungsstatistik (BESTA). Bundesamt für Statistik, 24.11.2025.
- ↑ Gesamtarbeitsverträge (GAV) mit normativen Bestimmungen: Anzahl unterstellte Arbeitnehmende. Bundesamt für Statistik, 28.01.2025.
- ↑ Lohnrechner. Abgerufen am 13. Januar 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Wie der Lohnrechner übliche Löhne berechnet - die Methode. Abgerufen am 13. Januar 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Schweizerischer Gewerkschaftsbund: Mit Transparenz für höhere Löhne. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Blick: So viel solltest du verdienen. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ AHVx13 – Unsere Arbeit verdient gute Renten. Abgerufen am 7. April 2021 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ ahv/iv.ch, [1]
- ↑ Bessere Renten – AHVplus. ( des vom 29. Juni 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., SGB, 11. Mai 2012 (Medienmitteilung), abgerufen am 29. Juni 2018
- ↑ Nationale Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung #ENOUGH18. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juli 2019; abgerufen am 14. August 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Lohn. Zeit. Respekt. – Frauen*streik gegen die Einkommenslücke. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2019; abgerufen am 14. August 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Robert Grimm: Die Geschichte der Schweiz in ihren Klassenkämpfen, Limmat Verlag Zürich, 1976, S. 390; (basierend auf dem unveränderten Nachdruck der 1920 erschienenen Ausgabe, ergänzt mit einem Vorwort von Felix Müller).
- ↑ Peter Bratschi (Politiker): „Schweizerischer Metall- und Uhrenarbeiterverband“, in: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund 1880/1930. Mit Beiträgen der Geschichte der einzelnen Verbände, von Friedrich Heeb, (Hg.), Verlag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Bern 1930, Druck der Genossenschaftsdruckerei Zürich, S. 423
- ↑ Paul Schmid-Ammann: Die Wahrheit über dem Generalstreik von 1918. Seine Ursachen, sein Verlauf, seine Folgen, Conzett & Huber, Zürich 1986, S. 393/394
- ↑ Nico Lutz: „Motor in politischen Kampagnen“, in: Unia (Hg.), Gewerkschaft in Bewegung, 10 Jahre Unia, Rotpunktverlag Zürich 2014,[2], S. 74
- ↑ Andreas Rieger: „Gewerkschaftslandschaft umgepflügt“, in: Unia (Hg.), Gewerkschaft in Bewegung, 10 Jahre Unia, Rotpunktverlag Zürich 2014, [3], S. 12/13
- ↑ Vasco Pedrina/Hans Schäppi (Hg.): Die grosse Wende in der Gewerkschaftsbewegung. Gewerkschaft Bau & Industrie und die Neuausrichtung der Gewerkschaften in den Neunzigerjahren, Rotpunktverlag, Zürich 2011, S. 72.
- ↑ SGB, „Feierabendgespräche mit Paul Rechsteiner“, (2018) S. 66/67, [4]