Schweizer Bobbahn (Europa-Park)

Schweizer Bobbahn
Daten
Standort Europa-Park
(Rust, Deutschland)
Typ StahlBob
Modell Bobbahn
Antriebsart Kettenlifthill
Hersteller Mack Rides
Eröffnung 1985
Länge 500 m
Höhe 20 m
max. Gefälle max. 35°
max. Querneigung 70°
max. Geschwindigkeit 50 km/h
max. Beschleunigung 3g
Fahrtzeit 1:45 min
Kapazität 1100 Personen pro Stunde
Züge 5 Züge, 6 Wagen/Zug, 2 Sitzreihen/Wagen, 1 Sitzplatz/Sitzreihe
Inversionen 0
Themenbereich Schweiz
Thematisierung Bobsport

Die Schweizer Bobbahn im Europa-Park in Rust ist eine Stahlachterbahn vom Typ Bobbahn des Herstellers Mack Rides. Sie befindet sich im Schweizer Themenbereich des Parks. Die Achterbahn wurde 1985 eröffnet und war der Prototyp dieser Bauart des Herstellers. Damit war sie die erste stählerne Bob-Achterbahn mit mehreren Wagen pro Zug und ist aktuell die älteste Bobbahn der Welt.

Anders als andere Achterbahnen fahren Bobbahnen weitgehend nicht schienengebunden, sondern in einer Rinne, welche hier als Eiskanal thematisiert ist. Das Fahrgefühl ist deshalb auch ein anderes, die Züge schwingen je nach Beladung mehr oder weniger in den Kurven zur Seite aus, was ein deutliches Schlingern erzeugt. Durch die Länge und Vielgliedrigkeit des Zuges wird dies aber weniger wahrgenommen als bei ähnlichen Anlagen anderer Hersteller, die eingliedrige Wagen benutzen. In den Bremsen, auf dem Lifthill und in der Station wird der Zug auf Schienen geführt. Zur Einfädelung sind vor diesen Streckenabschnitten besondere Elemente platziert.

Als Antrieb wird ein Kettenlift benutzt, der die Züge auf den 20 Meter hohen Lifthill befördert. Um die Kapazität von maximal 1100 Personen pro Stunde zu erreichen, können, gesichert durch ein Blocksystem mit Blockbremsen, immer mehrere Züge gleichzeitig die Strecke befahren. Als Bremsen werden klassische Backenbremsen eingesetzt.

Geschichte

Einige wenige Bob-Achterbahnen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Holzrinnen gefertigt (siehe: Flying Turns). In den frühen 1980er Jahren wurden erstmals Bahnen aus Stahlrohren eröffnet, allerdings mit eingliedrigen Wagen („Bobs“) statt den bei Achterbahnen üblichen Zügen. Die Schweizer Bobbahn eröffnete 1985 als Bobbahn mit mehrgliedrigen Zügen zeitgleich mit der Achterbahn Bobbaan im Efteling, welche eingliedrige Wagen betrieb. Der Europapark bewarb die Schweizer Bobbahn in diesem Zusammenhang zum Teil als „Weltneuheit“.

Bei der Eröffnung der Achterbahn besaß diese eine deutlich spärlichere Thematisierung – bis auf das Stations- und Bremsgebäude standen keine weiteren Gebäude um die Bahn herum. Seit 1993 fährt die Bahn um und über einen Nachbau des Schweizer Bergdorfs Chandolin. Dazu wurde die zweite Helix der Bahn dichter an die erste heran versetzt und ein deutlich verlängerter Bremsweg mit einer langsameren Rechtskurve gebaut. Auch der First Drop der Bahn musste etwas flacher neu gebaut werden.

Seit der Schließung der Achterbahn La Vibora des Konkurrenzherstellers Intamin, welche 1984 eröffnete, ist die Schweizer Bobbahn sowohl die älteste, als auch die am längsten betriebene Bobbahn der Welt.

Züge

Die Schweizer Bobbahn besitzt fünf Züge mit jeweils sechs Wagen, wobei jedoch im regulären Betrieb nur maximal vier Züge eingesetzt werden können. In jedem Wagen können zwei Personen hintereinander (zwei Reihen à einer Person) Platz nehmen. Die Wagen sind wie Bobschlitten aus dem Bobsport gestaltet, wobei jeder Zug eine andere Farbe hat und Flaggen einer anderen Nation trägt.

Folgende Züge existieren:

  • „Schweiz 1“ (rot-silber)
  • „Schweiz 2“ (rot-weiß)
  • „Deutschland“ (grün-silber)
  • „Italia“ (silber-gold)
  • „France“ (blau-silber)

Die Züge können im letzten Bremsgebäude in einem drehbaren Gleis geparkt werden, welches sich auf recht ungewöhnliche Art um die eigene Achse kippen kann – solange die Züge am Gleis befestigt sind. Seit 1993 besteht auch ein Wechselgleis im erweiterten Bremsbereich.

Commons: Schweizer Bobbahn (Europa-Park) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 15′ 59,7″ N, 7° 43′ 16,3″ O