Schwebebahnprojekt für Berlin

Gesundbrunnen–Britzer Grenze
Streckenlänge:11,9 km
Gesundbrunnen
Lortzingstraße
Bernauer Straße
Invalidenstraße
Rosenthaler Tor
Schönhauser Tor
Alexanderplatz
Jannowitzbrücke
Schmidstraße
Moritzplatz
Prinzenstraße
Grimmstraße
Hermannplatz
Amtsgericht
Hohenzollernplatz
Rixdorf
Britzer Grenze

Das Schwebebahnprojekt für Berlin war das Vorhaben der Continentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch in der deutschen Hauptstadt eine einschienige Hängebahn nach dem Vorbild der Wuppertaler Schwebebahn zu bauen. Nachdem die Anlage im Wuppertal 1901 erfolgreich in Betrieb ging, schlug deren Betreibergesellschaft im Jahr 1902 dem Magistrat von Berlin vor, eine 11,9 Kilometer lange Nord-Süd-Schwebebahn mit 17 Haltestellen vom Bahnhof Gesundbrunnen nach Britz zu errichten.

Die geplante Trasse sollte durch die Brunnen- und Lothringer Straße, das Scheunenviertel, die Kaiser-Wilhelm-, Dircksen-, Neue Ufer-, Ohm-, Neander-, Prinzen-, Lade-, Wilms-, Dieffenbach-Straße, dann über den Hohenstaufenplatz, den Kottbusser Damm, den Hermannplatz sowie schließlich durch die Berliner- und Berg-Straße bis zur Britzer Grenze führen. Die Querung der Spree war nächst der Jannowitzbrücke vorgesehen. In der Brunnenstraße wurde, nördlich des Rosenthaler Platzes, im Herbst 1906 zu Vorführzwecken eigens eine 42 Meter lange Probestrecke errichtet. Ihre drei verschiedenen eisernen Mittelstützen gestalteten die Architekten Alfred Grenander, Sepp Kaiser und Bruno Möhring. Die gesamte Schwebebahn hätte auf 800 Stützen geruht. Der Bau war mit 36 Millionen Mark veranschlagt und sollte bis 1911 vollendet sein.

Doch blieb das Vorhaben trotz Erreichens einer gewissen Planungstiefe erfolglos. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung standen dem Vorhaben skeptisch gegenüber, vor allem befürchtete man eine Verschandelung der zu durchfahrenden Straßenzüge. Letztlich war es Kaiser Wilhelm II. höchstselbst, der – über die Entscheidung des Magistrats hinweg – mit seiner Anordnung „Drunter durch, nicht drüber (hin)weg!“ 1908 den Bau einer Schwebebahn in der Hauptstadt endgültig verhinderte und der U-Bahn den Vorzug gab.[1][2] Die AEG hatte daraufhin bereits 1907 alternativ den Plan einer klassischen U-Bahn vorgelegt, die aber erst 1928 in Betrieb ging – die heutige Linie U8. Die Schwebebahn-Probestrecke in der Brunnenstraße wiederum wurde 1913 abgebaut.

Einzelnachweise

  1. M. V. S. Import: Wuppertaler Schwebebahn eröffnet. 16. Januar 2002, abgerufen am 21. Mai 2025.
  2. Michael Mälicke: Das Wupper-Tal – Schrittmacher im öffentlichen Personennahverkehr. In: Wuppertaler Stadtwerke (Hrsg.): Die Wuppertaler Schwebebahn. 2. Auflage. Wuppertaler Stadtwerke, Wuppertal 1998, S. 9–22.