Schwarzzügelibis

Schwarzzügelibis

Schwarzzügelibisse

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Pelecaniformes
Familie: Ibisse und Löffler (Threskiornithidae)
Gattung: Theristicus
Art: Schwarzzügelibis
Wissenschaftlicher Name
Theristicus melanopis
(Gmelin, JF, 1789)

Der Schwarzzügelibis (Theristicus melanopis), auch Brillenibis genannt, ist ein südamerikanischer Vogel aus der Familie der Ibisse und Löffler. Der Schwarzzügelibis ist recht häufig im südlichen Chile und Argentinien, selten in Nordchile, Ecuador, Bolivien und Peru. Nach IUCN gibt es weltweit 25.000 bis 100.000 Tiere, die Art ist als nicht bedroht (engl. least concern) eingestuft (Stand 2025).

Unterarten

Früher wurden die Unterarten anerkannt:[1]

  • Th. m. branickii (Berlepsch & Stolzmann, 1894)[2]
  • Th. m. melanopis (Gmelin, JF, 1789)[3]

Heute wird der Andenibis (Theristicus branickii) als eigene Art betrachtet.

Aussehen

Der Schwarzzügelibis erreicht eine Körperlänge (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) von 71 bis 76 Zentimeter. Kopf, Hals und Brust sind braun, die Flügel grau, Bauch und Schwanz schwarz. Der nach unten gekrümmte Schnabel ist dunkelgrau, das Auge ist umrahmt von einem schwarzen Gesichtsfeld. Auch an der Kehle, direkt unter dem Schnabel ist ein schwarzes Feld sichtbar. Zusammen bilden sie den namensgebenden „Zügel“. Die kräftigen Beine sind dunkelrot. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zum ansonsten ähnlichen Weißhalsibisses ist das Fehlen der Weißfärbung am Flügel. Im Gegensatz zu vielen anderen Ibissen hat er keine langen Schopffedern. Es gibt keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus.

Lebensraum

Der Schwarzzügelibis bevorzugt offenes Grasland, Weiden, Felder und offene Wälder, ist aber auch in Feuchtgebieten und an Tümpeln und Flüssen zu finden.

Ernährung

Die Nahrung des Schwarzzügelibis besteht aus Insekten und deren Larven, Würmern, Schnecken und deren Eiern, seltener auch kleinen Amphibien und Säugetieren.

Fortpflanzung

Der Schwarzzügelibis brütet meistens in Kolonien von 10 bis 50 Paaren; oft auch gemeinsam mit anderen Vögeln wie Kormoranen der Gattung Phalacrocorax oder Nachtreihern (Nycticorax nycticorax).[4] Die Nester werden häufig auf Felsen und Klippen, manchmal aber auch in Schilfbeständen gebaut. Als Nestbaumaterial werden Zweige verwendet, zur Auspolsterung Gras und Blätter.

Im südlichen Chile besteht das Gelege aus zwei bis drei Eiern und wird in ungefähr 29 Tagen ausgebrütet.[5] Vom Schlupf dauert es im Schnitt 37 Tage bis die Jungtiere flügge sind. Beide Elterntiere teilen sich die Brut und die Versorgung der Jungtiere.[5]

Eier werden an der Küste Perus zwischen September und März gelegt, während im Süden von Chile und auf Tierra del Fuego die Eiablage zwischen September und Dezember stattfindet.

Literatur

  • Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, Jan Sztolcman: Descriptions de quelques espèces nouvelle d'oiseaux du Pérou central. In: The Ibis (= 6. Band 6). 1894, S. 385–405 (biodiversitylibrary.org).
  • Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. 1 (Ostrich to Ducks). Lynx Edicions, Barcelona 1992, ISBN 84-87334-10-5.
  • Johann Friedrich Gmelin: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. Band 1, Nr. 2. Georg Emanuel Beer, Leipzig 1789 (biodiversitylibrary.org).
  • Johann Georg Wagler: Neue Sippen und Gattungen der Säugthiere und Vögel. In: Isis von Oken. Band 25, Nr. 11, 1832, S. 1218–1235 (biodiversitylibrary.org).
Commons: Schwarzzügelibis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. IOC World bird list Ibises, spoonbills, herons, Hamerkop, Shoebill, pelicans
  2. Comte Hans de Berlepsch, Jean Stolzmann: XXXIV.—Descriptions de quelques Espèces nouvelles d‘Oiseaux du Pérou central. In: Ibis. Band 36, Nr. 3, 1894, ISSN 1474-919X, S. 385–405, doi:10.1111/j.1474-919X.1894.tb03570.x (wiley.com [abgerufen am 9. November 2025]).
  3. Carl von Linné, Carl von Linné, Johann Friedrich Gmelin, Georg Emanuel Beer: Systema naturae per regna tria naturae : secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Impensis Georg. Emanuel. Beer, Lipsiae [Leipzig] 1788, doi:10.5962/bhl.title.545 (biodiversitylibrary.org [abgerufen am 9. November 2025]).
  4. Nicole Bouglouan: Black-faced Ibis. Abgerufen am 9. November 2025 (englisch).
  5. a b Alberto Gantz, Miguel Yañez: Breeding Biology of the Black-Faced Ibis ( Theristicus melanopis ) in Southern Chile. In: Waterbirds. Band 39, Nr. 4, Dezember 2016, ISSN 1524-4695, S. 346–355, doi:10.1675/063.039.0404 (bioone.org [abgerufen am 9. November 2025]).