Schwarzschnabelvireo
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Schwarzschnabelvireo | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cyclarhis nigrirostris | ||||||||||||
| Lafresnaye, 1842 |
Der Schwarzschnabelvireo (Cyclarhis nigrirostris), Syn. Cyclaris nigrirostris, ist eine Art aus der Gattung der Großschnabelvireos (Cyclarhis) innerhalb der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]
Verbreitung
Diese Art kommt in den Anden von Ecuador und Kolumbien vor.
Die Art wurde als konspezifisch mit dem Rostbrauenvireo (Cyclarhis gujanensis) angesehen.[3]
Der Lebensraum umfasst subtropische Zone der Andenhänge, feuchten Bergwald, Nebelwald, Waldränder, Lichtungen und buschige Flächen werden gemieden. Das Habitat reicht von 1300–1500 bis 2500–2700 m Höhe, meist unterhalb von 2400 m, generell werden höhere Lagen gegenüber dem Rostbrauenvireo bevorzugt.[4][5]
Der Artzusatz kommt von lateinisch niger, nigris ‚schwarz‘ und lateinisch rostrum, rostris ‚Schnabel‘.[6]
Merkmale
Die Art ist 15–16 cm groß und wiegt 29–33 g. Die Stirn ist matt grau, die Zügel und das Areal oberhalb des Schnabels ist dunkel kastanienbraun und reicht als schmaler werdender Überaugenstreif bis hinter das Auge, wird dort grau abgegrenzt gegen Kopfkappe und Nacken in mattem Olivgrün. Die Ohrdecken sind gelblich grün. Die Oberseite ist olivfarben, die Hand- und Armschwingen sind gräulich mit olivgrünen Rändern an den Außenfahnen, der Schwanz ist dunkel oliv gefärbt. Kinn und Kehle sind grau, von den Seiten zieht ein schmales gelbliches Band über die Brust, die ansonsten cremeweiß ist wie die übrige Unterseite. Die Flanken sind olivfarben. Die Iris ist gelblich oder grünlich grau, der Schnabel schwärzlich grau mit hellerer Basis am Unterschnabel, die Beine sind grau oder blaugrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.
Vom häufigeren Rostbrauenvireo (Cyclarhis gujanensis) unterscheidet die Art sich durch die schwarze Schnabelspitze, den kurzen Überaugenstreif und die oliv Färbung von Kopfkappe und Nacken. Der Unterschnabel ist nicht heller, aber die Beine sind heller grau.[4][5]
Geografische Variation
Folgende Unterarten werden anerkannt:[1][5][7][8]
- C. n. nigrirostris Lafresnaye, 1842, Nominatform, – Kolumbien westlich der östlichen Kordilleren in Kolumbien und in Ecuador
- C. n. atrirostris P. L. Sclater, 1887[9] – Westanden in Südkolumbien weiter südlich bis Provinz Pichincha in Ecuador, Unterseite mehr grau und weniger weiß
Stimme
Die Art ist ruffreudig und dadurch am einfachsten zu lokalisieren. Die Lautäußerungen werden als melodiös, reichhaltig, trillernd beschrieben mit kurzen abgesetzten Phrasen, als klares „lu, lu, li, lu“. Der Gesang ähnelt dem des Rostbrauenvireo (Cyclarhis gujanensis), klingt aber melodischer, sehr ähnlich dem des Rotschnabelsaltators (Saltator grossus).[4][5]
Lebensweise
Die Art ist ein Standvogel, sie tritt einzeln oder paarweise auf. Die Nahrungssuche findet auf allen auf allen Waldebenen statt, mitunter in Gemischten Jagdgemeinschaften.[4] Die Nahrung besteht großenteils aus Gliederfüßern. Die Brutzeit dürfte zwischen Mai und Juli sowie im Oktober liegen.[5] Das Nest wird hoch im Wipfelbereich mit dem Rand an einer Astgabel angehängt und besteht aus einer dünnwandigen, tiefen Schale, 15 m von einem Weg entfernt.[10] Das Gelege besteht aus weißen Eiern mit rotbraunen Punkten und Flecken.[11]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[12]
Literatur
- N. F. A. A. de Lafresnaye: Cyclaris nigrirostris. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 5, S. 133, 1842, Biodiversity Library
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Schwarzschnabelvireo (Cyclarhis nigrirostris)
- Schwarzschnabelvireo (Cyclarhis nigrirostris) auf eBird.org
- Birdlife
- Oiseaux.net
- Macaulay Library
- Cyclarhis nigrirostris im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 5. Oktober 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b Schwarzschnabelvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
- ↑ David Slager, C.J. Battey, Robert W. Bryson, Gary Voelker, John Klicka: A multilocus phylogeny of a major New World avian radiation: The Vireonidae. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 2014, Band 80, S. 95–104 doi:10.1016/j.ympev.2014.07.021.
- ↑ a b c d M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
- ↑ a b c d e D. Brewer: Black-billed Peppershrike (Vireo nigrirostris), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Cyclarhis nigrirostris
- ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
- ↑ IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
- ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
- ↑ P. L. Sclater: Cyclorhis atrirostris. In: Ibis, Band 5, Heft 19, S. 324, 1887, Biodiversity Library
- ↑ R. Strewe: Notes on Nests and Breeding Activity of Fourteen Bird Species from Southwestern Colombia. In: Ornitología Neotropical, Band 12, Heft 3, Artikel 10, 2001, Digitalcommons
- ↑ S. David: El nido y los huevos del Verderón Piquinegro (Cyclarhis nigrirostris). In: Ornitologia Colombiana, Band 11, S. 87–90, 2011, Ornitología Columbiana
- ↑ Cyclarhis nigrirostris in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 05. Oktober 2025.