Schwarzes Gold (Fernsehserie)
| Fernsehserie | |
| Titel | Schwarzes Gold |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Episoden | 6 in 1 Staffel |
| Produktionsunternehmen | Kinescope Film |
| Stab | |
| Regie | Nina Wolfrum, Tim Trachte |
| Drehbuch | Justin Koch, Thorsten Näter, Pamela Katz, Florian Vey |
| Produktion | Matthias Greving, Kirsten Lukaczik |
| Musik | Hans Zimmer, Aleksey Igudesman |
| Kamera | Jörg Widmer, Andreas Köhler |
| Schnitt | Friederike Weymar, Andreas Althoff |
| Besetzung | |
| |
Schwarzes Gold ist eine deutsche Fernsehserie, die von der Kinescope Film in Koproduktion mit FilmNation Entertainment, Hero Squared und 4Film produziert wurde. Auftraggeber ist der Norddeutsche Rundfunk (NDR) für die ARD, der Weltvertrieb liegt bei The Fifth Season. Die Handlung spielt um 1900 in der Lüneburger Heide und thematisiert die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der frühen Erdölförderung in Deutschland.[1]
Episodenliste
| Nr. (ges.) |
Nr. (St.) |
Originaltitel | Erstveröffentlichung |
|---|---|---|---|
| 1 | 1 | Quelle | 29. Dez. 2025 |
| 2 | 2 | Ader | 29. Dez. 2025 |
| 3 | 3 | Abgrund | 29. Dez. 2025 |
| 4 | 4 | Druck | 29. Dez. 2025 |
| 5 | 5 | Gluth | 29. Dez. 2025 |
| 6 | 6 | Feuer | 29. Dez. 2025 |
Handlung
Schwarzes Gold spielt um 1900 in der Lüneburger Heide, wo ein aufkommender Erdölboom eine ländlich geprägte Region grundlegend verändert. Im Mittelpunkt steht die junge Johanna Lambert, deren Familie durch wirtschaftliche Not bedroht ist. Als Johanna ihre Anstellung verliert und ihre Heimat verlassen soll, keimt Hoffnung auf, dass unter dem familieneigenen Wald Erdölvorkommen liegen könnten. Diese Aussicht verschärft jedoch bestehende Spannungen zwischen der Familie Lambert und den einflussreichen Papes. Im Zuge der Erschließung des Ölfeldes eignet sich Wilhelm Pape den Wald der Familie Lambert an und baut seine wirtschaftliche Macht weiter aus. Die rasante Industrialisierung bringt zwar Wohlstand für wenige, verschlechtert jedoch die Lebensbedingungen für Arbeiter und Bauern erheblich. Hunger, Umweltbelastungen und soziale Ungerechtigkeit prägen zunehmend den Alltag. Johanna beginnt, den Tod ihres Vaters zu hinterfragen, stößt dabei jedoch auf Widerstände durch korrupte lokale Autoritäten. Während internationale Geschäftsinteressen auf das Ölfeld aufmerksam werden, formiert sich Widerstand unter Arbeitern und Bauern. Johanna übernimmt eine zentrale Rolle in diesem Konflikt und verbündet sich mit verschiedenen Akteuren, um sich gegen Wilhelms Machtanspruch zu stellen. Auch innerhalb der Familie Pape kommt es zu inneren Spannungen, insbesondere zwischen Wilhelm und seinem Sohn Richard, der zunehmend an den Methoden seines Vaters zweifelt. Der Konflikt eskaliert, als Gewalt, Verrat und persönliche Schuldfragen offen zutage treten. Johanna stellt sich schließlich offen gegen Wilhelm Pape und greift dessen wirtschaftliche Grundlagen an. Die Auseinandersetzungen führen zum Zusammenbruch des Ölimperiums und offenbaren die Ursachen der langjährigen Feindschaft zwischen den Familien. Am Ende sieht Johanna für sich keinen Platz mehr in der Region und verlässt ihre Heimat, während die sozialen und persönlichen Folgen des Ölbooms unauslöschlich bleiben.
Stab
- Casting: Marion Haack, Deborah Congia, Cassandra Han
- Kostümbild: Mirjam Muschel
- Szenenbild: Albrecht Konrad
- Maskenbild: Anette Keiser, Nicole Axt, Andrea Dorn
- Ton: Torsten Többen-Jung
- Herstellungsleitung: Gregori Winkowski
- Produktionsleitung: Florian Nilson, Frederik Keunecke
- Executive Producer: Dennis Becker, Kirstie MacDonald, Andy Kim
- Redaktion: Donald Kraemer, Diana Schulte-Kellinghaus
Produktion
Gedreht wurde vom 4. März bis zum 18. Juni 2025.[2] Als historischer Bezugspunkt diente der niedersächsische Ort Wietze im Landkreis Celle, wo 1858 eine der weltweit ersten Erdölbohrungen durchgeführt wurde. Bis 1920 galt Wietze als produktivstes Erdölfeld Deutschlands; heute befindet sich dort das Deutsche Erdölmuseum Wietze. Die Dreharbeiten fanden überwiegend in der Lüneburger Heide statt. Zentrale Drehorte waren das Museumsdorf Hösseringen bei Suderburg sowie das Camp Reinsehlen bei Schneverdingen, die als Kulissen für den historischen Ölboom um 1900 dienten. Weitere Szenen wurden in Budapest gedreht.[3]
Die Kameraarbeit übernahmen Jörg Widmer und Andreas Köhler. Die Musik stammt von Hans Zimmer und Aleksey Igudesman. Für den Schnitt zeichneten Friederieke Weymar und Andreas Althoff verantwortlich. Das Kostümbild gestaltete Mirijam Muschel, das Szenenbild Albrecht Konrad, die Maske Annette Kaiser, Nicole Axt und Andrea Dorn.[4]
Rezeption
Die Serie wurde von der Kritik gemischt aufgenommen.
Martina Kalweit auf tittelbach.tv lobt einerseits die Kameraführung, die auf behutsame Bewegungen und den Kontrast zwischen großer Nähe zu den Figuren und der epischen Weite der Landschaft setze, kritisiert aber auch, dass aktuelle Fragestellungen allzu offensichtlich in die historisch verbürgte Handlung gestanzt worden seien.[5]
Marie-Sofia Trautmann von der taz zufolge mache schon die hochkarätige Besetzung und die Intention, wenig bekannte deutsche Geschichte zu verfilmen, die Serie sehenswert. Andererseits missfällt ihr die unambitioniert moderne Sprachlichkeit, die überstrapazierte Western-Ästhetik sowie das unrealistisch moralisch Integre des gezeigten feministischen Arbeitskampfes.[6]
Zu einem ähnlichen Fazit gelangt Gunda Bartels im Tagesspiegel, wenn sie anmerkt, dass das moderne Vokabular Authentizität und Atmosphäre koste und die feministischen Frauenfiguren nicht den Realitäten um 1900 entsprächen. Außerdem bemängelt sie die bei Serien aus einheimischer Produktion übliche Vorhersehbarkeit des Plots.[7]
Abrufe
Die erste Folge wurde bis zum 2. Januar 2026 mehr als eine Million Mal abgerufen. Die sechste und letzte Folge kam bis zu diesem Zeitpunkt immerhin noch auf 864.000 Abrufe.[8]
Weblinks
- Schwarzes Gold in der ARD-Mediathek. Sendungsseite, abrufbar bis 22. Dezember 2027
- Schwarzes Gold bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ Kinescope Film 2025 | Kinescope Film. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ https://www.swp.de/unterhaltung/tv/schwarzes-gold-so-dramatisch-wird-die-historien-serie-78449196.html
- ↑ https://www.cz.de/lokales/celle-lk/dreharbeiten-fuer-schwarzes-gold-starten-in-der-lueneburger-heide-tv-event-mit-starbesetzung-332ZAIRT7NFL5P3AHIF3UU2R6I.html
- ↑ https://www.crew-united.com/de/Schwarzes-Gold__340360.html
- ↑ Martina Kalweit: Schwarzes Gold. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Marie-Sofia Trautmann: Fortschritt und Untergang. In: taz. 22. Dezember 2025, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Gunda Bartels: ARD-Eventserie „Schwarzes Gold“: Ölrausch in der Lüneburger Heide. In: Tagesspiegel. 22. Dezember 2025, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Uwe Mantel: Streaming-Daten der AGF: "Fallout" führt Charts an, "Schwarzes Gold" knackt Millionen-Marke. In: DWDL.de. 2. Januar 2026, abgerufen am 11. Januar 2026.