Schwabhausen bei Landsberg

Schwabhausen bei Landsberg
Gemeinde Weil
Koordinaten: 48° 6′ N, 10° 59′ O
Höhe: 581 m
Einwohner: 1209 (Jan. 2022)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 86947
Vorwahl: 08193

Schwabhausen bei Landsberg (amtlich Schwabhausen b.Landsberg) ist ein Ortsteil der Gemeinde Weil im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geographie

Das Pfarrdorf liegt im Südosten des Naturraums Fürstenfeldbrucker Hügelland an der Grenze zum Ammer-Loisach-Hügelland, etwa 4,5 km östlich des Gemeindesitzes Weil und 10 km nordöstlich der Kreisstadt Landsberg am Lech. Der Ort ist von einem nur im Westen unterbrochenen Ring von Wäldern umgeben. Am nordwestlichen Ortsende vorbei fließt der Loosbach, ein Zufluss des Verlorenen Baches, der Oberlauf der Friedberger Ach.

Nachbarorte sind im Nordosten das Dorf Kaltenberg (Gemeinde Geltendorf), im Südosten der Weiler Machelberg, im Südwesten das Pfarrdorf Ramsach (Gemeinde Penzing) und im Westen das zu Weil gehörende Pfarrdorf Geretshausen.

Die Staatsstraße St 2054 durchquert Schwabhausen und führt südwestlich nach Landsberg und nordöstlich nach Fürstenfeldbruck. Sie wird im Ort von der Kreisstraße LL 7 mit Versatz gekreuzt. Die Bahnstrecke München–Buchloe berührt Schwabhausen im Süden.

Geschichte

Am 1. Mai 1873 wurde die südlich am Ort vorbeiführende Bahnstrecke München–Buchloe mit dem Bahnhof Schwabhausen in Betrieb genommen. 1985 wurde der Bahnhof aufgelassen.

Am 26. April 1945 sollten KZ-Häftlinge aus den Außenlagern um Kaufering und Landsberg in Güterwaggons in das KZ Dachau gebracht werden. Am 27. April 1945 kam der Zug in der Nähe von Schwabhausen zum Stehen. Um 10:20 Uhr am selben Tag wurde der Zug von einem alliierten Bombergeschwader angegriffen. Etwa 140 Häftlinge werden getötet[2]. Sie wurden Anfang Mai 1945 in drei Sammelgräbern nahe der Bahnlinie München – Buchloe bestattet. Grabdenkmäler – in ähnlicher Gestaltung – zu den drei Sammelgräbern wurden im Sommer 1946 errichtet[3].

Zum 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform die vormals selbständige Gemeinde Schwabhausen mit ihren Ortsteilen Machelberg und Schwabhausen b.Landsberg, Weiler/Bahnhof in die Gemeinde Weil eingegliedert.[4] Der Bahnhof ist mittlerweile baulich mit Schwabhausen verbunden und kein eigener Ortsteil mehr. Am 29. Mai 1985 wurde der Personenverkehr am Bahnhof Schwabhausen aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen eingestellt, das Empfangsgebäude blieb erhalten und dient heute als Wohngebäude.[5]

Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Schwabhausen bei Landsberg

Bodendenkmäler

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Weil (Oberbayern)

Kultur

Seit 2001 ist in Schwabhausen das von Otto Novoa gegründete Unser Theater ansässig. Dort sind regelmäßig Theater, Konzerte, Tanz, Tagungen und Workshops regionaler und internationaler Künstler zu erleben.[6] Des Weiteren gibt es auch im Bürgerhaus Schwabhausen kulturelle Veranstaltungen.[7]

Commons: Schwabhausen bei Landsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Weil: Zahlen und Daten. Abgerufen am 20. September 2022.
  2. Zalman Grinberg: Unsere Befreiung aus Dachau. Erinnerungen eines Überlebenden. 1. Auflage. eos Verlag, St. Ottilien 2022, ISBN 978-3-8306-8127-4, S. 141.
  3. Haus der Bayerischen Geschichte: Jüdisches Leben in Bayern - Schwabhausen/Weil KZ-Friedhof und Gedenkstätte. In: Website des Hauses der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 17. November 2025.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.
  5. Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 46–47.
  6. Unser Theater.de. Abgerufen am 3. Februar 2025.
  7. djk-schwabhausen.theater. Abgerufen am 3. Februar 2025.