Schreibmayr

J. G. Schreibmayr

Rechtsform GmbH
Gründung 10. Oktober 1820
Sitz München
Leitung Andreas Püttmann
Mitarbeiterzahl 8
Umsatz 3,24 Mio. € (2011)
Branche Kirchenbedarf
Website Schreibmayr.de

Die J. G. Schreibmayr GmbH ist ein Münchner Fachgeschäft für Kirchenbedarf.

Geschichte

Am 10. Oktober 1820 erwarb Johann Georg Schreibmayr die Spezerey Handelsgerechtigkeit des Johann Georg Angerer in der Münchener Weinstraße 7 für 1.500 Fr. Während Angerer noch allerley Spezereyen und Tuche führte, spezialisierte sich Schreibmayr auf Kirchenstoffe und Stickereien, er fertigte Fahnen und Paramente.

1851 verkaufte er aus Altersgründen an seinen bereits mittätigen Schwiegersohn Johann Michael Gerdeisen für 5.000 Fr. Zusammen mit einem Teilhaber eröffnete er eine Filiale in der Filserstraße 1. Die folgenden Auszeichnungen wurden erhalten:

  • 1854 Preis-Medaille der allg. deutschen Ausstellung in München
  • 1873 Königliche Ludwig-Medaille für Industrie der Wiener Weltausstellung
  • 1876 Medaille I. Classe der Münchener Kunst- und Kunstgewerbe-Ausstellung

1927 wurde die Firma J. G. Schreibmayr an die Schwestern Franziska, Elisabeth und Anna Maria Silberbauer verkauft, die die Leitung des Geschäftes der Angestellten Charlotte Schwägerl überließen, die schon bei J. M. Gerdeisen gelernt hatte. Sie blieb auch weiterhin die Leiterin des Ladens, als 1930 Josef Püttmann aus Speyer das Geschäft kaufte.

Püttmann, der in Speyer eine große Paramenten- und Fahnenstickerei hatte, erwarb zusätzlich in Köln die Firma Wefers, die in der gleichen Branche tätig war. Unter seiner Führung wurde das Sortiment auf alle Kirchenbedarfsartikel erweitert. Das Unternehmen wurde in dieser Zeit zum Hoflieferant sr. Heiligkeit Pius XI.

1944 wurde das Geschäft völlig zerstört, Charlotte Schwägerl verkaufte in ihrer Privatwohnung weiter. 1948 schließlich konnte am Frauenplatz wieder ein Ladengeschäft eröffnet werden.

Nach dem Tode Josef Püttmanns übernahm 1957 Sohn Bernhard die Geschäftsleitung. 1958 gründete der neue Geschäftsinhaber in München eine Firma zur Herstellung von kirchlichen Geräten. Es mangelte an Nachwuchskräften, so dass sich Bernhard Püttmann entschloss, diesen Geschäftszweig nach Passau zu verlegen. Es wurden dort etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt. 1960 anlässlich des Eucharistischen Weltkongresses in München mit Papst Johannes XXIII., erhielt die Firma den Auftrag zur Anfertigung von 1500 Kongress-Ziborien. Ausschlaggebend hierfür war der Entwurf eines Ziboriums mit drehbarem Plexiglas-Segmentdeckel, der die Hostien vor Wind und Wetter schützte. Am 1. April 1974 verkaufte Püttmann die Produktionsstätten in Passau an den Werkstattleiter Thomas Keim weiter.

In dritter Familiengeneration ist Andreas Püttmann 1985 in die Firmenleitung eingetreten. Seit 1995 werden Produkte online vertrieben.

2005 wurde anlässlich des Weltjugendtages in Köln, von Kardinal Meisner der Auftrag von 700 Mitren, für die Bischöfe aus der ganzen Welt erteilt. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenmaler Eberhard Münch entstand der Zyklus „Paramentik im Wandel“ als zeitgemäße Kollektion von liturgischen Gewändern. Im Jahr 2006 erhielt Schreibmayr den Auftrag zur Anfertigung der grünen Messgewänder und Dalmatiken für den Besuch von Papst Benedikt XVI. am 10. September 2006 in München. Am 11. September 2006 überreicht Kardinal Friedrich Wetter in den Privaträumen des Erzbischöflichen Palais‘ die Stola „Patrona Bavaria“, als Geschenk, stellvertretend für die Erzdiözese München und Freising.

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Koordinaten: 48° 7′ 22,4″ N, 11° 32′ 54,1″ O