Schnell- und Blitzschach-Europameisterschaften der Frauen 2025

Die Schnell- und Blitzschach-Europameisterschaften der Frauen 2025 fanden vom 9. bis 11. Januar 2026 im Stadtbezirk Monte-Carlo des Fürstentums Monaco statt. In zwei aufeinanderfolgenden Turnieren wurden die europäischen Meister im Blitzschach und Schnellschach ausgespielt. Europameisterinnen wurden Eline Roebers im Blitzschach und Nino Baziaschwili im Schnellschach.

Organisation

Am ersten Tag der Veranstaltung wurde die Europameisterschaft im Blitzschach durchgeführt. Hierbei kam das Schweizer System über 13 Runden zur Anwendung. Die Bedenkzeit betrug drei Minuten Startzeit pro Spieler zuzüglich einem Zeitinkrement von zwei Sekunden bereits ab dem ersten Zug. Am zweiten und dritten Tag wurde anschließend die Schnellschachmeisterschaft ausgetragen mit Partien unter einer Bedenkzeit von 15 Minuten Startzeit und zehn Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug. Dabei kam ebenfalls das Schweizer System zur Anwendung, jedoch nur über elf Runden. Spielort aller Partien war das Hotel Novotel. Insgesamt wurden bei der Veranstaltung Preisgelder in einer Höhe von 46.500 Euro ausgeschüttet, wovon 31.300 Euro auf die Europameisterschaft im Schnellschach (5000 Euro für die Siegerin) und 15.200 Euro auf die Europameisterschaft im Blitzschach (2000 Euro für die Siegerin) entfielen.[1]

Resultate

Bei Punktgleichheit wurde weiter in folgender Abfolge entschieden:

  1. Ergebnis des direkten Duells
  2. Buchholz-Wertung ohne den schwächsten Gegner (BC1)
  3. Buchholz-Wertung (BSC)
  4. Anzahl der Partien mit Schwarz
  5. Anzahl der gewonnenen Partien

Blitzschach

Am Blitzschachturnier nahmen 127 Spielerinnen aus 30 Verbänden teil, unter denen Frankreich mit 23 Teilnehmerinnen und Polen mit 17 Teilnehmerinnen die größten Gruppierungen bildeten. Natalija Buksa und Bela Chotenaschwili gewannen jeweils ihre ersten fünf Partien und trennten sich im anschließenden direkten Duell mit einem Remis. Während Buksa in der zweiten Turnierhälfte viele Partien verlor und in der Rangliste absackte, führte Chotenaschwili das Turnier über weite Strecken an und schlug dabei unter anderem Julija Osmak in der achten Runde und Oliwia Kiołbasa in der elften Runde. Vor der letzten Partie hatte sie mit zehn Punkten einen vollen Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen. Ihre Gegnerin Eline Roebers war als topgesetzte Spielerin gestartet, geriet jedoch mit Niederlagen in der dritten und fünften Runde zunächst ins Hintertreffen. Durch eine Siegesserie verkürzte sie allerdings den Rückstand auf die Führende und lag vor der letzten Runde bei neun Punkten. Die entscheidende Partie verlor Chotenaschwili gegen Roebers, die somit nach Punkten ausgleichen konnte und aufgrund des direkten Duells Europameisterin wurde.[2]

Endstand nach 13 Runden
# Teilnehmerinnen Punkte BC1 BSC
01 Niederlande Eline Roebers 10,0 097,5 103,5
02 Georgien Bela Chotenaschwili 10,0 101,5 107,0
03 Polen Oliwia Kiołbasa 09,5 102,5 109,0
04 Ukraine Julija Osmak 09,5 102,0 107,0
05 Georgien Nino Baziaschwili 09,5 098,5 103,5
06 Polen Alicja Śliwicka 09,5 092,5 097,5
07 Schweiz Alexandra Kostenjuk 09,0 107,0 113,5
08 Polen Klaudia Kulon 09,0 100,0 106,0
09 Osterreich Wolha Badelka 09,0 097,0 102,0
10 Georgien Meri Arabidse 09,0 096,5 102,5

Schnellschach

Mit 143 Spielerinnen aus 30 Verbänden war das Schnellschachturnier etwas größer als die Blitzschachmeisterschaft, darunter wieder Frankreich (28) und Polen (19) mit den meisten Teilnehmerinnen. Antoaneta Stefanowa führte mit vier Siegen aus den ersten vier Runden zunächst. Zum Abschluss des ersten Tages lagen neben Stefanowa nach fünf Runden auch Alexandra Kostenjuk, Alicja Śliwicka und Gövhər Beydullayeva gleichauf an der Spitze. Kostenjuk setzte sich am zweiten Tag mit drei Siegen in Folge ab und führte zwei Runden vor Schluss gefolgt von Mai Narva. Die Georgierin Nino Baziaschwili schlug in der zehnten Runde erst Narva und gewann auch die entscheidende Schlusspartie gegen Kostenjuk. Durch den sich daraus ergebenden Punktgleichstand sicherte sich Baziaschwili über das direkte Duell auch den Europameistertitel. Abseits der Spitzenplätze sorgte auch die erst 10-jährige englische Spielerin Bodhana Sivanandan, welche ungeschlagen im Turnier blieb und den 20. Rang erreichte, für Aufmerksamkeit.[3]

Endstand nach 11 Runden
# Teilnehmerinnen Punkte BC1 BSC
01 Georgien Nino Baziaschwili 9,0 70,5 75,5
02 Schweiz Alexandra Kostenjuk 9,0 73,5 79,5
03 Georgien Sopio Gwetadse 8,0 72,5 77,0
04 Estland Mai Narva 8,0 72,0 77,5
05 Niederlande Eline Roebers 8,0 71,5 76,5
06 Turkei Ekaterina Atalık 8,0 71,0 76,0
07 Griechenland Anastasia Avramidou 8,0 70,5 74,5
08 Rumänien Irina Bulmaga 8,0 68,0 73,0
09 Ungarn Zsóka Gaál 7,5 70,5 75,5
10 Bulgarien Antoaneta Stefanowa 7,5 69,0 75,0

Einzelnachweise

  1. European Women’s Rapid & Blitz Chess Championship 2025 – Official regulations. In: europechess.org. 1. August 2025, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
  2. European Women’s Blitz Chess Championship 2025 – Endtabelle nach 13 Runden. In: chess-results.com. Abgerufen am 12. Januar 2026.
  3. European Women’s Rapid Chess Championship 2025 – Endtabelle nach 11 Runden. In: chess-results.com. Abgerufen am 12. Januar 2026.