Schmißberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 40′ N, 7° 12′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Birkenfeld | |
| Verbandsgemeinde: | Birkenfeld | |
| Höhe: | 428 m ü. NHN | |
| Fläche: | 1,68 km² | |
| Einwohner: | 204 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 121 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55765 | |
| Vorwahl: | 06782 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 34 078 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schneewiesenstraße 21 55765 Birkenfeld | |
| Website: | www.schmissberg.de | |
| Ortsbürgermeister: | vakant (geschäftsführend: Jana Grauer, 1. Beigeordnete) | |
| Lage der Ortsgemeinde Schmißberg im Landkreis Birkenfeld | ||
Schmißberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Birkenfeld an.
Geographie
Schmißberg liegt im Hunsrück. Die nächste größere Stadt ist die etwa drei Kilometer südwestlich gelegene Kreisstadt Birkenfeld. Im Norden befindet sich Elchweiler und im Süden Rimsberg.
Geschichte
Schmißberg wurde im Jahr 1367 als Smitzberg erstmals urkundlich erwähnt. Es war Teil der Hinteren Grafschaft Sponheim und dessen Oberamt Birkenfeld zugeordnet.[2]
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete 1794 die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs und war dem Kanton Birkenfeld im Arrondissement Birkenfeld des Saardépartements zugeordnet. Nach der Niederlage Napoleons kam Schmißberg aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen ab 1817 zum oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld. Das Dorf wurde von der Bürgermeisterei Birkenfeld des Amtes Birkenfeld verwaltet.
Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region bis 1930 dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Aus dem Fürstentum Birkenfeld wurde 1919 der oldenburgischen „Landesteil Birkenfeld“, der 1937 im Rahmen des „Gesetzes über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen“ im neuen preußischen Landkreis Birkenfeld aufging. Auf kommunaler Ebene wurden zudem von 1934 bis 1962 Schmißberg und das benachbarte Elchweiler in der Gemeinde Elchweiler-Schmißberg vereinigt.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Teil der französischen Besatzungszone und kam 1946 zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Die Ortsgemeinde Schmißberg gewann in den Jahren 1969 und 1981 jeweils die Silbermedaille als Bundessieger im Dorfverschönerungswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ (heute: „Unser Dorf hat Zukunft“).[4]
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schmißberg, die Werte bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]
|
|
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Schmißberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und – wenn wieder ernannt – dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6][7]
Bürgermeister
Das Amt ist derzeit vakant. Stefan Nagel wurde am 16. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Schmißberg. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung einstimmig für Stefan Nagel entschied.[7] Damit eigentlich für fünf Jahre gewählt, legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zum 31. Dezember 2025 nieder. Eine Neuwahl des Bürgermeisters ist für den 22. März 2026 – parallel zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl – vorgesehen.[8]
Nagels Vorgänger Rudi Weber hatte das Amt am 6. Oktober 2020 übernommen, nachdem er die Amtsgeschäfte als bisheriger Erster Beigeordneter seit dem Juli kommissarisch geführt hatte.[9] Bei der Direktwahl am 4. Oktober 2020 war er mit einem Stimmenanteil von 89,62 % gewählt worden.[10] Webers Vorgänger Thomas Marx hatte das Amt seit dem 21. Juni 2019 ausgeübt,[11] war aber mit Wirkung zum 8. Juli 2020 aus persönlichen Gründen zurückgetreten.[12] Vor Marx hatte Adolf Schuch die Aufgabe seit 2004 wahrgenommen, war 2019 aber nicht erneut angetreten.[13]
Wappen
| Blasonierung: „Unter zweireihig rot-silbern geschachtem Schildhaupt in Silber einen schwarzen Amboß mit Hammer.“[14] | |
| Wappenbegründung: Das silber-rote Schachbrettmuster erinnert an die frühere Zugehörigkeit zur Hinteren Grafschaft Sponheim, Hammer und Amboß an die gefundenen Hinweise auf eine mittelalterliche Eisenverhüttung im Dorf. Das Wappen wurde am 27. Mai 1963 vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern genehmigt. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wanderwege bieten die Möglichkeit des Ausblicks bis hin zum Erbeskopf (mit 816 m ü. NHN höchster Berg in Rheinland-Pfalz).
Wirtschaft und Infrastruktur
Im Westen verläuft die Bundesstraße 41, die im Süden zur Bundesautobahn 62 führt. Der nächsten Bahnhöfe sind in Nohen und Neubrücke/Nahe. Die Haltestellen liegen auf der Bahnlinie von Saarbrücken, Mainz, Wiesbaden nach Frankfurt am Main. Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Hahn in etwa 50 Kilometer nördlicher Richtung im Hunsrück und der Flughafen Frankfurt am Main in rund 180 Kilometer in nordöstlicher Richtung.
Siehe auch
Weblinks
- Internetpräsenz der Ortsgemeinde Schmißberg
- Ortsgemeinde Schmißberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Birkenfeld
- Literatur über Schmißberg in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Rolf Weber: Ludwig, der erste Schmißberger. In: Dorfchronik Schmißberg. Ortsgemeinde Schmißberg, 18. Februar 2023, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Rudi Weber: Scheidungskampf und Kappesköpfe: Alles über die Zwangsehe Schmißberg-Elchweiler. In: Dorfchronik Schmißberg. Ortsgemeinde Schmißberg, 1. Februar 2024, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Gisela Kraus: Der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. In: Dorfchronik Schmißberg. Ortsgemeinde Schmißberg, 1. November 2022, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 6. Oktober 2020.
- ↑ Gemeinderatswahl Schmißberg 9. Juni 2024. Verbandsgemeinde Birkenfeld, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ a b Rat wählt Stefan Nagel zum neuen Ortsbürgermeister. In: Kommunalpolitik. Ortsgemeinde Schmißberg, 16. Juli 2024, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Ortsbürgermeister Stefan Nagel tritt zurück. In: Kommunalpolitik. Ortsgemeinde Schmißberg, 15. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Rudi Weber: Sitzung des Ortsgemeinderates Schmißberg. Einladung für den 6. Oktober 2020. In: Birkenfelder Anzeiger, Ausgabe 39/2020. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 30. November 2020.
- ↑ Zustimmungsquote 89,62 Prozent: Rudi Weber ist neuer Ortschef von Schmißberg. In: Nahe-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 4. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Adolf Schuch: Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates Schmißberg. Einladung. In: Birkenfelder Anzeiger, Ausgabe 25/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
- ↑ Ortsbürgermeister Thomas Marx tritt zurück. Ortsgemeinde Schmißberg, 10. Juli 2020, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Axel Munsteiner: Fast die Hälfte der Ortschefs hört 2019 auf: Alle Amtsinhaber der VG Birkenfeld befragt. Adolf Schuch hört im Sommer auf. In: Nahe-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 1. Januar 2019, abgerufen am 20. September 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Das Wappen von Schmißberg und seine Herkunft. In: Dorfchronik Schmißberg. Ortsgemeinde Schmißberg, 24. Januar 2020, abgerufen am 1. Januar 2026.