Schlossmühle Neersen
| Schlossmühle Neersen
| ||
|---|---|---|
|
Tranchotkarte 1806 | ||
| Lage und Geschichte | ||
|
| ||
| Koordinaten | 51° 15′ 0″ N, 6° 28′ 35″ O
| |
| Standort | Deutschland | |
| Gewässer | Niers | |
| Erbaut | 14. Jh. in einer Belehnungsurkunde | |
| Stillgelegt | 1903 Einstellung des Mahlbetriebs | |
| Technik | ||
| Nutzung | Kornmühle
| |
| Mahlwerk | 1 Mahlgang | |
| Antrieb | Wassermühle | |
| Wasserrad | unterschlächtig | |
Die Schlossmühle Neersen war eine Wassermühle an der Niers in Willich mit einem unterschlächtigen Wasserrad.
Geographie
Die Schlossmühle hatte ihren Standort an der Niers und an der Hauptstraße gegenüber des Schlosses in Neersen. Neersen ist heute ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Willich im Kreis Viersen. Das Gelände, auf dem das Mühlengebäude einmal stand, liegt auf ca. 39 m über NN.
Die Niers in ihrem veränderten Flussbett versorgte über Jahrhunderte die Schlossmühle Neersen mit Wasser. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers obliegt dem Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers, der in Grefrath seinen Sitz hat.[1]
Geschichte
Die Schlossmühle Neersen wird im 14. Jahrhundert erstmals in einer Heinsberger Belehnungsurkunde genannt. Von einer „molendium ante castum – Mühle vor der Burg“ ist die Rede. Unter französischer Verwaltung wurden Schloss und Mühle 1803 an Privathand verkauft. Ein betrieblicher Einschnitt kam allerdings erst 1903, als der Eigentümer die Mühle stilllegte und zu einem wasserkraftbetriebenen Elektrizitätswerk machte, um für seinen Privatbedarf den elektrischen Strom zu gewinnen. 1930 wurde die Niers begradigt und fließt seither nicht mehr unmittelbar am Standort der Mühle. Das Gebäude wurde daraufhin als Wohnhaus eingerichtet, das in modernisierter Form heute noch steht.
Zum Schloss gehörte ab etwa 1600 auch eine Ölmühle. Sie stand ebenfalls an der Hauptstraße, aber ein Stück weiter nördlich. Für sie hatte man einen Graben um das Schloss herumgeführt. Gespeist wurde er allerdings nicht von der Niers, sondern von der Cloer, einem kleinen Nebengewässer. Große Bedeutung scheint die Ölmühle aber nicht gehabt zu haben. 1765 wurde sie abgebrochen. Fortan wurde das nötige Öl in der Schlossmühle geschlagen.
Galerie
-
Teil des Schlosses mit alten Mühlstein
-
Alter Mühlstein
-
Vermutlicher Standort der Schlossmühle
Literatur
- Hans Vogt: Niederrheinischer Wassermühlenführer. 2. Auflage. Verein Niederrhein, Krefeld 1998, ISBN 3-00-002906-0, S. 507–508.