Schloss Wildenstein (Dietfurt an der Altmühl)
| Burg Wildenstein | ||
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Schloss Wildenstein (Kupferstich von Wening) | ||
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Dietfurt an der Altmühl - Wildenstein | |
| Burgentyp | Höhenburg, Spornlage | |
| Erhaltungszustand | Ruine | |
| Geographische Lage | 49° 2′ N, 11° 37′ O | |
| Höhenlage | 472 m ü. NN | |
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Burg Wildenstein ist der Rest einer ehemaligen Spornburg bzw. das im 17. Jahrhundert neu erbaute Schloss Wildenstein in Wildenstein, einem Ortsteil der Stadt Dietfurt an der Altmühl im bayerischen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Die Anlage ist unter der Aktennummer D-3-73-121-108 als denkmalgeschütztes Baudenkmal von Wildenstein verzeichnet. Ebenso wird sie als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6935-0114 im Bayernatlas als „archäologische Befunde im Bereich des ehem. Schlosses Wildenstein, zuvor mittelalterliche Burg“ geführt.
Geschichte
Burg Wildenstein ist der namensgebende Stammsitz der Familie von Wildenstein. 1270 werden die Grafen in Teilnehmerlisten an Turnieren in Regensburg, Schweinfurt, Darmstadt und Worms nachgewiesen. 1301 brannte Graf Gebhard von Hirschberg die Burganlage nieder. Erst sieben Jahre später erfolgte der Wiederaufbau. Nach Sichart waren im 15. und 16. Jahrhundert drei Familienmitglieder Amtmänner von Hof.[1] Das Geschlecht ist Mitte des 17. Jahrhunderts ausgestorben.
Die Zerstörung der Burg wurde bereits im Bauernkrieg eingeleitet und fand im Zweiten Markgrafenkrieg ihr Ende. Schloss Wildenstein wurde Mitte des 16. Jahrhunderts anstelle der Burganlage errichtet.
Das Vogtshaus unterhalb der Burgruine diente noch längere Zeit als Sitz von Vögten.
1936 erwirbt ein Major Kebbel das gesamte Gut. 1973 kaufte ein Freundeskreis aus München das vom Verfall bedrohte Schloss, teilte es in Eigentumswohnungen auf und renovierte es in den Folgejahren.[2]
Baulichkeit
Das Schlossgebäude ist ein zweigeschossiger und traufständiger Satteldachbau, er besitzt einen Mittelrisalit mit Zwerchhaus. Das Gebäude ist im Kern mittelalterlich, die Toreinfahrt stammt aus dem 17./18. Jahrhundert. Westlich angebaut ist eine profanierte Schlosskapelle mit Putzgliederungen, einem Erkerturm und einer Zwiebelhaube von 1556. Der östliche Flügel ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit nördlicher Altane und ebenfalls Putzgliederungen, der aus dem 17. Jahrhundert stammt.
Nördlich davon liegt das Sudhaus; dies ist ein zweigeschossiger Satteldachbau mit einem Fachwerkobergeschoss und Ziegelmauerwerk von 1922. Zu dem Ensemble gehört auch die ehemalige Brauereigaststätte, ein eingeschossiger Mansardwalmdachbau mit Zwerchhäusern, Eckerker, Putzgliederung und Garagen in neobarocker Form von 1922. Ebenso gehört dazu ein Stallstadel, ein traufständiger Satteldachbau mit Giebelmauern aus Bruchstein aus dem 18. Jahrhundert, ein ehemaliger Ökonomietrakt, dies ist ein Geschossbau mit Satteldach und Gewölbezonen in beiden Geschosse aus dem 18. Jahrhundert, sowie eine Remise, ein eingeschossiger Massivbau mit Satteldach aus dem 19. Jahrhundert.
Der Steinbrücke zur Toreinfahrt stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Park findet sich historisierende Staffagenarchitektur mit Treppengiebeln und Rundtürmchen aus dem 19. Jahrhundert. Im Nordosten der Anlage sind Reste der mittelalterlichen Burgmauer mit dem Söller aus Quadermauerwerk erhalten.
In der Liste der Baudenkmäler in Dietfurt an der Altmühl ist das ehemalige Schloss der Wildenauer, Lichtenauer und Grafen von Toerring folgendermaßen beschrieben:[3]
Im 13. Jahrhundert erstmals belegt;
- Schlossgebäude, zweigeschossiger und traufständiger Satteldachbau, Mittelrisalit mit Zwerchhaus, Toreinfahrt, 17./18. Jahrhundert, im Kern mittelalterlich, profanierte Schlosskapelle mit Putzgliederungen, Erkerturm und Zwiebelhaube, bezeichnet mit „1556“, östlicher Flügel, dreigeschossiger Satteldachbau mit nördlicher Altane und Putzgliederungen, im Kern 17. Jahrhundert, nördlich Sudhaus, zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss und Ziegelmauerwerk, 1922;
- Ehemalige Brauereigaststätte, eingeschossiger Mansardwalmdachbau mit Zwerchhäusern, Eckerker, Putzgliederung und Garagen, neubarock, 1922, im Kern wohl älter;
- Stallstadel, traufständiger Satteldachbau mit Giebelmauern, Bruchstein, 18. Jahrhundert;
- Ehemaliger Ökonomietrakt, großer Geschossbau mit Satteldach und Gewölbezonen in beiden Geschossen, wohl noch 18. Jahrhundert;
- Remise, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, wohl 19. Jahrhundert;
- Steinbrücke zur Toreinfahrt, wohl 16. Jahrhundert;
- Staffagenarchitektur im Park mit Treppengiebel und Rundtürmchen, historisierend, 19. Jahrhundert;
- Im Nordosten Reste der mittelalterlichen Burgmauer mit Söller, Quadermauerwerk;
- Einfahrt in den Ökonomiehof, zwei rustizierte Pfeiler mit Aufsätzen und Gittertoren, wohl 18. Jahrhundert
Literatur
- Herbert Rädle: Burgen und Burgställe im Kreis Neumarkt. Herausgegeben von Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, Neumarkt o. J., ISBN 3-920142-14-4, S. 131–133.
- Carl Simon Cramer: Geschichtliche Mittheilungen über das Schloß Wildenfels und das Geschlecht der Wildenstein zum Wildenfels. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Band 8, Heft 1. Bayreuth 1860, S. 78–93.
Weblinks
- Schloss Wildenstein in der privaten Datenbank Alle Burgen.
Einzelnachweise
- ↑ Sichart: Kurze Beschreibung der Landes-Hauptleute zu Hof, wie sie seit dem Jahr 1366 auf einander gefolgt sind. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Band 7, 2. Heft. Bayreuth 1858. S. 43, 49f.
- ↑ Kleines Dorf mit großer Vergangenheit. In: Donaukurier. 7. Oktober 2020, abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Denkmalliste für Dietfurt an der Altmühl (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege