Schloss Vorra

Schloss Vorra ist eine Schlossanlage (bestehend aus dem Alten und Neuen Schloss Vorra) mit dem dort befindlichen Schullandheim in der Gemeinde Vorra im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken) in Bayern.

Geschichte

Die Reichsstadt Nürnberg erwarb 1504 die Landesherrschaft über Vorra und besaß auch Teile der Hofmark Vorra als Grundbesitz. Die Nürnberger Patrizierfamilie Tetzel erwarb 1597 Vorra. 1602 wurde das Schloss vom Nürnberger Patrizier Karl Tetzel anstelle eines Bauernhauses errichtet.

1780 zerstörte ein Brand das Schloss. Die damaligen Herren von Scheurl errichteten an der Nordostecke der Besitzung einen Neubau, der noch steht und als Nebengebäude vom Schullandheimwerk genutzt wird. Erst im Jahre 1890 begann ein neuer Besitzer, August Freiherr von Soden, mit dem Bau des heutigen Schlosses. Trotz Problemen mit dem weichen und kaum tragfähigen Boden nahe der Pegnitz konnte der Bau mit dem markanten Turm 1891 vollendet und der Schlosspark neu angelegt werden. Teile des Baumbestandes stammen aus dieser Zeit.

1920 wurde der Besitz an den aus Württemberg stammenden Freiherrn von Ellrichshausen verkauft, der 1922 den Turmhelm abtragen und als Abschluss Tiergestalten an den vier Ecken anbringen ließ. Nach seinem Tod ging das Schloss 1941 in den Besitz der Deutschen Arbeitsfront über, die hier eine Gauschule einrichtete.[1]

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 besetzten die US-Amerikaner das Anwesen. Nach deren Abzug im Herbst des gleichen Jahres pachtete Freiin von Löffelholz das Schloss zur Errichtung einer Oberschule mit Internat. Ab 1953 stand es leer. Seit 1955 dient das nunmehr vom Freistaat Bayern gepachtete Schloss mit seinem weitläufigen Garten direkt an der Pegnitz als Schullandheim.[2]

Baubeschreibung

Die Schlossanlage ist in der Liste der Baudenkmäler in Vorra folgendermaßen beschrieben:[3]

  • Altes Schloss: zweigeschossiger Halbwalmdachbau, im Kern 1602, Wiederaufbau 1780; mit Ausstattung
  • Neues Schloss: zweigeschossiger Gruppenbau mit Satteldach und Walmdach, Volutengiebel sowie Lisenen- und Gesimsgliederung, östlich rechteckiger Treppenhausturm mit Ecklisenen und Turmterrasse, Neurenaissance, 1889–1891
  • Schlosspark: ausgedehnte Parkanlage entlang der Pegnitz, angelegt im 18. Jahrhundert, neu gestaltet im späten 19. Jahrhundert
  • Schlossmauer: Bruchsteinmauer mit Toreinfahrt, bossierte Rechteckpfeiler mit profilierten Deckplatten und Kugelbekrönung sowie Ornamentgittertor, wohl 17./18. Jahrhundert und spätes 19. Jahrhundert
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Einzelnachweise

  1. Manfred Meyer: Vorra: Ein Heimatbuch. Vorra 1978.
  2. Historie. In: Schullandheimwerk Mittelfranken e.V. 8. November 2015, abgerufen am 6. Mai 2024 (deutsch).
  3. Denkmalliste für Vorra (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. (Eintrag: D-5-74-161-6. Stand 21. November 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025.)

Koordinaten: 49° 33′ 26,4″ N, 11° 29′ 37,6″ O