Schloss Pretzfeld
Das Schloss Pretzfeld ist ein Schloss in Pretzfeld, einem Markt im Landkreis Forchheim in Oberfranken in Bayern. Das Bauensemble ist unter der Denkmalnummer D-4-74-161-15 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen.
Geschichte
Das Schloss Pretzfeld wurde 1145 (oder 1182) als Sitz des „Hademar de Bretevelt“ (breites Feld) erwähnt. Die Burg gehörte ab 1375 denen von Wiesenthau, ab 1522 denen von Stiebar. 1710/18 erfolgte ein völliger Umbau von Schloss und Nebengebäuden. 1754 erhielt der kurbayerische Minister Graf von Seinsheim das Lehen. 1852 kaufte der Nürnberger Kaufmann Josef Kohn (1810–1885) das Schloss, das durch Heirat an die Familie Herrmann ging, die heutigen Besitzer.[1] Von 1943 bis 1955 betrieb der Physiker Walter Schottky im Schloss ein Forschungslabor zu Halbleitern.
Beschreibung
Der dreigeschossige Gebäudekomplex des Schlosses besteht aus zwei im Winkel aneinanderstoßenden Gebäudetrakten vom Ende des 16. Jahrhunderts, einem im Norden und einem mit Strebepfeilern gestützten im Osten mit Walmdächern und dem in den Hof nach Süden vorspringenden Gebäudetrakt mit einem Mansardwalmdach, der im Kern spätmittelalterlich ist, und an den ein achteckiger Treppenturm mit einem Zeltdach angebaut ist. Die Schlosskapelle (1589–91, 1764 umgestaltet) befindet sich in der Verlängerung des Durchfahrtshauses am Südflügel, mit nach Osten ausbuchtendem polygonalem Chor, Satteldach und Haubendachreiter. Die Schlosshofummauerung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert weist ein Rundbogentor, Maulscharten und halbrund vorspringende Rondelle auf. Im Westen ist ihr der Stadel aufgesetzt, ein eingeschossiger Putzbau von 1736/37 mit Walm- bzw. Halbwalmdach. Die ehemalige Amtsknechtswohnung und Lange Stallung wurden um 1710 parallel zum Ostflügel errichtet. Vom Schlosspark aus dem 18. Jahrhundert bestehen noch Reste des Wegesystems mit langer Achse zu einem Rondell mit barocker Sandsteinskulptur.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Franken, Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Deutscher Kunstverlag, München 1999, S. 864.
Weblinks
Einzelnachweise
Koordinaten: 49° 45′ 27,3″ N, 11° 10′ 21,03″ O