Schloss Lind (Sankt Marein bei Neumarkt)
Das Schloss Lind steht in der Ortschaft Sankt Marein bei Neumarkt der Gemeinde Neumarkt in der Steiermark im Bezirk Murau der Steiermark. Es liegt auf einer Anhöhe über dem Mühldorfer Bach am Eingang zur Olsabachklamm. Das Schloss steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
Für das 12. Jahrhundert wurde ein befestigter Sitz angenommen. Das wohl im 15. Jahrhundert errichtete Turmhaus wurde in der Renaissancezeit neu verputzt. Anfangs gehörte der Bau einer Familie „von Linte“ aus dem Kleinadelsgeschlecht der „Hammerl“. Nach einem häufigen Wechsel der Besitzer ging das Schloss im 18. Jahrhundert an das Stift St. Lambrecht.
Im 19. Jahrhundert erfolgten umfangreiche, archäologische Grabungen am „Linder feld“. Dabei wurden viele römische Grabsteine gefunden, die sich heute großteils im Stiftsmuseum St. Lambrecht befinden. Reste von römischen Gebäuden wurden freigelegt und lassen eine größere Siedlung oder eine römische Poststation (mansio) vermuten.
Am 22. Juni 1942 wurde im Schloss ein Außenkommando des KZ Dachau eingerichtet und ab dem 20. November 1942 bis zur Befreiung durch alliierte Truppen als Außenlager des KZ Mauthausen weitergeführt. Die etwa 20 Häftlinge wurden zu landwirtschaftlichen Arbeiten und zum Straßen- und Brückenbau für die SS-Gutsverwaltung eingesetzt.[1]
Die Universität Graz und Universalmuseum Joanneum führten 2017 Grabungen durch, wobei Hügelgräber aus dem 7. Jahrhundert vor Christus aus der Hallstattzeit festgestellt wurden.
Architektur
Das Schloss besteht aus dem fast turmartigen gotischen Oberhaus und dem schlossartigen Unterhaus. Das Oberhaus ist ein viereckiger, fünfgeschoßiger Wohnturm. Die unteren zwei Geschoße beinhalten Tonnengewölbe, die oberen Stockwerke Balkendecken. Das Oberhaus war durch einen Graben gesichert, über den eine Zugbrücke führte. Ein am Turmhaus anschließender zweigeschoßiger Wohntrakt mit einer Wehrmauer sowie das südlich dreigeschoßige Torhaus sind verfallen.
Das in der späten Renaissance erbaute Unterhaus ist ein regelmäßiges, dreigeschoßiges Gebäude. Der einflügelige Bau wird mit einem dreiachsigen Mittelrisalit mit einem Dreiecksgiebel mit Uhr gegliedert. Aus der Ostfront springen an den Ecken zwei starke Vierecktürme vor. Ein gewölbtes Vorhaus verband das alte mit dem neuen Schloss.
Im Park steht eine barocke Kapelle.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ KZ Dachau-Außenlager Sankt Marein bei Neumarkt - Schloss Lind. Abgerufen am 11. Oktober 2025.
Koordinaten: 47° 3′ 18,5″ N, 14° 25′ 32,5″ O