Schloss Kotzenau
Das Schloss Kotzenau, auch Schloss Klein-Kotzenau (polnisch Pałac Chocianów), ist ein barockes Schloss in Chocianów (Klein Kotzenau) im Powiat Polkowicki, Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte
Das Schloss wurde 1297 im Auftrag des Schweidnitzer Herzogs Bolko I. errichtet. 1444 wurde es Eigentum der Familie Dornhein. 1526 kam der Ort unter die Herrschaft der Krone Böhmen. Auch in der Folgezeit wechselte der Eigentümer des Ortes mehrfach, so 1580 Hans von Sorau, 1584 Jakob von Schoenaich, 1587 die Herren von Nostitz und 1613 Aleksander von Stosch.
Der nächste Besitzer Melchior Gottlob von Reden beauftragte den Architekten Martin Frantz mit dem Umbau des Schlosses im Stil des Barock, der von 1728 bis 1732 erfolgte. Vom alten Schloss blieben nur einige Mauern und der Turm übrig, der in mehreren sich verjüngenden Säulengeschossen in einer barocken Bekrönung endet. Das Schloss hat ein Erd-, ein Ober- und ein Dachgeschoss unter einem mit Dachziegeln gedecktem Mansarddach mit Lukarnen. Die Fassaden sind mit korinthischen Pilastern aufgeteilt, das Eingangsportal wird von korinthischen Säulen flankiert. Zwei prunkvolle Flügelbauten flankieren den Ehrenhof. An der Ostseite schlossen sich französische Gartenparterres an, ausladende Treppen und Rampen senken sich hier zu einem noch größeren rechteckigen Bassin, ringsum abgestufte Rasenböschungen, Vasen, Statuen und Springbrunnen. Das Ganze ist von hohen Bäumen wie ein Festsaal umschlossen.[1]
Im 18. Jahrhundert gelangte Schloss Kotzenau an einen Zweig der Linie Schlodien der Burggrafen zu Dohna. Es bildete sich genealogisch eine eigene Stammlinie Kotzenau heraus, der noch weitere Besitzungen gehörten.[2] Die Grafen besaßen den Herrensitz bis zum Übergang an Polen 1945. Die mittelalterliche Wasserburg im benachbarten Groß-Kotzenau gehörte anfangs auch zur Dohnaschen Herrschaft, wurde aber im Ersten Weltkrieg an den Grafen Rittberg-Modlau verkauft, der sie bei Aufsiedlung des Gutes um 1935 wieder veräußerte.
Das Schloss wurde bei der Eroberung durch die Rote Armee 1945 nur leicht beschädigt, blieb danach aber ungenutzt und verfiel allmählich. 1997 wurde es verkauft und es wird seitdem renoviert; das Dach ist bereits neu eingedeckt, während die Räume noch ruinenhaft sind.
Das Schloss wurde am 28. April 1950 unter A/3506/215 und am 13. November 1956 unter 340 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen.[3]
Galerie
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Schloss 2007
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Schloss 2010
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Portal
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Detailansicht vom Turm
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Park
Literatur (Auszug)
- Udo von Alvensleben-Wittenmoor: Besuche vor dem Untergang, Adelssitze zwischen Altmark und Masuren. Aus Tagebuchaufzeichnungen zusammengestellt und herausgegeben von Harald von Koenigswald, Frankfurt/Main-Berlin 1968, S. 217 f.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Udo von Alvensleben-Wittenmoor: Besuche vor dem Untergang, Adelssitze zwischen Altmark und Masuren. Aus Tagebuchaufzeichnungen zusammengestellt und herausgegeben von Harald von Koenigswald, Frankfurt/M.-Berlin 1968, S. 217 f.
- ↑ Lothar zu Dohna: Die Dohnas und ihre Häuser. Profil einer europäischen Adelsfamilie. Band 2, Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1237-1, S. 523.
- ↑ Verzeichnis der in das Denkmalregister eingetragenen unbeweglichen Denkmale: Woiwodschaft Niederschlesien (PDF, polnisch). Stand 30. September 2025. Narodowy Instytut Dziedzictwa.
Koordinaten: 51° 25′ 4,8″ N, 15° 53′ 48,4″ O