Schloss Frickenhausen
Das ehemalige Schloss Frickenhausen, auch als Vöhlinschloss bezeichnet, befindet sich in Frickenhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Lauben im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Es steht unter Denkmalschutz.[1]
Geschichte
Das Schloss wurde um 1492[2] durch Bartholomäus Wegmann im Auftrag der Memminger Patrizierfamilie Vöhlin errichtet. Am Gartentor findet sich die Jahreszahl 1578. Das Haus Vöhlin war eine der größten süddeutschen Gesellschaften im Warenhandel, aber auch im Finanz- und Montanbereich. Die Frickenhauser Vöhlin ließen sich in Illertissen nieder. Erhard Vöhlin II. d. J. (* 1487; † 1557) kaufte 1520 die reichsunmittelbare Herrschaft Illertissen für 30.000 fl von Schweickhart von Gundelfingen und gab das Memminger Bürgerrecht auf.
Nach dem Tod von Johann Joseph II. Vöhlin von Frickenhausen (1709–1785) wurde das Schloss ab dem Jahr 1789 als Pfarrhaus benutzt und befindet sich mittlerweile in Privatbesitz.
Ab Anfang der 2020er-Jahre setzten die Eigentümer das Schloss instand, wofür sie 2025 die Bayerische Denkmalschutzmedaille erhielten.[2]
Baubeschreibung
Das Schloss ist ein dreigeschossiger Bau und mit einem Satteldach gedeckt. An den Seiten des Obergeschosses finden sich jeweils drei Fenster. Zwerchhäuser befinden sich an beiden Traufseiten. Die Zwerchhäuser sind ebenfalls mit einem Satteldach gedeckt.
Sowohl an der südöstlichen wie auch der nordwestlichen Ecke befindet sich ein Rundturm, einer mit Spitzhaube und einer mit Dachbalkon. Der Kerker des ehemaligen Schlosses befindet sich im Untergeschoss des nordwestlichen Rundturmes. Drei Aborterker befinden sich auf der Ostseite des Schlosses. Ein Tonnengewölbe befindet sich in den Räumen des Erdgeschosses.
Der sogenannte Rittersaal im Dachgeschoss wurde erst im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts eingerichtet. Die Stuckaturen an der Decke im Rittersaal stammen von Franz Xaver Zimmermann aus den Jahren 1763/1764. Die Wappen an der Stuckdecke zeigen in der Mitte das Wappen der Stadt Memmingen und des Unterhospitals. Wappen Memminger Patrizier befinden sich in den Ecken des Rittersaals.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bayern III – Schwaben. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03116-6, S. 348.
- Tilmann Breuer: Stadt- und Landkreis Memmingen. Hrsg.: Heinrich Kreisel und Adam Horn. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 109.
Einzelnachweise
- ↑ Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Eintragung D-7-78-163-7
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmalschutzmedaille 2025. München 2025, S. 12–13 (online [PDF; 6,6 MB; abgerufen am 21. September 2025]).
Weblinks
- Bayerischer Rundfunk – Schwaben & Altbayern: Ende des Dornröschenschlafs: Die Rettung des Vöhlin-Schlösschens auf YouTube, 15. Dezember 2021 (Autorin: Sabine Frühbuss).
- Dokumentation der Architekten und Besitzer
Koordinaten: 48° 4′ 21,5″ N, 10° 18′ 56,5″ O