Schloss Falkenberg (Niemodlin)
Das Schloss Falkenberg (polnisch Zamek Niemodlin) ist eine Schlossanlage in Niemodlin (deutsch Falkenberg O.S.) im Powiat Opolski der Woiwodschaft Opole in Polen.
Lage
Das Schloss Falkenberg liegt im Osten von Niemodlin an der Droga krajowa 46. Zur Schlossanlage gehören der vormalige Schlossteich und der Schlosspark.
Geschichte
Um 1313 ließ Herzog Bolko II. von Falkenberg anstelle eines hölzernen Burg aus dem 13. Jahrhundert, eine steinerne Burg erbauen, die später zu einem Schloss umgebaut wurde. Nach dem Tod des Falkenberger Herzogs Bolko II. gelangte es 1460 an das Herzogtum Oppeln, mit dem es bis 1532 verbunden blieb.
In den folgenden Jahrhunderten wurde das Schloss mehrmals zerstört. Im 15. Jahrhundert wurde es in den Hussitenkriegen zerstört, 1552 durch einen Brand und 1643 im Dreißigjährigen Krieg. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Schlossanlage im Stil der Renaissance umgestaltet. Dabei erhielt das Gebäude den noch heute bestehenden rechteckigen Innenhof mit Bogengängen. Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss im Stil des Barock umgebaut. Im 19. Jahrhunderten wurden die Kreuzgänge teilweise zugemauert und die Schlosskapelle erbaut.
Bis 1945 wechselte das Schloss mehrmals seinen Besitzer, darunter die Adelsgeschlechter Hohenzollern, Logau, Pückler und Promnitz. 1833 wurde auf Schloss Falkenberg der Reichstagsabgeordnete Friedrich von Praschma, 1867 der Reichstagsabgeordnete Hans Praschma von Bilkau und 1887 die Grafikerin Elisabeth von Sydow geboren. Letzter Besitzer des Schlosses war Graf Friedrich Leopold von Praschma.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurden im Schloss mehrere öffentliche Einrichtungen untergebracht, darunter eine Oberschule, eine Unteroffiziersschule und das staatliche Repatriierungsamt. Durch fehlende Renovierungsarbeiten verkam das Gebäude allmählich zu einer Ruine und konnte teilweise nicht mehr genutzt werden. 1990 wurde es von einem privaten Investor aufgekauft. 2006 drehte der polnische Regisseur Jan Jakub Kolski im Schloss den Film Jasminum.
2015 ging das Schloss in die Hände eines neuen Eigentümer, einer Firma aus Łódź. Im Zuge von Revitalisierungsarbeiten wurde im April 2017 im Schloss eine Nachahmung des berühmten Bernsteinzimmer untergebracht. Im September 2017 wurde die Schlossanlage zum beliebtesten Schloss Polens gewählt.[2] Derzeit wird das Schloss umfassend saniert.
Literatur
- Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 2, Selbstverlag, Berlin 1859/1860. Bildblatt. Textblatt.
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 651 f.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1955, ISSN 0435-2408, S. 332 f.
- ↑ Nowa Trybuna Opolska 18. September 2017.
Koordinaten: 50° 38′ 30,5″ N, 17° 37′ 23,2″ O