Schloss Erwitte

Schloss Erwitte ist ein historisches Wasserschloss in der Stadt Erwitte, Nordrhein-Westfalen.

Geschichte

Das Gelände des heutigen Schlosses Erwitte wurde erstmals im Jahr 1273 urkundlich erwähnt, als eine mittelalterliche Burg die Landschaft prägte. Im 17. Jahrhundert ließ die Adelsfamilie von Landsberg das heutige Schloss in der Nähe der Burg errichten.

Anschließend wechselte das Anwesen über Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Im 19. Jahrhundert fiel es an die Grafen von Landsberg-Velen und Gemen, bevor es 1920 von der Gemeinde Erwitte gekauft wurde. Ab 1932 ging das Schloss in den Besitz der Stadt Erwitte über und diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Reichsschulungsburg der Deutschen Arbeitsfront und der NSDAP. In dieser Zeit kam es unter der Leitung des Architekten Julius Schulte-Frohlinde zu umfangreichen Umbauten des Schlosses. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Nebengebäuden errichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Gelände eine Garnison und ein Kinderheim untergebracht. Später diente es als Hotel und Veranstaltungsort. Im Jahr 2018 übernahm die Volker Westermann Unternehmensgruppe das Schloss und modernisierte es umfassend. Seit 2024 kooperiert das Schloss Erwitte mit dem Standesamt Hellweg der Stadt Erwitte bei der Ausrichtung von Hochzeiten.

Architektur

Das Wasserschloss wurde im Renaissance-Stil erbaut. An seiner nordöstlichen Ecke befindet sich ein dreigeschossiger Eckturm. Das Eingangsportal befindet sich in Gebäudemitte. Einflüsse der Weserrenaissance sind spürbar an der Westseite durch die mit Ziergiebel versehenen Erkervorbauten. Die Freitreppe des Barockportals an der Westfront lag in der Achse einer Kastanienallee, die 1965 abgeholzt und durch eine Lindenallee ersetzt wurde. Die in den 1930er Jahren erfolgten Baumaßnahmen folgten dagegen weitgehend den Grundsätzen der nationalsozialistischen Architektur.

Verkehrsanbindung

Schloss Erwitte liegt nahe der Städte Dortmund, Bielefeld, Münster und Paderborn und ist über die Autobahnen A2, A33 und A44 zu erreichen.

Literatur

  • Willi Mues: Das Schloss Erwitte: Mitten drin... in Heimatkalender Kreis Soest 2009 (Seiten 65–67) ISBN 978-3-928295-44-4
  • Joseph Lammers: Geschichte, Ästhetik und Erziehung – Die Reichsschulungsburg in Erwitte. In: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde. Bd. 76. Münster: Aschoff 1998. S. 216–360.
  • Joseph Lammers: Die ehemalige Reichsschulungsburg Erwitte 1945-1998. In: Vergegenständlichte Erinnerung: Über Relikte der NS-Architektur. Bd. 2. Weimar: Bauhaus 1999. ISBN 3860681028
Commons: Schloss Erwitte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 36′ 56,8″ N, 8° 20′ 27,6″ O