Schliederlekapelle
Die Schliederlekapelle ist eine Kapelle in Berg in der Gemeinde Kals am Großglockner in Osttirol. Sie ist dem heiligen Rupert geweiht.
Lage
Die Schliederlekapelle liegt im Osten der Streusiedlung Berg auf der gleichnamigen Hofstelle Schliederle (Glor-Berg 15) bzw. nördlich des Groderhofs (Glor-Berg 14). Sie ist über die Straße, die vom Kalsertal zum Lucknerhaus führt, erreichbar.
Geschichte
Der Name Schliederer und Schliederle wird urkundlich 1423 erstmals in Zusammenhang mit dem Steffan ab d(em) Slud(er) erwähnt. Es handelt sich um eine Variante des Familiennamens Schluder(mann) (schludrig sein -> nachlässig arbeiten).[1] Die Kapelle wurde um 1820 errichtet und 1983 umgebaut, wobei die Umbauten insbesondere den Turm betrafen, der sich einst nördlich befand. Des Weiteren wurde die Kapelle 1983 restauriert.
Bauwerk
Bei der Schliederlekapelle handelt es sich um einen einfachen Holzständerbau über rechteckigem Grundriss mit leicht eingezogenem, polygonalen Chor. Sie wird durch ein steiles, schindelgedecktes Dach geschützt, auf dem sich eingangsseitig ein hölzerner Dachreiter mit rundbogigen Schallfenstern und geschwungenem Zeltdach befindet. Der Dachreiter wird dabei von Kugel und Kreuz bekrönt. Der Eingang im Westen erfolgt durch eine einfache Rechtecktür, die Längswände sind jeweils von einem Rechteckfenster durchbrochen.
Die Kapelle wurde im 19. Jahrhundert errichtet und 1977 renoviert. Es handelt sich um einen kleinen Kapellenbau mit fast quadratischem Grundriss und Rundapsis, der durch ein schindelgedecktes Dach über Hohlkehle geschützt ist. Äußerlich ist die Kapelle durch gelbe Rauhputzwände mit weißer, glattverputzter Rahmengliederung geprägt, wobei sich das Bogenportal mit darüberliegendem Lünettenfenster in der nördlichen Giebelwand befindet. Die Längswände sind jeweils durch ein rundbogiges Fenster durchbrochen. Im Inneren der Kapelle findet sich eine flach gewölbte Holzdecke, vertäfelte Wände und ein Schiffboden.
Ausgestattet wurde die Kapelle mit einem hölzernen, marmorierten Altar mit Pilastergliederung über einer einfachen Kastenmensa. Der Altar zeigt ein Bild des heiligen Rupertus, das von kleinen Holzfiguren der heiligen Silvester und Chrysanth flankiert wird. Er stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als weitere Einrichtungsgegenstände finden sich eine vergoldete Figur des heiligen Ruperts (Mitte des 19. Jahrhunderts), ein Vortragskreuz (19. Jahrhundert) sowie eine Heilige-Geist-Taube und eine Lourdesmadonna (jeweils 19. Jahrhundert) in der Kirche. Ergänzt wird die Einrichtung durch Bilder mit Heiligendarstellungen. Die Stahlglocke wurde 1922 angekauft.
Einzelnachweise
Literatur
- Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Lienz. Teil III. Iseltal, Defereggental, Kalsertal, Virgental. Verlag Berger, Horn 2007, ISBN 978-3-85028-448-6 (Österreichische Kunsttopographie, Band LVII), S. 344 f.
Weblinks
Koordinaten: 47° 0′ 40,9″ N, 12° 40′ 44,8″ O