Schledehausen (Adelsgeschlecht)

Schledehausen (auch Schledesen, Sledesen o. ä.) ist der Name eines erloschenen niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz auf der Burg zu Schledehausen, heute ein Ortsteil von Bissendorf im Landkreis Osnabrück. Es erscheint urkundlich erstmals 1160 mit Rikezo von Sledesen, allerdings dürfte auch schon ein 1096 auftretender Osnabrücker Ministeriale namens Rikinzo zur Familie zu zählen sein. In der Verwaltung der Stadt und des Landes Osnabrück nahm die Familie zu jener Zeit eine zentrale Rolle ein. Baldewin von Sledesen war 1162 Osnabrücker Bürgermeister und 1177 Osnabrücker Stadtrichter. Rikezo war 1186 Stadtrichter und 1186–1189 Bürgermeister. Beide Ämter wurden in älterer Zeit fast ausschließlich mit ritterbürtigen Personen besetzt. Wessel von Sledesen erscheint 1215–1220 häufiger als Ministeriale und Gograf. Sweder von Sledesen war 1271–1280 Drost des Bischofs von Osnabrück. Um 1300 werden die Brüder Wessel und Ludolf von Sledesen als Knappen und Hausbesitzer in Osnabrück urkundlich erwähnt.[1]

Als Herr der Burg zu Schledehausen erscheint 1343 ein Sweder von Sledesen, der mit Mechtild von Langen verheiratet war. Ihr Sohn Sweder, der mit einer von Budde vermählt war, hat offenbar keine männlichen Erben hinterlassen. Jedenfalls fiel die Burg zu Schledehausen 1396 über seine zweite Tochter, Elisabeth von Schledehausen, die mit Rabodo von Schele verheiratet war, an dessen Familie. In der Nachfolge wurde die Burg nun „Schelenburg“ genannt.[1] Auch vermehrten die Schele ihr Wappen mit dem Wappen derer von Schledehausen (siehe unten). Die Herren von Schledehausen waren demnach gegen Ende des 14. Jahrhunderts im Mannesstamm ausgestorben.

Wappen

Blasonierung: In Gold drei (2:1) schwarze Wolfsangeln. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein goldener Pfauenwedel mit goldenem Griff, beidseitig begleitet von einer schwarzen Wolfsangel.[2]

Nachdem die Herren von Schele die Burg in Schledehausen übernommen hatten, vermehrten sie ihr Wappen um das derer von Schledehausen. Später wurde das Wappen derer von Schledehausen auch in das Wappen der Gemeinde Bissendorf aufgenommen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Bruch (1965), S. 134.
  2. Spießen (1901–1903), S. 113.