Schlebrügge (Adelsgeschlecht)

Schlebrügge (auch Schleebrügge o. ä.) ist der Name eines westfälischen Briefadelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht wurde am 20. Juli 1802 mit Johann David Schlebrügge (1769–1851), promovierter Jurist und preußischer Landrat des Kreises Lüdinghausen, zusammen mit seiner ersten Ehefrau, Clara Bernardina geborene Zurmühlen, mit Prädikat „von“ in den Reichsadelsstand erhoben.[1] Aus der Ehe ging die Tochter Anna Pauline von Schlebrügge hervor, die mit Clemens Mersmann, Landrat in Coesfeld, verheiratet war. Johann Davids zweite Ehefrau war Maria Anna Theresia von Büren, Tochter von Friedrich Christian von Büren, münsterischer Landpfennigmeister, und Theodore Wilhelmine Zurmühlen.

Ein weiteres Kind aus erster Ehe war Franz Joseph Friedrich von Schlebrügge (1797–1884), der Karoline Adolfine Friederike von Detten heiratete. Ihr Sohn Friedrich Karl Bernhard Felix Heinrich Franz von Schlebrügge (* 1849) heiratete Nanny Schultz. Aus der Ehe stammt Baron Friedrich Karl Johannes von Schlebrügge (1886–1954), Kavallerieoffizier im Ersten Weltkrieg. In den 1920ern und 1930ern war dieser Geschäftsmann in Berlin. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von den Nationalsozialisten inhaftiert, da er sich weigerte, wieder in den Militärdienst einzutreten, und jüdische Freunde schützte. Durch eine Heirat im Gefängnis mit der Schwedin Birgit Holmquist erlangte er seine Freilassung. Die Eheleute flohen nach Mexico. Dort wurden ihre Kinder Nena von Schlebrügge (* 1941), spätere Ehefrau von Robert Thurman und Mutter von Uma Thurman, und Björn von Schlebrügge geboren. Eine väterliche Halbschwester von Nena und Björn von Schlebrügge ist die Großmutter des schwedischen Fußballspieler Max von Schlebrügge (* 1977).

Persönlichkeiten

Wappen

Blasonierung des Redenden Wappens: In Gold eine rote Steinbrücke von drei Bogen, darunter blaue Wasser. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Helmdecken ein geschlossener Flug, der vordere Flügel rot, der dahinterliegende golden.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. AT-OeStA/AVA Adel RAA 371.23.
  2. Spießen (1901–1903), S. 112.