Schlange und Hund

Schlange und Hund ist eine Geschichte aus Hundertundeine Nacht (→ Hundertundeine Nacht – Liste der Geschichten, HEN 28), dem kleinen Schwesterwerk von Tausendundeine Nacht. Sie ist eine Binnengeschichte von Die List und Tücke der Frauen (HEN 14).

In der Geschichte versucht ein Hund ein Kind vor einer Schlange zu retten, doch kommt es zu einer tragischen Verwechselung.

Handlung

Einst bekleidete ein Mann eine hohe Stellung beim Sultan. Er besaß einen Hund, mit dem er zusammen auf die Jagd ging und der ihm das liebste Wesen auf der Welt war. Eines Tages ließ seine Frau ihren kleinen Sohn schlafend in der Wiege zurück, der Vater blieb sitzen. Da kam ein Bote des Sultans und rief ihn ab. Der Mann beorderte den Hund, gut auf das Kind aufzupassen.

Während der Hund neben dem kleinen Kind saß, erschien eine schwarze Schlange und wollte das Kind beißen. Der Hund stürzte sich auf die Schlange und riss ihr den Kopf ab. Der Mann kam nach Hause und der Hund kam ihm aus dem Haus entgegengelaufen, im Maul etwas vom Fleisch der Schlange. Als der Mann den Hund in diesem Zustand sah, glaubte er, er sei wild geworden und habe seinen Sohn gefressen. Er versetzte dem Hund einen Schlag und tötete ihn. Dann ging er ins Haus, fand seinen Sohn schlafend vor, am Kopfende fand er die Überreste der von seinem Hund getöteten Schlange. Der Mann schlug sich ins Gesicht, doch seine Reue nutzte ihm nichts mehr.

Hintergrund

Die Geschichte spielt in der 67. bis 68. Nacht von Hundertundeine Nacht.[1]

Für ihre Übersetzung griff die deutsche Arabistin Claudia Ott auf das Aga-Khan-Manuskript aus dem Jahr 1234 zurück, es ist die älteste erhaltene Handschrift der Geschichten aus Hundertundeine Nacht.[2]

Literatur

  • Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 165 f.

Einzelnachweise

  1. Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 165 f.
  2. Claudia_Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 241.