Schlafkrankheit (Film)
| Film | |
| Titel | Schlafkrankheit |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch, Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Länge | 91 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Ulrich Köhler |
| Drehbuch | Ulrich Köhler |
| Produktion |
|
| Kamera | Patrick Orth |
| Schnitt |
|
| Besetzung | |
| |
Schlafkrankheit ist ein Spielfilm des deutschen Regisseurs Ulrich Köhler aus dem Jahr 2011. In dem Drama um einen deutschen Entwicklungshelfer (gespielt von Pierre Bokma) im westafrikanischen Kamerun werden die Probleme der Entwicklungshilfe thematisiert. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 23. Juni 2011. Köhlers Regiearbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem deutschen Filmkunstpreis und dem Preis für die beste Regie (Silberner Bär) der Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Der Film wurde von Komplizen Film in Koproduktion mit öFilm, Why Not Productions, IDTV Film und in Kooperation mit dem deutsch-französischen Fernsehsender ARTE sowie dem ZDF produziert.
Handlung
Ebbo Velten arbeitet in Kamerun in einem Hilfsprojekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit und lebt dort mit seiner Frau Vera. Ihre Tochter Helen, die normalerweise ein Internat in Wetzlar besucht, kommt zu Besuch nach Afrika. Obwohl es nur wenige Patienten gibt, fließen großzügige europäische Fördermittel. Schließlich kehrt Veltens Familie nach Europa zurück, während er in Kamerun bleibt.
Drei Jahre später reist der WHO-Inspektor Alex Nzila an, um das Projekt zu evaluieren. Schon auf dem Weg zur Klinik gerät er in Spannungen mit Einheimischen, weil er befürchtet, übervorteilt oder bestohlen zu werden. In der Klinik ist Velten zunächst nicht aufzufinden. Währenddessen muss eine Frau mit Geburtskomplikationen dringend per Kaiserschnitt entbunden werden. Velten erscheint im letzten Moment, führt die Operation durch und bringt das Kind zur Welt – ein Mädchen, das aus seiner Beziehung mit der Mutter hervorgegangen ist. Bald treffen die Angehörigen ein, um die Geburt zu feiern. Als Veltens „Schwiegervater“ ihn bittet, dem Bruder der Frau finanziell zu helfen, weist Velten dies schroff zurück, was Spannungen innerhalb der Familie auslöst.
Anschließend zeigt Velten dem Inspektor mehrere Stationen gegen die Schlafkrankheit, in denen keine Fälle mehr verzeichnet werden. Danach führt er ihn zu einem touristischen Projekt. Später bricht er mit Nzila, einem Bekannten und einem Führer zu einer nächtlichen Jagd mit Scheinwerfern und Gewehren auf. Nach einem Streit verlässt der Bekannte die Gruppe. Velten jagt mit dem Führer weiter, während der Inspektor einschläft. Ein Schuss weckt ihn; der Führer kehrt ohne Velten zurück, bringt Nzila an den Fluss und lässt ihn dort zurück. Am Morgen erscheint der Führer mit einem Einbaum, um ihn zu retten. Plötzlich taucht auf geheimnisvolle Weise ein Flusspferd aus dem Dschungel auf – ein Tier, das zuvor in dieser Region als äußerst selten beschrieben worden war. Velten („Ich muss an Metamorphosen glauben“) scheint verschwunden oder tot; ob er wirklich gestorben ist, bleibt offen.
Entstehungsgeschichte
Köhler, der Sohn von Entwicklungshelfern, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der Republik Kongo. Diese Erfahrungen, verbunden mit neueren Recherchen, die Köhler in verschiedenen afrikanischen Ländern durchführte, bilden die Basis für den Film, der vorrangig aus kleinen Alltagsbeobachtungen besteht, die Wahrheiten über die postkoloniale Beziehung zwischen Europa und Afrika ins Bild setzen.
Kritiken
Die Zeit bezeichnete den Film als „eine erhellende Expedition, einen Blick auf unseren Blick auf einen fremden Kontinent“ mit dem „überraschendsten Ende, das man seit Langem im deutschen Kino gesehen hat“. Der Spiegel titelte: „Endlich ein entwickelter Blick auf Afrika“, indem es Ulrich Köhler gelingt, „die Fortschritte des Kontinents zu zeigen und ihm gleichzeitig sein Geheimnis zu lassen“.
Auszeichnungen
- 2011: Preis für die beste Regie (Silberner Bär) der Internationalen Filmfestspiele Berlin
- 2011: Filmkunstpreis des Festivals des deutschen Films
Literatur
- Besprechung. In: Die Zeit, Nr. 26/2011
Weblinks
- Schlafkrankheit bei IMDb
- Schlafkrankheit bei filmportal.de
- Rezension bei ARTE ( vom 27. Januar 2016 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Schlafkrankheit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2011 (PDF; Prüfnummer: 126 737 K).