Schlacht von Signal Hill
| Schlacht von Signal Hill | |||||||||||||||||
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| Teil von: Siebenjähriger Krieg (Siebenjähriger Krieg in Nordamerika) | |||||||||||||||||
Ansicht des französischen Angriffs auf Neufundland in der Nähe von St. John’s. | |||||||||||||||||
| Datum | 15. September 1762 | ||||||||||||||||
| Ort | St. John’s, Neufundland | ||||||||||||||||
| Ausgang | Britischer Sieg | ||||||||||||||||
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Europäischer Kriegsschauplatz:
Pirna* – Lobositz* – Prag* – Kolin* – Hastenbeck** – Groß-Jägersdorf* – Moys* – Hastenbeck* – Roßbach* – Breslau* – Leuthen* – Rheinberg** – Krefeld** – Domstadtl* – Olmütz* – Mehr** – Zorndorf* – Saint-Cast – Hochkirch* – Bergen** – Kay* – Minden** – Kunersdorf* – Lagos*** – Hoyerswerda* – Bucht von Quiberon*** – Maxen* – Koßdorf* – Landeshut* – Emsdorf** – Warburg** – Liegnitz* – Berlin* – Kloster Kampen** – Torgau* – Döbeln* – Vellinghausen** – Ölper** – Burkersdorf* – Reichenbach* – Freiberg*
(* Dritter Schlesischer Krieg; ** westlicher Kriegsschauplatz – Großbritannien / Kur-Hannover u. a. Alliierte gegen Frankreich; *** Seeschlacht)
Amerikanischer Kriegsschauplatz:
Siebenjähriger Krieg in Nordamerika und der Karibik
Monongahela – Lake George – Carillon – La Belle Famille – Québec – Beauport – Abraham-Ebene – Sainte-Foy – Restigouche – Tacky’s Rebellion – Belagerung von Havanna – Signal Hill – Pontiac-Aufstand
Asiatischer Kriegsschauplatz:
Kalkutta – Chandannagar – Plassey – Cuddalore – Negapatam – Condore – Madras – Masulipatam – Pondicherry I – Chinsurah – Wandiwash – Pondicherry II – Manila – Palaris-Aufstand
Die Schlacht von Signal Hill am 15. September 1762 war die letzte Schlacht im Franzosen- und Indianerkrieg in Nordamerika. Britische Truppen unter Oberstleutnant William Amherst eroberten St. John’s zurück,[1] das die Franzosen Anfang des Jahres in einem Überraschungsangriff eingenommen hatten.
Hintergrund
1762 kämpften Frankreich und Großbritannien bereits seit sieben Jahren und erwogen beide einen Friedensschluss. Die lange britische Blockade der französischen Küste hatte die französische Wirtschaft in den Niedergang getrieben. Sie hatte auch die französische Marine daran gehindert, den französischen Kolonien weltweit zu Hilfe zu kommen, und viele Kolonien waren von Großbritannien eingenommen worden. Um die französische Marine in den Friedensjahren wieder aufzubauen, glaubten die Franzosen, Zugang zu den Fischereigebieten Neufundlands zu benötigen, und planten im Vorfeld der bevorstehenden Friedensverhandlungen eine Expedition zur Einnahme der Insel. Im Mai 1762 durchbrach ein kleiner Marineverband bestehend aus den zwei Linienschiffen Robuste und Éveillé, einer Fregatte und zwei Transportschiffen, unter der Führung von Capitaine de Vaisseau Charles-Henri-Louis d’Arsac de Ternay, die britische Blockade von Brest und lief westwärts in den Atlantik.[2]
Französische Besatzung
Nach dem Eintreffen dieser Einheit vor Ort erzwangen die Franzosen unter dem Comte d’Haussonville am 27. Juni 1762 die britische Kapitulation von St. John’s. In den folgenden Wochen festigte d’Haussonville unter dem Oberbefehl des Chevalier de Ternay die französische Position in Neufundland. Sein Verteidigungssystem bestand aus mehreren mit Artillerie ausgerüsteten Vorposten rund um Signal Hill, einem strategischen Punkt, der die Umgebung beherrschte.
Am 13. September 1762 landeten die Briten in Torbay, wenige Meilen nördlich. Ternay und Haussonville konnten diesem Vorstoß nichts entgegensetzen. Um den britischen Vormarsch zu behindern, entsandten sie eine Abteilung zur Bewachung des kahlen Gipfels des Signal Hill.[3]
Regionale Bedeutung
St. John’s, die östlichste Stadt Amerikas (nach Grönland), war ein wichtiger Anlegeplatz für Schiffe aus Europa und deren Vorbereitung auf weitere Flussreisen ins Landesinnere. Im Zuge der anhaltenden Konkurrenz zwischen Franzosen und Briten in Nordamerika eroberten die Franzosen dieses wertvolle Gebiet. Die Briten schlugen rasch zurück und eroberten die Stadt zurück.
Neben seinen Küstenvorteilen wurde St. John’s auch für seinen Reichtum an natürlichen Ressourcen geschätzt. St. John’s hatte eine riesige Fischereiindustrie; um 1540 fuhren spanische und portugiesische Schiffe ausschließlich zum Fischfang dorthin. Das Land ist außerdem reich an Tannen und Fichten, die häufig im Schiffsbau und oft als Nahrungs- und Arzneimittelquelle verwendet wurden.[4]
Signal Hill diente im 18. Jahrhundert als Verteidigungszentrum von St. John’s. Entlang der Atlantikküste und nordöstlich der Avalon-Halbinsel (Südost-Neufundland) liegt Signal Hill neben der Hafeneinfahrt von St. John’s. Da das Meer während der Schlacht das einzige effektive Transportmittel war, konnten die Truppen auf Signal Hill Küstenfahrzeuge schon von weitem erkennen. Außerdem musste Signal Hill passiert werden, um die Siedlung St. John’s vom Meer aus zu erreichen. Verteidiger konnten so ausländische Kriegsschiffe angreifen und deren Zerstörung der Siedlung verhindern.[4]
Die Schlacht
Am 26. August erreichten britische Kriegsschiffe unter Kapitän Campbell, die von Amherst entsandt worden waren, den nun britischen Hafen von Halifax, um St. John’s zurückzuerobern. Diese Kriegsschiffe stachen am 1. September – drei Tage später als erwartet aufgrund von Gegenwind – wieder in See und erreichten Louisbourg am 5. September. Nach ihrer Abreise am 7. September schloss sich Campbells Flotte am 11. der von Lord Colvill an, unweit der Südküste von St. John’s. Um den 12. landeten die Flotten in Torbay, wenige Meilen nördlich von St. John’s, und nahmen drei Gefangene. Die französischen Kommandeure Graf D’Haussonville und Bellecombe konnten die britische Landung in Torbay nicht verhindern und schickten daher lediglich ein Bataillon zur Bewachung des Signal Hill, einer Erhöhung außerhalb der Siedlung, die einen idealen Stützpunkt für die natürliche Verteidigung darstellte. Am 15. September morgens erklommen britische Truppen den von den Franzosen gehaltenen Hügel. Die Briten hatten den Überraschungseffekt auf ihrer Seite und das Gefecht war kurz, aber tödlich. Der Kommandant des französischen Detachements, Guillaume de Bellecombe, wurde schwer verwundet. Auf britischer Seite zerschmetterte eine Kugel die Beine von MacDonell, einem von Amhersts Offizieren. Die Briten griffen etwa 295 französische Infanteristen an, während sich die restlichen Franzosen (etwa 600) nach Fort William zurückzogen.[3]
Nachwirkungen
Am Ende der Schlacht kontrollierten die Briten Signal Hill. Gestärkt durch diesen Gewinn ließen die Briten zahlreiche Artilleriegeschütze aus Torbay an ihre Stellung liefern und begannen mit dem Bau von Batterien zum Beschuss des Forts.[1] Drei Tage später kapitulierte die französische Garnison von St. John’s, die aus etwas mehr als 700 französischen regulären Soldaten bestand.[5] Dies war die letzte große Schlacht des Krieges in Nordamerika.
Auf Grund seiner Unmittelbaren Auswirkungen und da es das letzte Gefecht des Krieges war, wurde die Schlacht von Signal Hill am 25. Mai 1959, als „Battle of Signal Hill“, durch die kanadische Regierung zu einem „nationalen historischen Ereignis“ erklärt.[6]
Literatur
- Jonathan R. Dull: The French Navy and the Seven Years’ War. University of Nebraska Press. 2005. ISBN 978-0803217317.
- William Fowler, Jr.: Empires at War. New York: Walker & Company. 2005. ISBN 0-8027-1411-0.
- Georges Cerbelaud-Salagnac: La reprise de Terre-Neuve par les Français en 1762. In: Revue française d’histoire d’outre-mer. Band LXIII. 1976. Nr. 231.
- Major Evan W. H. Fyers: The Loss and Recapture of St. John’s, Newfoundland, in 1762. Army Historical Research. Band XI. 1932.
- André de Visme: Terre-Neuve 1762: Dernier combat aux portes de la Nouvelle-France. Montréal. 2005. ISBN 2-9808847-0-7.
Einzelnachweise
- ↑ a b The London Gazette. Ausgabe Nr. 10251 vom 9. Oktober 1762. S. 2.
- ↑ Jonathan R. Dull: The French Navy and the Seven Years’ War. University of Nebraska Press. 2005. ISBN 978-0803217317. S. 226.
- ↑ a b The London Gazette. Ausgabe Nr. 10251 vom 9. Oktober 1762. S. 1.
- ↑ Stichwort: Signal Hill. In: The Canadian Encyclopedia. Link. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ John Clarence Webster (Hrsg.): The Recapture of St. John’s, Newfoundland. Journal of Lieut.-Colonel William Amherst. 1928. Link. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Battle of Signal Hill National Historic Event. In: Directory of Federal Heritage Designations. Parks Canada, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).