Schillerstraße 5 (Weimar)
Die Schillerstraße 5 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Weimarer Altstadt.
Geschichte
Der Hausteil Schillerstraße 1 ist mit der Brauhausgasse 2 verbunden. Das dreigeschossige, klassizistische Haus mit Satteldach wurde 1837 von dem Ökonomen Georg Heinrich Schaller errichtet. Die Hausnummern 1, 3, 5, 7 und 9 gehörten zu einem Bauprojekt, das diese Gebäude an der Südseite der Schillerstraße zu einer geschlossenen Zeilenbebauung verband, die über dem 1837 überwölbten Schützengraben angelegt wurde. Federführend war hierbei die Oberbaudirektion, für die Heinrich Heß hierzu einen Generalplan erarbeitete. Dieser sollte insbesondere der Fassaden ein einheitliches Aussehen geben. Auch am Schallerschen Haus nahm Heß daher verschiedene Änderungen vor. Dazu war der Bauherr gezwungen, sein Vorhaben, eine Remise zu errichten, zugunsten eines Wohnhauses in den vorgegebenen Dimensionen zu ändern. Im Jahre 1899 wurde das Innere nach einem Entwurf von Rudolf Zapfe umgestaltet. 1912 kam der Einbau eines Ladens für den Hofjuwelier Theodor Müller hinzu. Allerdings gab es schon 1878 in der Schillerstraße 5 eine Juwelen-, Gold- und Silberschmiedewerkstatt.[1] Die Fassade wurde 1924 nach einem Entwurf von Otto Zapfe neu verputzt. Die Travertinplattenverkleidung des Erdgeschosses kam 1938 nach einem Entwurf von Ernst Flemming dazu. Die fünfachsige Fassade mit neoklassizistischer Gliederung ist durch Lisenen und Putzfelder gekennzeichnet. Die Ladeneinrichtung von 1912 wurde mit Parkettfußboden, einem Kamin in der Mitte mit Marmorverkleidung und Spiegelaufsatz sowie einer Kassettendecke versehen. Auf der dunklen Holzverkleidung setzen Messingleisten, Spiegelglas und heller Marmor lichte Akzente. Zeitgleich mit dem Ladeneinbau kam im Kellerbereich der Einbau einer Kassettendecke und eines Tresors dazu. Außerdem wurde ein wesentlicher Teil der Inneneinrichtung mit den Parkettfußböden, den Feldertüren, den Decken mit Stuckvouten usw. erneuert. Das Treppenhaus mit einer einläufigen, im oberen Viertel verzogenen Holztreppe mit barockisierenden Brettbalustern geht auf den Umbau von 1899 zurück.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Art. Silberwarenfabrik, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 401 f. Hier S. 402.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 472.
Koordinaten: 50° 58′ 43,3″ N, 11° 19′ 42,1″ O