Schiller (Mondkrater)

Schiller
Schiller und Umgebung (LROC-WAC)
Position 51,75° S, 39,83° W
Durchmesser 179 km
Tiefe 2500 m[1]
Kartenblatt 125 (PDF)
Benannt nach Julius Schiller (1581–1627)
Benannt seit 1935
Sofern nicht anders angegeben, stammen die Angaben aus dem Eintrag in der IAU/USGS-Datenbank

179.36

Schiller ist ein Einschlagkrater im Süden der Mondvorderseite.

Der Krater liegt östlich des Kraters Phocylides und nordwestlich von Clavius. Schiller hat eine eigentümliche, länglich-ovale Form, wobei die Längsachse nach Nordwesten weist (in ungefährer Richtung des Mare Orientale). Am nördlichen Ende befindet sich eine langgestreckte, kammartige Erhebung, ansonsten ist der Kraterboden weitgehend eben. Das Einschlagereignis fand in der nektarischen Periode statt.[2]

Schiller hat achtzehn Nebenkrater:[3]

Liste der Nebenkrater von Schiller
Buchstabe Position Durchmesser Link
A 47,17° S, 37,73° W 11 km [1]
B 48,88° S, 39,17° W 17 km [2]
C 55,36° S, 49,29° W 45 km [3]
D 55,05° S, 49,33° W 9 km [4]
E 54,59° S, 48,79° W 8 km [5]
F 50,66° S, 43,01° W 13 km [6]
G 51,23° S, 38,34° W 9 km [7]
H 50,63° S, 37,69° W 72 km [8]
J 49,65° S, 36,75° W 8 km [9]
K 46,7° S, 38,81° W 10 km [10]
L 47,12° S, 40,26° W 10 km [11]
M 48,22° S, 41,29° W 9 km [12]
N 53,62° S, 42,03° W 6 km [13]
P 53,58° S, 43,68° W 6 km [14]
R 52,25° S, 45,87° W 8 km [15]
S 54,97° S, 40,37° W 22 km [16]
T 50,73° S, 41,33° W 7 km [17]
W 54,51° S, 41,11° W 16 km [18]

Der Krater wurde 1935 von der IAU nach dem deutschen Astronomen Julius Schiller offiziell benannt.[3]

Die Rollspur eines Felsens

Am südwestlichen Hang des Zentralbergs, am Nebenkrater Schiller T, gibt es eine Spur eines zirka 9 m großen Felsbrockens. Auch wenn die Spur frisch aussieht, so zeigen Überlagerungen kleinerer späterer Krater, dass sie zwischen 50 und 100 Millionen Jahre alt ist, was nach geologischen Maßstäben immer noch als jung gilt. Der Brocken könnte etwa durch Bodenerschütterungen, verursacht durch einen nahegelegenen Einschlag, oder durch einen Treffer eines kleineren Meteoriten ins Rollen gekommen sein. Es wird geschätzt, dass derartige Spuren nur einige zehn Millionen Jahren überdauern.[4]

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Einzelnachweise

  1. John E. Westfall: Atlas of the Lunar Terminator. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2000, ISBN 0-521-59002-7 (englisch).
  2. A. Losiak, T. Kohout, K. O’Sulllivan, K. Thaisen, S. Weider: Lunar Impact Crater Database. Lunar and Planetary Institute, Mai 2011, abgerufen am 10. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b Schiller im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS
  4. James Ashley: A Recent Journey. 7. Februar 2012, abgerufen am 11. Oktober 2025 (englisch).