Schilgen (Familie)

Schilgen ist der Name einer nordrhein-westfälisch-niedersächsischen Familie, die in einem Zweig 1787 in den Reichsadelsstand erhoben wurde.

Geschichte

Die frühesten bekannten Vertreter des Geschlechts waren im Rheinland ansässig, u. a. in Köln und Neuss. Von dieser ältesten Stammlinie stammt auch der promovierte Jurist Johann Schilgen, Bürgermeister in Rheine. Dann spaltete sich die Familie in eine ältere und eine jüngere Linie.[1]

Die ältere Linie war ansässig in Dorsten, der Grafschaft Bentheim, Rheine und Emsdetten. Ein Mitglied dieser Linie war Christian Joseph Schilgen, Hofrichter in Bentheim. Andere Familienmitglieder dieser Familie gründeten 1873 die J. Schilgen GmbH & Co. KG. Ein Sohn der Firmengründer, Joseph Schilgen (1887–1955), war Zentrums-Politiker und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Ein anderer Zweig dieser Linie kam auch nach Belgien.[2]

Die jüngere Linie lebte in ursprünglich in Münster und Osnabrück, später auch im Oldenburgischen.[3] Ein Zweig dieser jüngeren Linie der Familie wurde in Person des Albert Franz Xaver Ignaz Schilgen (1762–1828), promovierter Jurist, Sohn von Johann Wilhelm Nikolaus Schilgen (1715–1767) und Maria Anna Gertrud von Schlaun (1730–1802), am 24. Februar 1787 mit dem Prädikat „von“ in den Reichsadelsstand erhoben.[4] Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke geben als Jahr der Standeserhöhung fälschlicherweise 1789 an.[5] Ein Nachkomme von Albert von Schilgen war 1845 Land- und Stadtgerichtsrat und 2. Direktor zu Arnsberg.[6][7] Wolf von Schilgen (1917–2015) war deutsch-österreichischer Autor.

Persönlichkeiten

Wappen

Blasonierung des Wappens derer von Schilgen (1787): In Gold ein doppeltgeschwänzter roter Löwe, der eine fünfperlige silberne Krone in seinen Pranken hält. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Helmdecken derselbe Löwe mit Krone in den Pranken wachsend.[8]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Pottmeyer (1925), S. 1–16.
  2. Pottmeyer (1925), S. 17–51.
  3. Pottmeyer (1925), S. 52–82.
  4. AT-OeStA/AVA Adel RAA 369.67.
  5. Ledebur (1858), S. 338.
  6. Ledebur (1856), S. 365.
  7. Kneschke (1868), S. 162.
  8. Spießen (1901–1903), S. 112.