Schilder (Adelsgeschlecht)
Schilder (auch Scildere, Schiller o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht stammt aus Ostwestfalen. Dort waren die von Schilder Erbkämmerer und Erbtürhüter des Bistums Paderborn.[1] Als solche wurden sie zu den vier Säulen oder edlen Meyer des Domkapitels zu Paderborn gerechnet. Die Familie saß 1662 zu Burg Dreckburg, Erkentrup (Kreis Bielefeld), Schloss Himmighausen und Neheim, 1664 zu Hammerhausen und noch 1780 zu Sassenberg und Altenbeken, und 1790 zu Ballemühle und Bornhof.[2][3]
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Burg Dreckburg, 2014
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Schloss Himmighausen, 2020
Bereits 1280 war Ritter Bertoldus Scildere Zeuge einer Urkunde des Stifts Geseke. 1344 erscheinen Cordt und Ulrich, Brodere de Scilder, und Wilhelm und Reiner, ebenfalls Brodere de Scilder. 1382 verzichtete Reiner Schilder, armiger, mit seiner Frau Aleid, Tochter des verstorbenen Bettinchus zu Gunsten des Klosters Liesborn auf die Villa Bettinchus. Später tauschten wohl derselbe Reyner de Schilder der Junge, Knappe, und seine Frau Aleid Eigenhörige mit dem Kloster Benninghausen. 1458 wurde Gottschalk Schilder mit dem Erbkämmereramt des Stifts Paderborn belehnt, wie schon vorher sein Vater Hermann Schilder und sein Oheim Henrich. Derselbe Gottschalk Schilder erscheint 1469 als schildbürtiger Freischöffe am Freistuhl zu Arnsberg.[4] Ernst (von) Schilder zu Erkentrup war 1668–1670 Komtur der Deutschorden-Kommende Virnsberg. Von 1664 bis zu seinem Tod war Caspar Mauritz von Schilder (um 1620–1669) Domherr in Münster. Nach ihm waren Johann Wilhelm von Schilder 1687 Kapitularherr zu Münster und Raban Wilhelm von Schilder, Herr auf Sassenburg, 1699 Domherr in Münster, ebenso Cellarius und Kantor sowie 1705 Stiftsherr und 1729 Prior zu Varlar.[3]
Unter König Christian V. von Dänemark (1646–1699) kam ein Oberst von Schilder mit münsterischen Truppen nach Dänemark, vermählte sich mit einer von Urne und setzte den Stamm fort. Einer seiner Söhne war Oberstleutnant in der königlich-dänischen Armee.[3]
Die Familie ist mit dem Tod von Isabelle Franziska Josine von Schilder (* 1729) zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausgestorben.[1]
Wappen
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Wappen derer von Schilder im Paderbornschen Rittersaal
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Stifterwappen derer von Schilder am Marienaltar in der St. Maria Magdalena-Kirche in Marsberg-Padberg
Blasonierung: In Gold ein schwarzer Birkhahnkopf. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken der Kopf zwischen zwei schwarzen Birkhahnfedern zwischen einem offenen schwarzen Flug.[1]
Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke geben abweichend fälschlicherweise an, dass es sich um einen Adlerkopf handelt.[2][3]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 355 (Google Bücher).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 162 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 364 (digitale-sammlungen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 112 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 278 (hhu.de).