Schierker Feuerstein
| Schierker Feuerstein
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|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1908 |
| Sitz | Bad Lauterberg, Deutschland |
| Leitung | Geschäftsführung:
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| Branche | Getränkeindustrie, Spirituosenindustrie |
| Website | www.schierker-feuerstein.de |
Schierker Feuerstein ist ein Kräuterlikör. Seine Rezeptur wurde 1908 von Apotheker Willy Drube in seiner Apotheke „Zum Roten Fingerhut“ in Schierke im Harz entwickelt. Namensgeber des Kräuter-Halb-Bitters mit 35 % vol waren die Feuersteinklippen in Schierke, deren rötliche Granitfärbung der rötlich-braunen Farbe des Schierker Feuersteins sehr ähnlich sind. Das mittelständische Unternehmen wird mittlerweile in der vierten Generation durch die Gründerfamilie geführt.
Geschichte
1908 erhielt der 28-jährige Apotheker Willy Drube die Konzession für die „Apotheke zum Roten Fingerhut“ in Schierke. Neben Tinkturen und Arzneien tüftelte er auch an einem Elixier, das die Kurgäste in Schierke vom „Magendrücken“ befreien sollte. 1924 ließ sich Willy Drube die Marke Schierker Feuerstein offiziell schützen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Kräuter-Halb-Bitter bereits einen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt und es konnten immer größere Mengen produziert und verkauft werden.
Im Jahr 1952 zeichnete sich die Abschottung der DDR gegenüber Westdeutschland immer stärker ab. Willy Drubes Schwiegersohn Ernst Geyer gründete im westdeutschen Teil des Harzes die Firma Schierker Feuerstein KG. Daraufhin gab es zwei Schierker Feuerstein-Betriebe, einen im Osten und einen im Westen Deutschlands. In Schierke wurde nach der sogenannten „Kriegsrezeptur“ produziert, da viele Kräuter und Wurzeln durch die Abschottung nicht mehr beschaffbar waren. In Bad Lauterberg produzierte man nach der Original-Rezeptur. Willy Drube verstarb noch 1952 in Schierke.
Das Getränk blieb auch in der DDR weiterhin beliebt, während der Betrieb in Schierke im Jahr 1972 enteignet und als Volkseigener Betrieb (VEB) Schierker Feuerstein in das Getränkekombinat Magdeburg übernommen wurde. Mit der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland im Jahr 1990 gab es Veränderungen. Willy Drubes Enkel, Dieter Geyer, war zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahren Firmenchef des Betriebes in Bad Lauterberg. Er konnte den ostdeutschen Betrieb in Schierke nach jahrelangen Auseinandersetzungen wieder privatisieren. 1990 gehörte das Stammhaus in Schierke wieder zum Familienbesitz der Familie Drube/Geyer. 2007 übergab Dieter Geyer die Firmenleitung in die Hände seiner Tochter Britta und seines Schwiegersohnes Walter Möller. In diesem Jahr erfolgte auch die Umwandlung in die Schierker Feuerstein GmbH & Co. KG.[1]
Im Winter 2017 wurde Schierker Feuerstein zum Namensgeber der Schierker Feuerstein Arena in Schierke. Eigentümer der Mehrzweckarena ist die Stadt Wernigerode.[2]
Mit dem Likör Schierkuja mit Maracuja-Geschmack und Gold-Glitzer erweiterte der Spirituosenhersteller im Jahr 2019 seine Produktpalette.[3] Heute gibt es auch eine alkoholfreie Alternative.[4]
Seit der Gründung unterstützt Schierker Feuerstein zahlreiche kulturelle, sportliche und soziale Projekte.[5]
Herstellung und Verzehr
Noch heute wird der Schierker Feuerstein nach dem unveränderten Original-Rezept von Willy Drube produziert. Hierzu werden ausgesuchte heimische und überseeische Kräuter und Wurzeln mit reinem Weingeist mazeriert. Auf den modernen Abfüllstraßen in der Produktionsstätte in Bad Lauterberg können verschiedene Flaschengrößen von 0,02 l bis 1,75 l abgefüllt werden. Den Schierkuja-Likör gibt es in drei verschiedenen Größen: In der 0,2 l Portionsflasche, der klassischen 0,7 l Flasche und als 1,75 l Magnumflasche.
Die Kräuteraufbereitung, einer der wichtigsten Schritte in der Produktion, findet noch immer im Stammhaus, der alten Apotheke „Zum Roten Fingerhut“ in Schierke statt. Außerdem ist in den historischen Räumlichkeiten heute ein Fanshop zu finden. Während einer Führung kann man einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und die Besonderheiten des Schierker Feuerstein erhalten.
Schierker Feuerstein wird pur und eiskalt getrunken oder als Bestandteil von Longdrinks und Cocktails verwendet.[6]
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Die namensgebenden Feuersteinklippen am Bahnhof in Schierke
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Das Schierker Feuerstein Stammhaus – die alte Apotheke „Zum Roten Fingerhut“
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Produktionsstätte in Bad Lauterberg
The Harz Distillery
Am alten Hauptbahnhof in Bad Lauterberg hat das Unternehmen Schierker Feuerstein eine neue Erlebnisdestillerie im Harz erbaut, hierzu wurde ein eigenständiges Unternehmen gegründet. Im September 2024 erfolgte der symbolische erste Spatenstich auf der Baustelle und schon im Februar 2025 wurde das Richtfest gefeiert.[7] Nach etwas über einem Jahr Bauzeit wird die The HARZ DISTILLERY am 1. Oktober 2025 eröffnet. Durch große Fenster sind Einblicke auf die Arbeit in der Manufaktur jederzeit möglich. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der Empore über dem Produktionsbereich. Der Zugang zu diesem Bereich erfolgt mit einem Ticket. Das Sortiment der Harz Distillery umfasst Gin, Brände, Geiste und Liköre, zudem neue Kreationen und exklusive Kleinserien.[8]
Im Herbst 2025 wurde die moderne Erlebnisdestillerie mit integrierter Ausstellung von der Harzer Nationalparkverwaltung als Nationalpark-Partnerbetrieb ausgezeichnet.[9]
Trivia
Direkt im Herzen von Schierke, im restaurierten Schierker Feuerstein Stammhaus, wurden drei Ferienwohnungen eingerichtet.[10]
Literatur
- Georg Thomas: Auf die Einheit!. In: Niedersächsische Wirtschaft. Heft 10/2017 S. 22–23.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Geschichte schierker-feuerstein.de
- ↑ Unternehmen schierker-feuerstein.de
- ↑ Schierkuja schierker-feuerstein.de
- ↑ schierkuja.de
- ↑ Sponsoring schierker-feuerstein.de
- ↑ Drinks schierker-feuerstein.de
- ↑ Neue Attraktion im Harz: Das ist der Fortschritt auf der Baustelle harzkurier.de vom 12. Februar 2025, abgerufen am 28. September 2025.
- ↑ Ausflugsziel im Harz: Schierker Feuerstein schafft neue Attraktion harzkurier.de vom 7. Oktober 2025, abgerufen am 10. Oktober 2025.
- ↑ Zwei neue Nationalpark-Partner kommen aus dem Südharz In: Harz Kurier. 13. Oktober 2025, S. 2.
- ↑ Ferienwohnungen schierker-feuerstein.de