Die Basis des allgemeinen Schiefkegels ist eine geschlossene Kurve mit der Parameter-Darstellung
und
, wobei
und
im Intervall
differenzierbar sind (bis auf höchstens endlich viele Ausnahmen), außerdem:
und
. Der Punkt
liegt in der Kurven-Ebene, die Kegelspitze
steht im Abstand
senkrecht über
, also
.
Der folgende Formalismus gilt auch für nicht geschlossene Kurven, dann spricht man besser von Segeln als von Kegeln (Dreiecks-Segeln, geschwungenen Dreiecken). Um die Formeln übersichtlich zu halten, wird die Ableitung nach
(wie in der Physik üblich) mit einem Punkt versehen.
Mantel des allgemeinen Schiefkegels
Die Formel für die Mantelfläche
des allgemeinen Schiefkegels gleicht der des schiefen Ellipsenkegels (abgesehen von den Integrationsgrenzen):

Hier bedeuten

und

Man könnte mit diesem Formalismus auch den Pyramiden-Mantel berechnen (die Pyramide als „Kegel“ mit quadratischer Basis), aber hier führt die Elementar-Geometrie schneller zum Ziel.
Die geometrische Bedeutung von Z und N
Von Z
Das Radizieren einer Funktion
über
erfordert Sorgfalt, denn die Quadratwurzel aus
ist mehrdeutig, sogar unendlich vieldeutig. Um das einzusehen, braucht man nur an einer beliebigen Stelle
(die nicht Nullstelle von
ist) den Wert
in
umzukehren. Geometrisch bedeutsam sind die Wurzeln
und
. Wenn in der Formel für den Mantel eines allgemeinen Schiefkegels die Höhe
gegen Null strebt, entsteht der Ausdruck

und insbesondere für die Wurzel
:

geometrisch gesehen ist das die Fläche des „zusammengefalteten“ Kegelmantels in der xy-Ebene (wo die Kegelbasis liegt). Für die Wurzel
hingegen ergibt sich

weil die bestimmten Integrale über die Ableitungen von
und
Null sind. Das folgt aus der Nebenbedingung
und
. Geometrisch gesehen handelt es sich hierbei um die Fläche der Kegelbasis. Durch partielle Integration (und Beachtung von
) gewinnt man die Gleichung:

Der rechte Ausdruck besticht durch seine Kürze, ist aber unpraktisch, weil sich der scheinbar komplizierte linke Ausdruck besser auswerten lässt. Die Fläche zwischen den Tangenten von
an die Kegelbasis (die Basis selbst nicht mitgerechnet), also die Fläche des Tangenten-Zipfels, ergibt sich aus

Der Faktor ¼ (statt ½) besagt, dass die Fläche des Tangentenzipfels nur einmal gezählt wird (statt doppelt wie beim zusammengefalteten Kegelmantel, bei dem die
zugewandte und die
abgewandte Mantelfläche übereinander liegen). Wenn
auf dem Rand oder innerhalb der Kegelbasis liegt, verschwindet
. Dann nämlich fallen Basis und zusammengefalteter Mantel in eins.
Von N
Ndt ist das Integrationselement des Umfangs der Kegelbasis (siehe Grafik). Der Umfang der Kegelbasis ergibt sich daher zu

Wenn man nur
als Integranden wählt (statt
), kann es vorkommen, dass das Integral verschwindet. Beispiel: Die Astroide (Sternkurve) hat die Parameterdarstellung
über
. Dann ist
. Für
verschwindet das Integral über
. Für
jedoch ergibt sich

Von Z/N
Der Quotient misst den Abstand des Höhenfußpunktes
von der Kurven-Tangente an
in Abhängigkeit von
(siehe Grafik). Die allgemeine Gleichung der Tangente an
lautet

Division durch
führt zur Hesseschen Normalform. Den Abstand des Punktes
von der Tangente gewinnt man dadurch, dass man
und
in die Normalform einsetzt (ohne die Null): das Ergebnis ist
. Beispiel: Die Funktionen
und
über
beschreiben den Kreis
um
. Dann ist
. Wenn
in das Zentrum des Kreises rückt, wenn also
und
, resultiert
, d. h. die Lote von
auf die Kreistangenten sind die Radiusvektoren der Länge
.
Beispiel: Schiefer Kreiskegel
Die Parameterdarstellung des Kreises
lautet:
über
.
Wenn man diese Werte und ihre Ableitungen in die Formel für den Mantel des allgemeinen Schiefkegels einsetzt, erhält man den Ausdruck

Mit einem geeigneten (festen) Winkel
lassen sich
und
darstellen als
und
, wobei
, daher gilt nach dem Additionstheorem:
, so dass

Bei der Integration über den Vollkreis spielt die Wahl von
keine Rolle. Man darf deshalb
setzen. Der Integrand ist für
eine bezüglich
symmetrische Funktion, so dass man nur über den Halbkreis zu integrieren braucht und das Resultat verdoppeln muss, also:
.
Siehe auch