Scheunenviertel Ahlden
Das Scheunenviertel Ahlden mit zirka 25 Häusern in der niedersächsischen Gemeinde Ahlden an der Aller, in der Samtgemeinde Ahlden, im Landkreis Heidekreis, wurde zumeist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Aktuell (2025) werden die Gebäude als Scheunen, Lager- und Nebengebäude sowie Wohnhäuser genutzt.
Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Ahlden (Aller)).[1]
Geschichte und Beschreibung
Ahlden wurde 1140 erstmals urkundlich erwähnt.
Zusammenhängende Scheunenviertel am Rande einer Ortschaft mit Scheunen aus Holz zur Lagerung von Heu und Stroh entstanden aufgrund der hohen Brandgefahr durch die mögliche Heuselbstentzündung der eingelagerten Mahd. Das Scheunenviertel in Ahlden geht vermutlich auf eine Policey-Ordnung von 1618 von Herzog Christian zurück. Erstmals erwähnt wurde es 1632, als im Dreißigjährigen Krieg die Truppen des kaiserlichen Feldherren Tilly Ahlden und seine Gebäude verwüsteten. Mehrere Brände vernichteten immer wieder den Baubestand, der letzte große Stadtbrand ereignete sich 1847.
Nach dem Brand wurden die Parzellen neu nach sozialer Schichtung verteilt und erhielten feste Abstandsvorschriften. Beim Brand einer Scheune 1995 konnte ein Übergreifen des Feuers auf die anderen Scheunen verhindert werden.
Der heutige private Baubestand stammt im Wesentlichen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er besteht aus zwei Teilen:
- Im Westen liegen alle Scheunen traufständig zur nördlich verlaufenden Bahnhofstraße und die drei parallelen Reihen werden durch zwei Fahrwege in Ost-West-Richtung erschlossen.
- Im Osten standen die Scheunen in fünf, heute noch in vier Reihen, wobei in der südlichsten Reihe kleine giebelständige Scheunen stehen.[2]
Heute sind etwa 25 Scheunen erhalten. Folgende 18 Scheunen, zumeist auf Sockel, in Fachwerk mit Ausfachungen in Stein und mit ziegelgedeckten S=Sattel- oder K=Krüppelwalmdächern sowie mit verschiedenartigen zumeist Querdurchfahrten, sind in der Denkmalliste enthalten:
- Im Scheunenviertel 1: um 1890, S, vorkragende verbretterte östliche Giebelspitze,
- Im Scheunenviertel 1: um 1850, K, heute Wohnhaus,
- Im Scheunenviertel 1: um 1890, S, heute Wohnhaus,
- Im Scheunenviertel 2: keine Angaben,
- Im Scheunenviertel 3: um 1890, S, z. T. vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel 5: um 1890, S, Giebel vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel 6: um 1890, K, Giebeldreiecke vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel 7: um 1890, S, teilweise vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel 9: um 1890, S, Giebeldreiecke vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel 11: um 1890, S, heute Wohnhaus,
- Im Scheunenviertel: um 1850, S, Ost- und Westgiebel vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel: um 1850, S, total vertikal verbrettert,
- Im Scheunenviertel: um 1850, K, Westseite massiv ersetzt,
- Bahnhofstraße: um 1850, K, teilweise verkleidet oder verputzt,
- Marktstraße: um 1880, K, Ostgiebel vertikal verbrettert,
- Marktstraße: um 1880, S, größtenteils verbrettert,
- Marktstraße: 1848 (i), K, Lehmausfachungen im Osten,
- Marktstraße: um 1850, K, mit Dachhaus, Ladebalken und Ladeluken.
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… das Ahldener Scheunenviertel, das außergewöhnlich gut und in großem Umfang überkommen ist ….“
In Niedersachsen sind weitere Scheunenviertel u. a. in Estorf (Weser), Schwamstedt-Grindau, Harpstedt, Liebenau, Neubruchhausen, Schlüsselburg, Steinhude und Wellie bekannt.
Jährlich findet in Ahlden im historischen Scheunenviertel ein Flohmarkt mit ca. 100 privaten Ausstellern statt.[3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Samtgemeinde Ahlden: Das Scheunenviertel – Historischer Rundgang
- ↑ Scheunenviertel und Mehr: Die besten Flohmärkte im Scheunenviertel.
Koordinaten: 52° 45′ 36,2″ N, 9° 32′ 55,2″ O