Schelmenteichbrunnen
| Schelmenteichbrunnen | |
|---|---|
| Ort | Esthal |
| Land | Deutschland |
| Verwendung | Waschbrunnen, Tränke |
| Bauzeit | 19. Jahrhundert |
| Technische Daten | |
| Baustoff | Sandstein |
| Koordinaten | |
| Lage | Koordinaten: 49° 22′ 25,6″ N, 7° 58′ 52,3″ O49° 22′ 25,6″ N, 7° 58′ 52,3″ O |
Der Schelmenteichbrunnen ist eine Brunnenanlage in Esthal. Er steht unter Denkmalschutz.
Lage und Beschaffenheit
Der Brunnen befindet sich rund hundert Meter westlich des Esthaler Siedlungsgebiets an einem Weg, der die westliche Fortsetzung der Brunnenstraße bildet. Rund einen Kilometer weiter westlich verläuft der Breitenbach. Am Brunnen vorbei führt die zweite Etappe des Pfälzer Hüttensteigs.[1] Er bezieht sein Wasser aus einem 2,25 Quadratmeter messenden Quellschacht, der aus Mauerwerk besteht.[2] Die Anlage besteht aus fünf Trögen und drei Klopfsteinen. Alle wurden aus heimischen Sandstein hergestellt. Die Verteilung des Wassers erfolgt über einen halbrunden Steintrog.[3]
Geschichte
Der Brunnen wurde als Waschbrunnen und zur Trinkwasserversorgung genutzt.[3] Er wurde von den Frauen frequentiert, die im Oberdorf lebten.[4]
Ursprünglich befand sich die Brunnenanlage etwas weiter oberhalb unmittelbar an der Quelle, ehe ein Unwetter die seinerzeitigen Sandsteintröge ins Breitenbachtal spülte. Deshalb wurde die Brunnenanlage in ihrer gegenwärtigen Form etwas weiter unterhalb errichtet.[2] Der Name leitet sich von einem Teich ab, der sich in früheren Zeiten unterhalb der jetzigen Brunnenanlage befand.[3]
Zum Zustandekommen des Namens gibt es zwei verschiedene Geschichten. „Schelm“ ist ein altes Wort für Aas; an der Stelle befand sich einst ein Schindanger. Der Teich in diesem Bereich hieß damals „Schelmenteich“; diese Bezeichnung übertrug sich schließlich auf den Brunnen.[2] Eine andere Theorie besagt, dass „Schelme“ – so wurden früher Diebe genannt – mit einem Hebel so lange in den Brunnen getaucht wurden, bis sie ihre Schuld bekannten.[5][3]
Literatur
- Georg Peter Karn, Rolf Mertzenich: Kreis Bad Dürkheim. Stadt Bad Dürkheim, Gemeinde Haßloch, Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht, Wachenheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1995, ISBN 3-88462-119-X.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Bad Dürkheim. Mainz 2024 (PDF; 5,1 MB).
Einzelnachweise
- ↑ Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ a b c Schelmenteichbrunnen. In: esthal.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ a b c d Wolfgang Mildner, Wolfgang Jeblick: Erweiterte Auflage des Buches "Brunnenwandern in der Verbandsgemeinde Lambrecht und Umgebung", Teil 1 Brunnen im Naturpark Pfälzerwald, Naturfreunde Lambrecht 2022, ISBN 3-00-014479-X, S. 442.
- ↑ Tränkenbrunnen. In: esthal.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Schelmenteichbrunnen (Esthaler Brunnenweg). In: pfalz.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.