Schaffhausen (Adelsgeschlecht)
Schaffhausen (auch Schaafhausen, Schafhausen, Schafhusen, Schaphusen o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälisch-baltischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz Schaphusen, ein Lehen der Propstei Meschede, in der Bauerschaft Drenhusen, Kirchspiel Büderich bei Werl in der Grafschaft Mark.[1][2] Den Stammsitz besaß die Familie bereits 1248 und noch 1625. Ludwig von Schaffhausen wurde 1248 und 1255 mit Schaphusen belehnt. Ferner saß die Familie 1570 zu Rudolph und 1590 zu Helingen. Ein anderer Zweig ließ sich in den Städten Soest, Dortmund und Köln nieder. Dieser blühte in Köln im Bürgerstand fort. Johann, Sohn des 1488er Dortmunder Ratsherrn und Bürgermeisters Wilhelm von Schaffhausen aus dessen Ehe mit Jutta von der Lage, zog in das Baltikum und gehörte dort mit seinen Nachkommen zu Kurländischen Ritterschaft. Auch Friederich, der uneheliche Sohn von Friedrich von Schaffhausen, Propst zu Scheda, zog in das Baltikum. Aber auch schon vor Johann und Friedrich waren Familienmitglieder beim Deutschen Orden im Baltikum. Johann Schaphusen war 1435–1441 Deutschorden-Komtur der Kommende Ascheraden und Wilhelm Schaphusen Komtur zu Jerwen. Im Baltikum erlosch die Familie im Mannesstamm bald nach 1648, jedenfalls vor 1680.[3][4][5] Die letzte Frau des Geschlechts war Anna Maria von Schaffhausen geb. von Nolde 1707.[6]
Die Familie, deren sichere Stammfolge 1360 mit Wilhelm von Schaffhausen zu Schaffhausen beginnt, erlosch laut Max von Spießen um 1650.[1] Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke berichten, dass die Familie in der Stammheimat Westfalen 1625 ausstarb.[3][4] Maximilian Gritzner wiederum stellt dar, dass die Stammfolge mit dem 1624 wegen Brudermords und anderer Verbrechen zu Werden enthaupteten Wennemar Sontag von Schaffhausen schloss.[7]
Stammfolge
Für den ins Baltikum gegangenen Zweig gibt Maximilian Gritzner folgende Stammfolge an:[7]
- Wilhelm von Schaffhausen, 1450 und 1481 mit Schaphusen belehnt, 1484 Senator Dortmund, 1488 Bürgermeister Dortmund, ⚭ Jutta von der Lage
- Johann I. Schappesshusen, ging nach Livland, bekam 1543 mehrere Lehen aus dem Erbe des verstorbenen ersten Ehemanns seiner Frau bestätigt, ⚭ Witwe des Hermann Niestadt
- Jürgen Schaphussen, erhielt 1559 den Hof des Johann Schönberg verliehen, ⚭ N. N.
- Johann II. von Schaffhausen
- Diedrich Schaffhausen, kaufte 1567 einen Halbhäker, lebte noch 1592 und 1605 mit Gütern im Bauskeschen, ⚭ N. N.; ihre Kinder erhielten 1626 von Herzog Friedrich ein Empfehlungsschreiben an den Kurfürsten von Köln bzgl. des im Erzbistum gelegenen Stammhauses, nachdem sie von demselben am 21. November 1626 ein Adelsattest erhalten hatten
- Georg von Schaffhausen (1648†), Rittmeister
- Christoph von Schaffhausen (1648†), Herr zu Schönberg, verpfändete 1634 und 1640 das Gesinde an den Eckau (Eckhof), wurde laut Ritterbanksabschied vom 17. Oktober 1620 unter Klasse I, Nr. 53 (51 der späteren Matrikel) in Kurland immatrikuliert
- Wilhelm von Schaffhausen (lebte 1648 noch)
- Elisabeth von Schaffhausen ⚭ N. N. Böncken
- Jürgen Schaphussen, erhielt 1559 den Hof des Johann Schönberg verliehen, ⚭ N. N.
- Johann I. Schappesshusen, ging nach Livland, bekam 1543 mehrere Lehen aus dem Erbe des verstorbenen ersten Ehemanns seiner Frau bestätigt, ⚭ Witwe des Hermann Niestadt
Wappen
Blasonierung: In Gold eine schwarze (auch rote) Lilie. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken die schwarze Lilie zwischen einem offenen, rechts goldenen, links roten Flug.[1][2]
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Wappen derer von Schaffhausen im Baltischen Wappenbuch
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Wappen derer von Schaffhausen in Siebmachers Wappenbuch
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 347 (Google Bücher).
- Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 1, Bd. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 1: Die Ritterschaft, Bd. 2: Edelleute (Hertell–Zoritsch); Nachträge und Berichtigungen, Nürnberg 1898, S. 413 f. (uni-goettingen.de) und 514 (uni-goettingen.de) und Tfl. 161 (uni-goettingen.de).
- Carl Arvid Klingspor: Baltisches Wappenbuch. Stockholm 1882, S. 88 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 98 (digitale-sammlungen.de).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 85 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 348 (digitale-sammlungen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 110 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 274 (hhu.de).